Trainer Urs Fischer beim Training des 1. FC Union. / imago images/Contrast
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DFB-Pokal - Union erwartet "richtig eklig" spielende Karlsruher

So richtig eindeutig ist die derzeitige Formkurve von Union Berlin noch nicht. Und so wird das Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Zweitligist KSC zur Reifeprüfung für die Eisernen. Max Kruse wird dabei noch keine Rolle spielen. Von Lukas Scheid

Der Gegner

Union-Trainer Urs Fischer erwartet am Samstag (18:30 Uhr) gut organisierte und zweikampfstarke Karlsruher, die "richtig eklig" immer wieder versuchen, den Gegner anzulaufen und Druck auf den Ball zu machen. Auch die Gefahr bei Standards dürfen die Unioner nicht unterschätzen: Der KSC hat hochgewachsene Angreifer wie den Senegalesen Babacar Gueye oder Philipp Hofmann. Nachdem Karlsruhe in der vergangenen Saison erst am letzten Spieltag den Klassenerhalt für die zweite Liga sichern konnte, spielten die Badener eine äußerst erfolgreiche Saisonvorbereitung. Von acht Testspielen verloren sie keines und gewannen fünf. Die Köpenicker erwartet demnach ein Gegner in Topform.

Die Form

Auch Union Berlin sammelte während der Saisonvorbereitung Selbstvertrauen und gewann von sieben Testspielen immerhin vier. Bei den beiden Niederlagen gegen WSG Tirol und den 1. FC Köln wirkte die Mannschaft jedoch blutleer und unorganisiert. Die letzte Wasserstandsmeldung war der 2:1-Testspielsieg gegen den 1. FC Nürnberg, allerdings fehlten die Nationalspieler und einige Verletzte. Die Herausforderung für Trainer Urs Fischer wird sein, möglichst schnell Routine in die Mannschaft zu bringen und eine Entwicklung in Gang zu bringen. Das Spiel gegen Karlsruhe dürfte ein erster Gradmesser für diese Entwicklung sein.

Personal

Weil die Nationalspieler in den Reihen der Unioner erst nach und nach zurück nach Berlin gekommen sind, standen in dieser Woche vor allem individuelle Trainingsprogramme auf dem Plan. Beim ersten Mannschaftstraining nach der Länderspielpause fehlten zudem noch einige Akteure. Auf der Verletztenliste stehen weiterhin Keita Endo und Anthony Ujah. Neuzugang Max Kruse hat zwar erstmals wieder mit der Mannschaft trainiert, befindet sich allerdings noch im Aufbau und wird somit keine Option für das Pokalspiel gegen den KSC sein. Ob Robert Andrich nach genesener Muskelverletzung am Samstag spielt, wird das Trainerteam erst nach dem Abschlusstraining entscheiden. Auf der Linksverteidigerposition wird definitiv Neuling Niko Giesselmann spielen, da Christopher Lenz für das Erstrundenspiel gesperrt ist.

Unioner im Fokus

Max Kruse war wohl der aufsehenerregendste Transfer der Unioner in diesem Sommer. Auch wenn er gegen den KSC zunächst noch nicht spielen wird, kann sein Trainer es kaum erwarten, endlich auf den 32-Jährigen zurückzugreifen. Auf den Schweden Sebastian Andersson dagegen muss Fischer in Zukunft womöglich verzichten, denn die Wechselgerüchte halten an. Glasgow, Newcastle, Sheffield - einige Premier League-Klubs werden mit dem 29-Jährigen in Verbindung gebracht. Ausgang offen.

Besonderheiten

In der Theorie würde das Spiel eine besondere Brisanz durch die Fanfreundschaft zwischen dem KSC und Unions Hauptstadtrivale Hertha BSC bieten. Doch weil Auswärtsfans derzeit nicht erlaubt sind und auch voraussichtlich nur 450 KSC-Fans ins Wildparkstadion dürfen, dürfte er Derby-Charakter ausfallen.

Sendung: rbb UM6, 09.09.2020, 18:45 Uhr

Beitrag von Lukas Scheid

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