Luca Maria Graf von Turbine Potsdam bei der Ballannahme (Foto: imago images / Camera 4)
Video: Brandenburg aktuell | 04.09.2020 | Sebastian Meyer | Bild: imago images / Camera 4

Teamcheck | Turbine Potsdam - Umbruch mit Ambitionen

Neuer Trainer, Abschied mehrerer Leistungsträgerinnen: Hinter Turbine Potsdam liegt ein Umbruch. Am Sonntag startet Neu-Coach Sofian Chahed mit seinem jungen Team in die Saison - und verfolgt dabei gleich ein ambitioniertes Ziel.

So lief die vergangene Saison

Mit Tabellenplatz vier hat Turbine in der vergangenen Spielzeit das Saisonziel erreicht, das beste Team zu sein, das nicht an einen Männerverein angeschlossen ist. Und dennoch gab es einige Wermutstropfen. Da war zum Beispiel das bittere Aus im DFB-Pokal. Schon im Viertelfinale war für die Potsdamerinnen gegen Essen Schluss. Und damit auch die Chance auf den einzig möglichen Titelgewinn dahin.

Denn die "Großen", VfL Wolfsburg und Bayern München, sind für die Konkurrenz im Liga-Betrieb unerreichbar weit weg. Doch selbst auf die TSG Hoffenheim, die sich Platz drei erarbeitete, hatte Turbine satte zwölf Punkte Rückstand. Mitverantwortlich dafür war die große Schwachstelle der vergangenen Saison: die Defensive. "Ich kann mich kaum an eine Saison erinnern, in der wir 45 Gegentore bekommen haben", resümierte Präsident Rolf Kutzmutz im Sommer.

Der Trainer

Viel Arbeit also für den neuen Trainer Sofian Chahed. Der übernahm im Sommer das Amt von Matthias Rudolph, mit dessen Arbeit man nach vier Jahren keineswegs unzufrieden war. Doch weil Turbine einen hauptamtlichen Trainer wollte und Rudolph seinen Lehrerjob nicht sofort aufgeben wollte und konnte, gibt nun der ehemalige Hertha-Spieler Sofian Chahed den Ton an.

Seine Spielidee formuliert der 37-Jährige eher allgemein. "Sonst weiß Hoffenheim ja, was wir machen wollen", sagt er mit einem Lachen über den Gegner zum Bundesliga-Auftakt am Sonntag, der gleichzeitig auch Turbines größter Konkurrent um die vorderen Tabellenplätze sein dürfte. "Aber wir wollen mit dem Ball Fußball spielen, schnell nach vorne kommen und die Spiele gewinnen." Seit 2014 ist Chahed Trainer und coachte die Nachwuchsmannschaften von Hertha BSC, zuletzt die U16.

Wer kommt, wer geht

Auch in Potsdam besteht sein Kader vor allem aus jüngeren Spielerinnen, das Team ist im Durchschnitt (22 Jahre) das zweitjüngste der Liga. Mit ihren 26 Jahren ist Neuzugang Merle Barth da schon fast eine Ausnahme. Die Abwehrspielerin kommt aus Leverkusen und war dort Kapitänin. "In erster Linie will ich mit meiner Erfahrung, die ich mittlerweile habe, der ganzen Mannschaft weiterhelfen und auch Verantwortung übernehmen", sagt sie.

Barth wird gefragt sein mit diesen Qualitäten, denn Turbine muss die Abgänge mehrerer Leistungsträgerinnen kompensieren. Mit Lara Prasnikar, Caroline Siems, Sarah Zadrazil und Rahel Kiwic haben langjährige Spielerinnen den Verein im Sommer verlassen. Dafür kamen neben Barth ihre Vereinskollegin Lena Uebach (fällt zu Saisonbeginn verletzungsbedingt aus), die beiden 20-jährigen Selina Cerci und Melissa Kössler und die 19-jährige Maria Plattner. Im achttägigen Trainingslager stand neben der sportlichen Vorbereitung daher auch das Teambuilding im Vordergrund. "Dieses Beisammensein hat uns gutgetan", fand Trainer Chahed.

Erwartungen an die Saison

Dass die Mannschaft schnell zu einer Einheit zusammenwächst, ist wichtig, denn die Ziele sind hoch gesteckt. "Wir wollen mindestens um den dritten Platz mitspielen, was realistisch ist", sagt der Trainer selbstbewusst. Platz drei berechtigt in der kommenden Saison erstmals zur Teilnahme an der Champions League. "Allerdings wird das eine schwere Aufgabe", gesteht Chahed, "denn wir messen uns mit Hoffenheim, mit Eintracht Frankfurt und mit Essen."

Neuzugang Merle Barth denkt erstmal an den Saisonauftakt. "Das erste Ziel ist, dass wir auf jeden Fall gut in die Saison starten wollen", sagt sie. Gegen Hoffenheim dürfen am Sonntag im Karl-Liebknecht-Stadion auch wieder Zuschauer dabei sein. Die werden ein junges Team mit großen Ambitionen sehen.

Sendung: rbb24, 04.09.2020, 16 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Danke für den informativen Beitrag! Ja, wir dürfen wieder ins "Karli" und ich freue mich riesig auf das Spiel mit neuem Trainer und vielen neuen Spielerinnen. Das wird gegen Hoffenheim gleich ein ganz schweres Ding. Auf geht's, Turbine!

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