Alba-Spieler Johannes Thiemann (Foto: imago images / Bernd König)
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Interview | Vor dem Saisonstart von Alba Berlin - "Wir sind jetzt ready, wieder anzugreifen"

Mit dem lang ersehnten Gewinn von Meisterschaft und Pokal konnte Alba Berlin die vergangene Spielzeit trotz der Corona-Widrigkeiten krönen. Spieler Johannes Thiemann sagt im Interview, was der Erfolg ausgelöst hat - und wie er durch die Corona-Zeit gekommen ist.

rbb24: Johannes Thiemann, wo steht Alba Berlin so kurz vor dem Pflichtspielstart gegen Maccabi Tel Aviv am kommenden Donnerstag?

Johannes Thiemann: Ich glaube, wir sind in einer guten Verfassung. Von den beiden letzten Testspielen (jeweils gegen Olympiakos Piräus, Anm. d. Redaktion) haben wir eines verloren und eines gewonnen. Da können wir auf jeden Fall positiv gestimmt sein für die Saison.

Wie hält sich denn ein 2,05 Meter großer Basketballprofi in diesen Zeiten im Sommer fit?

Durch viel Krafttraining mit einem Personal Trainer. Ich bin auch ein bisschen gelaufen und habe natürlich Basketball-Individualtraining gemacht.

Die Decke ist Ihnen also nicht auf den Kopf gefallen?

Nein, das ging. Wir hatten die Möglichkeit, in die Halle und auch ins Fitnessstudio zu gehen. Insofern war das alles okay.

Sie sind in Trier geboren und spielen seit zwei Jahren für Alba Berlin. Wie finden Sie die Hauptstadt?

Sehr schön! Am Anfang habe ich kurz gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ich bin zwar in Trier geboren, aber in der Gegend um Bamberg aufgewachsen. Ich komme also eher aus der Kleinstadt. Insofern war es schon eine größere Umstellung, aber mittlerweile gefällt es mir hier sehr gut.

Dann haben Sie sicherlich auch festgestellt, dass die Berliner tatsächlich so herzlich sind, wie es überall bekannt ist?

Noch herzlicher, als ich es erwartet habe.

Zurück zu Alba Berlin. Es gibt mit der Meisterschaft und dem Pokal viel zu verteidigen in der anstehenden Saison: Ist Alba bereit?

Auf jeden Fall. Wir haben eine gute Vorbereitung gehabt. Uns fehlen ja öfter Nationalspieler für lange Zeit in dieser Phase. Aber in diesem Sommer hatten wir wirklich Zeit, die Vorbereitung als Team zu gestalten, ohne dass viele Nationalspieler nicht da waren. Natürlich hatten wir die eine oder andere Verletzung. Aber wir hatten trotzdem eine gute Vorbereitung und sind jetzt ready, wieder anzugreifen.

Immer noch an der Seitenlinie steht Trainer Aito Reneses. In der Mitte der Siebziger angekommen, aber noch ein Mann, der weiß, wie Basketball funktioniert und wie man junge Spieler nach vorn bringt. Wie wichtig war es für die Mannschaft, dass er noch ein Jahr dranhängt?

Unglaublich wichtig. Er hat unser Konzept in den letzten Jahren sehr geprägt und sein Basketballstil ist einfach unverwechselbar. Ich glaube, jeder im ganzen Klub profitiert davon, dass er noch ein Jahr bleibt.

Nach mehreren erfolglosen Anläufen unter Reneses hat es endlich mit dem Pokalsieg und der Meisterschaft geklappt. Was hat das ausgelöst in der Mannschaft?

Es hat einfach sehr gut getan zu sehen, dass wir nicht nur schönen und guten Basketball spielen, sondern auch die entscheidenden Spiele gewinnen können. Das hat uns so einen mentalen Push gegeben, dass wir im Finalturnier um die Deutsche Meisterschaft wussten, dass wir dieses letzten Quentchen haben. Das gibt uns auch Zuversicht für die Zukunft.

Das Interview führte Thomas Kroh, rbb Sport. Es handelt sich um eine gekürzte Version. Das komplette Gespräch über einen Klick ins Titelbild nachhören.

Sendung: Inforadio, 28.09.2020, 18:04 Uhr

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