Collage: Andreas Luthe 1. FC Union Berlin / Rafal Gikiewicz Torwart FC Augsburg (Quelle: imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger)
Audio: Inforadio | 18.09.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger

Union Berlin startet gegen Augsburg - Auftakt mit Torwarttausch

Der 1. FC Union startet mit erlaubten 4.400 Fans im Stadion an der Alten Försterei in die neue Saison. Während Unions Ex-Keeper Rafal Gikiewicz mit dem FC Augsburg zurück nach Berlin kommt, trifft sein Nachfolger ebenfalls auf seinen Ex-Verein. Von Stephanie Baczyk

 

Der Gegner

Der FC Augsburg geht in seine 10. Bundesligasaison in Folge. Der Verein, trainiert von Heiko Herrlich, hat zwar unter anderem mit dem oft offensiven Linksverteidiger Philipp Max einen starken Freistoß- und Torschützen, sowie Top-Vorlagengeber für geschätzte zehn Millionen an die PSV Eindhoven verloren, aber die Fuggerstädter haben sich auch adäquat verstärkt. In der Defensive sind Daniel Caligiuri von Schalke 04 und Tobias Strobl von Borussia Mönchengladbach zum Team dazu gestoßen - und die neue Nummer eins im Tor ist ein alter Bekannter des 1. FC Union.

Rafal Gikiewicz stand zwei Jahre im Kasten der Eisernen - glänzte durch Paraden und Präsenz, aber auch durch eine Prise positive Verrücktheit. Der Pole sagte stets, was er dachte - eckte mit seiner Meinung auch mal an und verließ Köpenick schließlich mit Tränen in den Augen.

"Am Schluss ist es unser Anspruch, uns auf Augenhöhe mit ihnen zu befinden und auch zu messen", sagt Unions Coach Urs Fischer vor der Partie. "Wird eine schwierige Aufgabe, weil Augsburg sehr kompakt steht, eine gute Organisation hat - und vor allem im Spiel mit dem Ball Stärken besitzt. Sie haben ein unheimliches Umschaltspiel, kommen sehr gradlinig Richtung Tor mit Geschwindigkeit - und haben individuelle Qualität."

Die Form

Gegen den Karlsruher SC mussten die Köpenicker in der ersten Runde des DFB-Pokals in die Verlängerung – Neuzugang Nico Schlotterbeck traf in der 118. Minute zum entscheidenden 1:0 per Seitfallzieher nach einer Freistoß-Hereingabe von Nico Gießelmann. "Man hat es auch in Karlsruhe wieder gesehen: Wir wollen offensiv besser werden", so Kapitän Christopher Trimmel. "Die Bewegung ohne den Ball haben wir drauf, es sind auch sehr viele Spieler anspielbar. Jetzt geht’s nur noch darum, den Mut zu haben, diese Spieler anzuspielen."

Union hat die Vorbereitung mit vier Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen beendet. Dabei haben die Neuen im Team mit Linksverteidiger Gießelmann, den Innenverteidigern Nico Schlotterbeck und Robin Knoche, sowie Sebastian Griebeck und Flügelflitzer Keita Endo gute Leistungen gezeigt. Auch Sturm-Zugang Cedric Teuchert hat viel gearbeitet. "Wir müssen im letzten Drittel noch konsequenter werden", analysiert Trimmel trotzdem selbstkritisch. Und betont noch einmal, dass es auch in dieser zweiten Bundesliga-Saison für die Eisernen nur um den Klassenerhalt geht.

Das Personal

Mit dem japanischen Nationalspieler und Flügelflitzer Keita Endo und Angreifer Anthony Ujah fehlen zwei Profis angeschlagen zum Auftakt gegen Augsburg. Der noch nicht fitte Top-Neuzugang Max Kruse, der in der Vorbereitung alle Testspiele verpasste, könnte aber gegen das Team von Heiko Herrlich tatsächlich sein Debüt für die Eisernen feiern. "Startelfdebüt finde ich sehr euphorisch", so Trainer Fischer auf der Pressekonferenz vor der Partie. "Schauen wir mal, ob es für den Kader reicht."

Unioner im Fokus

Das große Thema in dieser Woche: mit Sebastian Andersson hat der Top-Torschütze der vergangenen Saison den Verein verlassen. Am Dienstag vermeldete Union den Wechsel des Schweden zum Ligakonkurrenten 1. FC Köln – laut Medienberichten sollen die Eisernen für Andersson sechs Millionen Euro kassiert haben. "Ich werde die Jungs vermissen", ließ der im Interview mit dem Fußballmagazin "Kicker" wissen. Ein bisschen Herzschmerz zum Abschied.

"Es trifft uns, weil er unser bester Torschütze war", sagt Urs Fischer. "Und es kommt noch dazu, dass unser zweiter Stürmer Anthony Ujah verletzt ist und wir gerade eigentlich keinen gelernten Stürmer im Kader haben. Aber das darf am Schluss keine Rolle spielen." Andersson passte perfekt ins Spiel des 1. FC Union, machte vorne die Bälle fest, verwertete dank seiner Kopfballstärke extrem viele Hereingaben – und war zudem zweikampfstark.

"Ich bin so ein Mensch, ich wünsche ihm alles Gute", so Christopher Trimmel. "Jetzt ist die Bühne frei für den nächsten Spieler, das war bei Union immer so. Klar wird sich das Spiel ein Stück weit ändern, du kannst jetzt einen Cedric (Teuchert, Anm.d.Red.) nicht immer hoch anspielen, wie du es bei einem Seb gemacht hast – wir werden dran arbeiten."

Besonderheiten

Das Duell gegen Augsburg könnte locker auch unter dem Titel "Torwarttausch" laufen. Während Unions Rafal Gikiewicz seit dieser Saison beim FC Augsburg unter Vertrag steht, ist Augsburgs Ex-Keeper Andreas Luthe jetzt die neue Nummer eins in Köpenick. "Wenn ich ihn beschreiben müsste: Er ist wirklich ein Torwart, der wirklich ne Ruhe ausstrahlt und das ist genau das, was für uns auch wichtig ist. Er versteht es aber auch zu pushen", sagt Coach Fischer über Luthe - und fügt auf Nachfrage hinzu: "Sie sind beide sehr gute Torhüter."

Gikiewicz hätte sich im Sommer gerne vor Publikum aus der Alten Försterei verabschiedet - jetzt kehrt er vor Publikum zurück. Gegen den FCA sind 5.000 Menschen im Stadion erlaubt, darunter 4.400 Fans.

Sendung: Inforadio, 19.09.2020, 21:30 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

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