Union-Präsident Dirk Zingler (Bild: imago images/Matthias Koch)
Audio: Sportschau | 21.09.2020 | Interview von Jessy Wellmer | Bild: imago images/Matthias Koch

Verein arbeitet weiter an höherer Auslastung - Union testet Veranstaltung ohne Abstand am 25. Oktober

Anfang Juli überraschte Union Berlin mit dem Vorhaben, alsbald möglich wieder vor vollen Zuschauerrängen zu spielen. Massentests sollten es möglich machen. Es hagelte Kritik, dann wurde es still. Doch der Klub hält an der Idee fest und hat für einen Test ein Datum im Visier.

Der 1. FC Union Berlin plant weiterhin, sein Stadion An der Alten Försterei alsbald wieder zu 100 Prozent auszulasten. Das sagte Union-Präsident Dirk Zingler im Gespräch mit Sportschau-Moderatorin Jessy Wellmer.

Demnach wolle der Verein am 25. Oktober eine "Veranstaltung ohne Abstand durchführen - mit präventivem Test". Das wäre einen Tag nach dem Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg. Im Gegensatz zu den früheren Plänen des Vereins ändert sich dabei ein entscheidendes Detail, so Zingler: "Wir werden keine PCR-Tests durchführen, wie es vor sechs Wochen geplant war, sondern wir haben neue Angebote über Schnelltests und das werden wir der Politik und den Behörden vorstellen und dann hoffen wir, dass es genehmigt wird."

Solidarische Lösung

Das Ziel sei demnach, das entsprechende Testverfahren in "die bestehende Eindämmungsverordnung zu bekommen." Denn, so Zingler: "Die Frage ist, was ist risikovoller - Abstand, der nur mäßig eingehalten wird (…) oder Lösungen zu suchen, wo kein Abstand notwendig ist?"

Derzeit gibt es nach einem Beschluss der Länder eine Testphase, bei der die Stadien mit 20 Prozent der Zuschauerkapazität gefüllt werden dürfen. Immer vorausgesetzt, das aktuelle, regionale Infektionsgeschehen erfordert keine härteren Maßnahmen. So etwa fand das Eröffnungsspiel der Bundesliga am vergangenen Freitag zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 ohne Zuschauer statt. Auch die Partie Köln gegen Hoffenheim wurde kurzfristig vor leeren Rängen absolviert.

Zu den Vorwürfen gegenüber Unions Vereinsführung, die Vorstöße zur Massentestung seien populistisch und unsolidarisch, da sie an anderer Stelle fehlen würden, entgegnete Unions Präsident: "Ich finde es hoch solidarisch, für die Gesellschaft nach Lösungen zu suchen." Und: "Ich glaube, dass in den letzten Wochen viele Millionen Tests durchgeführt wurden für die Reiserückkehrer, punktuell. Ich glaube, der Wert daraus war sehr überschaubar." Zudem sei er nach wie vor der Überzeugung, "dass es immer genug Tests gab."

Wirtschaftlicher Schaden "im zweistelligen Millionenbereich"

Zumindest bei den Anhängern von Union wird der Verein damit auf Sympathie stoßen. Aus dem Umfeld des Klubs war immer wieder zu vernehmen, die Losung in der Zuschauerfrage müsse lauten: alle oder keiner.

Auch für diese Haltung fand Zingler im Gespräch mit Jessy Wellmer klare Worte: "Fußball ohne Menschen ist am Ende nur ein Spiel. Und wir wissen ja, dass Fußball viel, viel mehr ist. (…) Die Menschen treffen sich im Stadion, die haben dort ihre soziale Mitte, ihre sozialen Kontakte."

Aber auch finanziell wiegt das Fernbleiben der Zuschauer schwer. So bezifferte Zingler den wirtschaftlichen Schaden durch Corona "sicherlich im zweistelligen Millionenbereich".

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version hatte dieser Beitrag eine missverständliche Formulierung in der Überschrift. Wir bitten die Ungenauigkeit zu entschuldigen.

Sendung: rbb UM6, 21.09.2020, 18:15 Uhr

55 Kommentare

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  1. 55.

    Na ihr Bekannter ist ja ein richtiger Fuchs.

  2. 54.

    Meine letzte Antwort wurde ebenfalls nicht veröffentlicht, wohl weil es hier ziemlich off topic gegangen ist. Trotzdem hoffe ich, dass der zuständige Redakteur diese, meine letzte Antwort zum Thema freischaltet.


    Sie, Negan, maßen sich per Ferndiagnose an, über einen damals 18-Jährigen den Stab zu brechen. Dabei kennen Sie diesen Menschen wenn dann überhaupt nur aus den Medien. Die Gründe für eine Verflichtung zum Zeitsoldaten, auch beim Wachregiment, waren divers. Ich persönlich kenne jemanden, der sich ebenfalls dort verpflichtete und weit von einem "Hundertprozentigen" entfernt war. Er hat den Verantwortlichen erzählt was sie hören wollten, weil er ein ambitionierter und meinetwegen auch etwas opportunistischer Typ war und für sich eine Karriere plante. Ziel war es, nach dem Dienst schnellstmöglich 'den Meister zu machen' und so schon in jungen Jahren etwas besser als der 'normale' DDR Arbeiter dazustehen. Daraus kann man ihm heute keinen 'Strick drehen', bin ich der Meinung.

  3. 53.

    Der RBB24 hat aus welchem Grunde auch immer meine letzte Antwort nicht veröffentlicht.
    Hier mal der Link welche Aufgaben dieses Regiment hatte.
    https://www.bstu.de/informationen-zur-stasi/themen/beitrag/das-wachregiment-des-mfs-feliks-e-dzierzynski/
    und wie war das eigentlich wenn er während dieser Zeit zum Spiel zu Union ging?
    Hat er etwa auch noch eine Zivilerlaubnis mit Mielkes Truppe ausgehandelt oder ist er mit dem Namen des Regiments am Arm ins Stadion gegangen?
    Im Übrigen hat ihn ja eine große Zeitung seiner Zeit der Lüge überführt.
    Ob er auch noch ein Spitzel war ist nicht überliefert und wurde von mir auch nicht behauptet oder wissen sie da mehr?
    Fakt ist dass euer Dirk sich bewusst für den Dienst in diesem Regiment verpflichtet hat und die zu schützen die er doch eigentlich als Unioner hasste.
    Bleiben sie schön naiv!

  4. 52.

    Zitat: "Was ihren Präsidenten Zingler betrifft dürfte ihnen seine MfS- Vergangenheit wohl nicht entgangen sein."

    Was Sie glauben oder nicht ist irrelevant, Negan. Fest steht, Zingler diente als 18-Jähriger als Zeitsoldat beim Wachregiment "FD", da dies die einzige Möglichkeit war den Dienst in Berlin abzuleisten. Dieses Regiment unterstand aus organisatorischen Gründen dem MfS, weil die Stationierung von militärischen Streitkräften in Berlin aufgrund des Vier-Mächte-Abkommens verboten war.

    Dieses Regiment hatte, wie der Name schon sagt, die Hauptaufgabe Objekte zu bewachen. Eine Verpflichtung zu Spitzeltätigkeiten, die Sie hier offenbar versuchen Zingler zu unterstellen, war keine Voraussetzung um dort zu dienen.

    Wenn Sie Fakten oder auch nur Indizien für eine Verstrickung ZInglers in Stasi-Aktivitäten vorbringen können, nur raus damit. Ansonsten einfach mal . . .

  5. 51.

    Oh sorry,
    das galt unserem Gerdchen.
    Meine Antwort für sie hat rbb24 garnicht veröffentlicht oder da ist generell was schief gelaufen.

    Gruß

  6. 50.

    Kann es sein,dass sie dem falschen geantwortet haben?
    Ich halte es eher mit Hertha. ;)

  7. 49.

    Kann es sein dass sie immer etwas aufgeregt sind wenn jemand mal gegen ihren FCU atmet?
    Das kann dann schon irgendwann zu gesundheitlichen Schäden führen. Glauben sie mir!
    Was meinen Kommentar betrifft sollten sie diesen nochmals gaaaanz in Ruhe lesen!
    Vlt. werden sie feststellen dass ich nicht von Klinken putzen seitens Union geschrieben habe.
    Bei Union putzt aber auch niemand Klinken.
    Es ist auch schön für Union dass dieser Verein keine Investoren nötig hat .Klar..... Union schwimmt ja auch in Geld.
    Und ehrlich gesagt..... das Einzige was fanorientiert ist gegenüber anderen Vereinen ist die billige Bratwurst oder bezahlt der Unioner keinen Eintritt? Weihnachtssingen kann man auch in der Kirche falls dieserSpruch jetzt von ihnen wieden kommen mag.
    Was ihren Präsidenten Zingler betrifft dürfte ihnen seine MfS- Vergangenheit wohl nicht entgangen sein.
    Ich höre jetzt schon wieder dass er ja nur Wache vor dem Krankenhaus gestanden hat.
    Ich hingegen glaube ihm kein Wort.


  8. 48.

    Und sie sind der schlauste Unioner von allen? Es geht auch ohne Beleidigung und nur mit Argumenten. Ist gar nicht so schwer.

  9. 47.

    An alle... hört auf zu heulen das geht mir langsam auf den Sack.
    Zingler.... TESTET..... und das ist gut so.

  10. 46.

    Zitat: "Es kann doch keiner dafür dass sich kein Investor
    für Union interessiert.
    Hängt vlt. auch mit der Vergangenheit des Präsidenten zusammen."

    Also, jetzt wirds hier wirklich dumm, um nicht zu sagen saudumm, Negan. Wenn der FCU "Klinkenputzen" gehen würde, was er, nebenbei bemerkt, nicht nötig hat und was auch dem gennerellen Verständnis der Verantwortlichen wie ein solider, fanorienter Verein geführt werden sollte absolut zuwider ist, würden "Heuschrecken" Schlange stehen. Es ist eine Frage des Prinzips. Wobei ich, das sei noch bemerkt, "Ihren" Investor nicht unbedingt als "Heuschrecke" ansehe.

    Ihre Andeutung gegenüber Dirk Zingler können Sie gerne mal mit Fakten unterfüttern. Wenn Sie das nicht können, sollten Sie sich dbzgl. zurückhalten, Negan!

  11. 45.

    Irgendwann wird Union auch die Hand aufhalten, wenn einer mit den Euros winkt. Und das gerede von dem besonderen Verein, der familieren Atmosphäre usw. Haben sie alle kein zu Hause? Ich gucke auch sehr gerne Fußball, es ist aber einfach nur Fußball.

  12. 44.

    Es kann doch keiner dafür dass sich kein Investor
    für Union interessiert.
    Hängt vlt. auch mit der Vergangenheit des Präsidenten zusammen.
    Im übrigen nimmt sich dieser Verein einfach zu wichtig.
    Mir zumindest wäre Bein 4:0 im Oly Bein Derby nicht langweilig gewesen.
    In diesem Sinne
    U. N. V. 4:0

  13. 43.

    Ihnen ist der Unterschied zwischen einem, wenn auch wichtigen Hauptsponsor von insgesamt über 3000 Sponsoren eines eingetragenen Vereins und einer wirtschaftlichlich bestimmenden Beteiligung in Höhe von 66,6 % an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA geläufig?
    Falls nicht, warten Sie bis dem Herrn Finanzinvestor genau so langweilig wird wie den meisten Zuschauern im Oly ;-)

  14. 42.

    Herr Zingler träumen Sie weiter. Man kennt das ja schon von Ihnen. Sie sind ebend auch so ganz anders.

  15. 40.

    Ihr könnt euch ja alle aufregen. Denkt aber immer daran dass es Unioner sind die das testen wollen.
    Lasst sie bitte machen!!!!!!!!!!

  16. 39.

    Ja genau, der FCU arbeitet gerade daran ein mutiges Konzept zu entwickeln, welches ihm nicht wenig Gegenwind einbringt, weil dort ja die größten Heulsusen und Angsthasen Fussballdeutschlands das Sagen haben. Und natürlich sind auch die Fans der Köpenicker als Weckducker und wenig meinungsfreudig bekannt. Oh wei, uwe b!

  17. 37.

    Gucken Sie sich bitte den Hauptsponsor von Union genau an. Mit Moral und Windbeutel brauch hier keiner kommen. Das ist alles kapitalistisches Geld. Und Geld brauch der Verein aus dem Osten auch, eher mehr als weniger.

  18. 36.

    @Knick, Spandauer und Rumpelfussballer

    Kruse wurde zu einem Zeitpunkt verpflichtet als bereits feststand, dass auf unabsehbare Zeit nicht mit festen Zusachauereinnahmen gerechnet werden kann. Sie können also davon ausgehen, dass der FCU Kruses Engagement solide durchgerechnet hat. Alles weitere siehe HGs Beitrag #33

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