Dirk Lottner bedankt sich nach einem Spiel bei den Energie-Fans. Quelle: imago images/Steffen Beyer
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Regionalliga Nordost - "Herr Lottner" bringt Cottbus wieder in die Spur

Bringt eine Knöchelverletzung die Cottbuser Erfolgself durcheinander? Vor dem Auswärtsspiel bei Lok Leipzig bangt der Regionalligist um Stürmer Nils Stettin. Laut Trainer Dirk Lottner ist der Angreifer heftig angeschlagen. Von Andreas Friebel

Es war nur eine Randnotiz in der gut zwanzigminütigen Pressekonferenz vor dem Spiel in Leipzig. Doch der kleine Satz von Axel Borgmann macht deutlich, was der Trainerwechsel verändert hat. Als der Abwehrspieler nach seinem neuen Coach gefragt wird, sagt dieser: "Wir setzen das so um, wie es Herr Lottner von uns möchte". Ein "brav" kommt da prompt von der Seite. Und Dirk Lottner lächelt freundlich und nickt mit dem Kopf. Der "Herr Lottner" hat in anderthalb Wochen Amtszeit noch nicht alles ändern können. Die Ansprechhaltung in der Kabine aber wohl.

Lottner profitiert von seinem Namen

Während Vorgänger Sebastian Abt auch aufgrund seines Alters (38) einen etwas lockeren Umgang mit dem Team pflegte, steht Lottner für eine andere Generation. Klare Vorgaben und etwas Distanz im täglichen Miteinander scheinen genau das zu sein, was dem Team zuletzt fehlte. Lottner hat auch den Vorteil, dass sein Name und seine Spielervergangenheit großen Respekt bei seinen Schützlingen erzeugen. Die meisten seiner Spieler haben ihm in jungen Jahren noch in der Sportschau zugeschaut, gesehen, wie seine präzisen Flanken oder seine genialen Freistöße die Gegner zur Verzweiflung trieben.

Dazu kommt, dass Lottner sofort Erfolg (zwei Spiele, zwei Siege) nach Cottbus brachte. Und damit auch die Mannschaft hinter sich. Die rannte in Babelsberg (1:0) und gegen Fürstenwalde (3:1) jeweils 90 Minuten, auch wenn es körperlich schon nicht mehr ging, wie im Fall von Niclas Erlbeck, der mit einem dicken Knöchel am Mittwoch vom Platz humpelte. Er wird gegen Lok Leipzig (Sonntag, 13.30 Uhr) aber spielen können. Sein Teamkollege Nils Stettin wahrscheinlich nicht. Auch er wurde vom Gegner bearbeitet, ließ sich behandeln und musste in der ersten Halbzeit dann doch schon ausgewechselt werden.

Muss Lottner sein Spielsystem ändern?

Eine schwerwiegende Verletzung kann zwar inzwischen ausgeschlossen werden. Der Angreifer hat aber nach wie vor einen dicken Knöchel. Bleibt das so, muss Lottner sein System umstellen. Denn aktuell hat er mit Felix Brügmann nur noch einen erfahrenen gesunden Stürmer. Und der 48-Jährige bevorzugt ein Spielsystem mit zwei Spitzen.

"Da bin ich mitten drin, uns eine Alternative einfallen zu lassen. Aber ich werde einen Teufel tun und das hier und heute bekannt geben", sagt Lottner. Der Trainer bleibt seiner Linie treu und verrät vor Spielen so wenig wie möglich. Immerhin hat er am Freitag aber durchblicken lassen, dass er gern noch einen neuen Stürmer hätte, um wie im aktuelle Fall Stettin besser reagieren zu können. "Mein Spielsystem ist ein anderes, als bei meinem Vorgänger. Entsprechend wurde der Kader im Sommer auch anders zusammengestellt. Ich will gern immer mit zwei Stürmen spielen. Und wenn mal einer ausfällt, braucht man noch einen dritten". Den gibt es im Cottbuser Kader aktuell nicht.

Cottbus schaut sich auf dem Transfermarkt um

In der kommenden Woche will sich Lottner mit der sportlichen Leitung und der Klubspitze zusammensetzen, um vor dem Schließen der Transferliste noch nach Möglichkeiten zu suchen, den Kader zu verstärken. Das aber nicht nur vor dem Hintergrund des neuen Spielsystems, sondern auch wegen der Tatsache, dass der Cottbuser Kader allgemein sehr schmal ist.

Schon im Sommer galt das als eine Achillesferse der Lausitzer. Denn die Saison ist mit 38 Spieltagen plus Landespokal extrem lang. Ausfälle können kaum aufgefangen werden. Und weil Lottner ein laufintensives Spiel bevorzugt, fehlen zudem Alternativen, um Spielern auch mal etwas Zeit zum Regenerieren zu geben.

Nach dem 3:1 gegen Fürstenwalde stellte Lottner fest, dass seine Mannschaft erneut an ihr körperliches Limit gehen musste, um den Sieg zu sichern. In pucto Kondition sieht der neue Cottbuser Trainer also noch Defizite. Um die Ermüdungserscheinungen schnell aus den Beinen zu bekommen, hat der Coach sein Team in die Kältekammer gesteckt. Ob es hilft, wird sich am Sonntag zeigen, wenn Energie den dritten Sieg, im dritten Spiel unter "Herrn Lottner" anstrebt.

Sendung: rbbUM6, 27.09.20, 18:00 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

11 Kommentare

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  1. 11.

    der rbb sollte sich mal als öffentlich rechtlicher Sender an seine Verpflichtung zur regionalen Berichterstattung erinnern.
    Zumal der Reporter beim letzten Livestream die Übertragung aus Leipzig angekündigt hat!!!!!

  2. 10.

    Tut mir ja leid das so zu sagen, aber was die Übertragung von Spielen angeht, kann sich der rbb eine gaaanz große Scheibe vom mdr abschneiden. Dort ist man in der Hinsicht meilenweit voraus und zeigt (unglaublich für einen Fernsehsender) auch Spiele im TV. Ich weiß jedenfalls, wo ich nachher hinschalte.

  3. 9.

    Kannst ja mal beim mdr oder rbb24 nachfragen, welches Spiel die größeren
    Einschaltquoten hat.

  4. 8.

    Ernsthaft? Du hälst Viktoria für ein größeres Topteam, als Lok Leipzig und
    Chemie für einen besseren Kultklub, als Energie?

  5. 7.

    Nur das dieses Spiel in Berlin und Brandenburg niemanden interessiert. Die Chemie Fans werden das Spiel wohl über MDR schauen und bestimmt nicht über RBB.

  6. 6.

    Dirk Lottner scheint der richtige Mann im richtigen Moment zu sein. Der Mannschaft viel Erfolg in Leipzig. Immer vorwärts Energie!

  7. 5.

    Naja, Fans aus Brandenburg dürfen ja jetzt bei Lok ganz offiziell wieder ins Stadion. Dann lässt man den roten Schal halt mal zuhause und hält sich beim eventuellen Torjubel für die Gäste etwas zurück.
    So machen es derzeit doch viele Fans in der Regionalliga, zum Teil sind Gästefans im dreistelligen Bereich anwesend.

  8. 4.

    Ernsthaft?
    Sie wollen Abstiegskandidat Cottbus sehen?
    Topteam Viktoria gegen Kultclub Chemie ist doch die weitaus bessere Wahl.

  9. 3.

    Das ist doch wohl nicht euer Ernst so ein Spiel nicht zu übertragen. Es dürfen schon keine Energie Fans nach Leipzig und ihr schafft es nicht einen Livestream zu zeigen. Kein Wunder das die Fans sauer sind auf euch.

  10. 2.

    Nein, leider gibt es beim nächsten FCE-Spiel am Sonntag keinen Livestream. Aber nach Abpfiff natürlich einen ausführlichen Spielbericht hier auf rbb24.de.

  11. 1.

    Hallo rbb
    Gibt es wieder einen Livestream, oder nur am Abend, einen kurzen Bericht?

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