Herthas Sportdirektor Arne Friedrich ruft den Spielern etwas zu (Quelle: imago images/osnapix)
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Video: rbb UM6 | 13.09.2020 | Simon Wenzel | Bild: imago images/osnapix

Nach Pokal-Aus - Hertha-Sportdirektor Friedrich vermisst "typischen Anführer"

Arne Friedrich findet nach dem Pokal-Aus in der ersten Runde im rbb-Sport-Podcast "Hauptstadtderby" klare Worte. Der Hertha-Sportdirektor über Schwachstellen, die Gefühlslage von Bruno Labbadia - und die Transfergerüchte um Jhon Cordoba.

Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich vermisst im Team des Berliner Fußball-Bundesligisten einen Leader. "Diese typischen Anführer, die fehlen uns", sagte Friedrich in der neuen Folge des rbb-Sport-Podcast "Hauptstadtderby" (ab Montagfrüh in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt). "Wir haben sehr, sehr viel Talent im Kader", so der 41-Jährige, der einst selbst Hertha-Kapitän war. Es fehle aber "auch mal eine Drecksau".

"Nach hinten war es desolat"

Für den ehemaligen Nationalspieler, der seit Oktober 2019 wieder bei Hertha BSC ist, war das Aus gegen Braunschweig in der 1. Runde des DFB-Pokals nach seiner Aussage "eines der schlimmsten Spiele, die ich in letzter Zeit erlebt habe." Bei der 4:5-Niederlage gegen Zweitliga-Aufsteiger Braunschweig hätten die Berliner nach vorne "echt gut gespielt. Nach hinten war es desolat." Das sorgt auch bei Bruno Labbadia offenbar für Sorgenfalten. "Unserem Trainer setzt das richtig, richtig zu", so Friedrich.

An ihren Zielen halten die Berliner dennoch weiter fest. "Natürlich haben wir Ansprüche, langsam nach oben zu klettern. Das ist ja ganz klar. Dennoch müssen wir eine neue Struktur bauen", erklärte Friedrich. Nach den Abgängen von erfahrenen Spielern wie Vedad Ibisevic, Salomon Kalou und Per Skjelbred sei eine Lücke entstanden, "die man erstmal füllen muss".

"Fels" Boyata und Torunarigha fehlten

Im Pokalspiel am Freitagabend musste Hertha auf wichtige Spieler verzichten. "[Dedryck] Boyata ist unser Fels. Das muss man ganz ehrlich sagen. Der hat gefehlt. Auch Jordan [Torunarigha], der in der letzten Saison richtig gute Leistungen gezeigt hat. Das sind Leute, die uns natürlich gefehlt haben", so Friedrich.

"Nichtsdestotrotz muss man ganz klar sagen: Mit den Spielern, die wir auf dem Platz hatten, darfst du das Spiel nicht verlieren. Wir waren auf jeder Position definitiv besser besetzt. Ich würde auch der Mannschaft nicht absprechen, dass sie es nicht versucht hat. Der Charakter ist da, die Jungs sind zurückgekommen und ich hatte eigentlich auch immer das Gefühl, wir reißen das Ding."

Die Gerüchte um eine mögliche Verpflichtung von Kölns Stürmer Jhon Cordoba wollte der Sportdirektor weder bestätigen noch dementieren. "Natürlich würde er zu Hertha BSC passen, denn so einen Spielertypen hat Hertha nicht", so Friedrich.

Sendung: rbb24, 13.09.2020, 21:45 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Die Hertha sucht einen Anführer?
    Dass das Preetz nicht ist, hat er schon das eine um das anderer Mal gezeigt.
    Das Festhalten an diesem Mann wird schon langsam peinlich.

  2. 8.

    Bitte nicht Cordoba! Vielleicht ist es ein Typ, den Hertha nicht hat, aber sportlich bringt er das Team nicht voran.

  3. 7.

    Jetzt kann Hertha nur noch Jürgen Klinsmann helfen ! Sorry da muss ich selber drüber lachen !

  4. 6.

    Hertha hat doch bereits seit Jahren einen "Richtigen Anführer", oder Herr Preetz ? ;-)

  5. 5.

    .....dennoch müssen wir eine Struktur aufbauen......
    Was soll diese Phrase ? steht die Struktur nicht am Anfang eines Umbaus ?
    also in JEDER Firma.
    Wo will ich hin und wie will ich es erreichen.
    Ausser bei Hertha !

  6. 4.

    Tja Herr Friedrich , ihrer Analyse stimme ich zu 100%zu! Mir stellt sich nur , seit Beginn ihrer Amtszeit , die Frage : Was macht eigentlich der Sportkamerad A.Friedrich um die Situation zu verbessern? Schöne Livestyle Fotos in den sozialen Medien abzusetzen wird nicht reichen!!

  7. 3.

    Ein sportdirektor fordert. Okay, aber ist ein sportdirektor nicht auch mitverantwortlich für dein Einkauf neuer Spieler für die Saison? Ich denke schon, sonst wäre er wohl überflüssig im Management. Sich also hinzustellen und einen Führungsspieler einfordern nachdem man groß eingekauft hat zeigt doch eigentlich nur, dass er irgendwas falsch gemacht oder garnicht beteiligt war. Beides lässt tief blicken, was in der Führungsetage so abläuft.

  8. 2.

    Hertha hat sich nach durchweg guten Nachrichten schon Richtung Europa-League gesehen. Nach nur einem Spiel ist die Realität zurück.

  9. 1.

    Warum hat man denn den Leitwolf aussortiert und in Schalke anheuern lassen? Für das Geld, das er dort bekommt, hätte man ihn auch hier noch eine Zeit lang einsetzen können.
    Zumindest, bis eine neue Struktur in der Mannschaft herausgebildet ist.

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