Der Große Stern während des etwas anderen Marathontags. Quelle: rbb
Video: Abendschau | 27.09.2020 | Sebastian Meyer | Bild: rbb

"Der etwas andere Marathontag" | Inoffizielle Challenge - Staffel knackt Marathon-Weltrekord von Eliud Kipchoge

Traditionell steht das letzte September-Wochenende in Berlin im Zeichen des Marathons. Wegen der Pandemie musste der Lauf als Großereignis in diesem Jahr abgesagt werden. Trotzdem wurde am Sonntag fleißig gelaufen - und der Weltrekord zumindest inoffiziell geknackt.

Es war ein ehrgeiziges Ziel: Vier der besten deutschen Langstrecken-Läufer wollten am Sonntag im Rahmen "Des etwas anderen Marathontags" in einer Staffel den Marathon-Weltrekord von Eliud Kipchoge knacken. 2018 kam der Kenianer in Berlin in einer Zeit von 02:01:39 Stunden ins Ziel. Philipp Pflieger, Florian Orth, Richard Ringer und Johannes Motschmann griffen diese Rekord-Marke am Sonntag für einen - natürlich inoffiziellen - neuen Rekord an - und waren erfolgreich.

Rund um die Berliner Siegessäule liefen die vier Läufer die rund 42 Kilometer immer abwechselnd in einer Zeit von 02:01:34 Stunden. Es war eines der Highlights des etwas anderen Berlin-Marathons.

Marathontag für Jedermann

Obwohl der Marathon in diesem Jahr nicht als Massenevent stattfinden konnte, wurde neben dem Rekordversuch am Großen Stern auch an die vielen Hobbyläufer gedacht, die sonst beim Berlin-Marathon an den Start gehen. Mit Hilfe einer App konnten Sportler am Marathontag aktiv werden, laufen gehen und sich im Anschluss mit anderen Teilnehmern vergleichen.

Mehr als 13.000 Menschen aus über 100 Ländern luden sich die App auf ihr Smartphone. Am Sonntag konnten sie damit über eine Audio-Option mit der sonst üblichen Marathon-Atmosphäre - bestehend aus Anfeuerungen und Musik - aktiv werden. Auch hierbei ging es darum, möglichst viele Kilometer in der Weltrekordzeit von Eliud Kipchoge zu laufen. Dabei war es egal, ob in Laufschuhen, Inlineskates, per Handbike oder im Rollstuhl angetreten wurde.

"Ein Zeichen setzen"

Dass der diesjährige Marathontag trotz des Alternativprogramms aber nur wenig mit dem sonst am letzten September-Wochenende stattfindenen Marathon-Großereignis zu tun hat, weiß auch der Veranstalter. Jürgen Lock, Geschäftsführer von SCC Events, sieht den Tag vor allem als symbolisches Signal: "Es geht darum, ein Zeichen zu setzen, dass wir noch da sind. Wir wollen zeigen, dass das Laufen - in dieser Stadt, aber auch weltweit - auch durch die Pandemie nicht abgebrochen worden ist", sagte er.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der wie immer den Startschuss für den Lauf gab, begrüßte, dass der Marathon - wenn auch in deutlich kleinerer Form - stattfand: "Es ist ein Signal, dass die Sportstadt lebt und dass die Sportlerinnen und Sportler zusammenkommen wollen", sagte Müller. "Das ist die wichtigste Botschaft - zudem wird es auch international wahrgenommen".

Im nächsten Jahr - so die Hoffnung - soll der Marathon dann wieder regulär als großes Ereignis für mehr als 45.000 Läuferinnen und Läufer und knapp eine Million Zuschauer stattfinden.

Sendung: rbb Fernsehen, 27.09.20, 9:00 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Mich würde auch interessieren, wie die anderen Teilnehmer abgeschnitten hatten (Frauenstaffel, Jugendstaffel, Skater).

  2. 6.

    It's a great challenge experience for me, and the livestream radio broadcast keeps me up during the activity... Accidentally makes my personal best time... Love this very different virtual challenge! - Greetings from Bandung, Indonesia.

  3. 5.

    Ok, für diese Veranstaltung hätte man auch eine 400 m Bahn bei einen coronabedingt leidenden Sportverein anmieten können. Wären gleich zwei gute Sachen mit einem Mal - praktizierte Sporthilfe und effektiver Umweltschutz weil keine "Plastikbecherparty" an der Goldelse.
    Noch so'ne kommerzielle Veranstaltung die ich nicht vermisse.

  4. 4.

    Richtig gut war diese Idee. Es hat Spass gemacht zu laufen, immer im Hinterkopf, da laufen um diese Zeit ganz viele andere Gleichgesinnte . Die Musik war super und für den Marathon wäre heute das Wetter ideal gewesen.
    Bei diesem Event kann man Neider, Meckerer und andere schlecht gelaunte Menschen, die immer etwas zum Kritisieren finden, total gut ausblenden.....

  5. 3.

    Da sieht man erst einmal wie stark die Leistung von Kipchoge gewesen ist, wenn 4 sehr gute Staffelläufer nur 5 Sekunden schneller sind.

  6. 2.

    02:01:39 oder 02:01:34 ist doch kein richtiger Weltrekord sondern eine Banane weniger futtern. Jetzt könnt ihr ja den Stern wieder für die Bürger aufmachen.

  7. 1.

    Gratulation den Läufern. Hoffentlich fühlten sich die Radler nicht diskriminiert weil sie da nicht langfahren durften.

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