Trainer Dirk Lottner (Quelle: dpa/Oliver Dietze)
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Audio: inforadio | 14.09.2020 | Andreas Friebel | Bild: dpa/Oliver Dietze

Dirk Lottner als neuer Energie-Trainer vorgestellt - Erfolgreich, offen, ehrlich will er sein

Seit Freitag hat der Fußball-Viertligist FC Energie Cottbus einen neuen Trainer - Dirk Lottner. Drei Tage später wurde der Ex-Bundesliga-Profi in der Lausitz offiziell vorgestellt und sprach über Ziele und Gründe seines Engagements. Von Friedrich Rößler

Als "gerade frisch eingetroffen" präsentierte der FC Energie Cottbus seinen neuen Cheftrainer Dirk Lottner am Montag auf einer Pressekonferenz. Schelmisch blickend saß er da, der "echte Kölsche Jung", der an die Qualität der Mannschaft glaube, wie er sagt.

Energie-Fans dürfte das wegen des vorletzten Tabellenplatzes und vier Niederlagen aus den ersten fünf Saisonspielen etwas schwerer fallen, doch der 48-Jährige versprühte so etwas wie Aufbruchstimmung vermischt mit Arbeitercharme während seiner halbstündigen Vorstellung - Stichwort: anpacken.

Bevor sich Dirk Lottner den Fragen der anwesenden Journalisten stellte, ergriff der ehemalige Bundesligaspieler selbst das Wort und sprach von einer spannenden Aufgabe, von Neuland für ihn und natürlich davon, dass er mit seiner Mannschaft in andere Bereiche wolle. Das funktioniere aber nur mit- statt gegeneinander. Und auf die üblichen Fußballfloskeln folgte dann das mögliche Credo einer Lottnerschen Trainerphilosophie in Cottbus: "Ich will hier erfolgreich, offen und ehrlich sein."

Wunschkandidat Lottner

Dass der Kölner überhaupt seinen Weg in die Lausitz und die Regionalliga Nordost fand, sei schon vor zehn Tagen beschlossen worden sein. Für Energies sportlichen Leiter Sebastian König stand schon nach dem ersten Treffen fest: Lottner wird es sein. König hatte einen menschlich korrekten Coach gesucht, der erfolgreich im Leistungsnachwuchs gearbeitet hatte und an die Qualität der Mannschaft glaubt.

Dirk Lottner trainierte drei Jahre lang die U17-Nachwuchsmannschaft des 1. FC Köln, auch für die U21 war er als Chefcoach tätig. Nach kurzer Zeit beim Drittligisten Hansa Rostock 2014 folgte eine Beschäftigung beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken. Dort verpasste er zwei Mal knapp den Aufstieg. Als sich das im Dezember 2019 nach Niederlagen gegen direkte Aufstiegskonkurrenten zu wiederholen drohte, verlor er im Saarland seine Anstellung, obwohl sein Team immer noch auf Platz eins in der Tabelle und im Achtelfinale des DFB-Pokals stand.

Eine Bilanz, die auch seinen neuen Spielern bekannt ist. "Jeder von uns Spielern kennt den Namen. Wir wissen, was für Arbeit er in Saarbrücken geleistet hat. Dementsprechend ist auch jeder froh, mit so einem Trainer zusammenarbeiten zu dürfen“, sagte etwa Kapitän Jan Koch gegenüber dem rbb.

Malochen, anpacken, schmutzig machen

Angesprochen auf seinen ersten Eindruck in Cottbus redete Lottner von fehlendem Selbstvertrauen, welches er dem Team schon wieder beibringen werde. "Um Punkte zu holen, müssen wir richtig malochen, anpacken, uns dreckig und schmutzig machen." Danach werde die Leichtigkeit schon von ganz alleine zurück kehren. Der Fußballspieler Lottner habe nur positive Erinnerungen an Cottbus. "Ich erinnere mich an tolle Tore und eine tolle Stimmung im Stadion." In der Saison 2000/01 erzielte der "Herr des ruhenden Balls", wie ihn die Kölner Anhängerschaft bis heute glorifiziert, ein Tor im Stadion der Freundschaft, eine Saison später sogar zwei.

Ähnlich seiner Spielmacher-Position als aktiver Fußballer beim 1. FC Köln und dem MSV Duisburg wolle der Cottbus-Trainer Lottner auch das Spiel seiner Mannschaften ausrichten: geradlinig nach vorne, kurz passend, mutig verteidigend. "Ich bin nicht hier her gekommen, um Cottbus zu retten und dann nächstes Jahr im Mittelfeld zu landen." Das Wort Aufstieg vermied er jedoch, gab aber trotzdem eine Zielvorgabe aus: Bis Weihnachten wolle Dirk Lottner aus der Gefahrenzone klettern. Der erste Schritt dafür könnte schon ein Sieg gegen den Rivalen SV Babelsberg 03 am Sonntag in Potsdam sein.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 14.09.2020, 19:30 Uhr

Beitrag von Friedrich Rößler

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4 Kommentare

  1. 4.

    Na ja, in diesem Artikel geht es doch darum, dass ein neuer Trainer vorgestellt wird. Nicht mehr und nicht weniger. Alles Gute aus Berlin nach Cottbus!

  2. 3.

    Was machen eigentlich Lausitzer Rundschau und rbb? Wieso gibt es keine Artikel, die diese Fragen ans Land und die Stadt Cottbus stellen? Wieso wird nirgendwo darauf hingewiesen, dass Brandenburg das einzige ostdeutsche Bundesland ist, dass trotz lachhaft geringem Infektionsgeschehen keine Freiluft-Sportveranstaltungen über 1.000 Mann zulässt?

    Lottner kann so gut sein wie er will, wenn Chemnitz und Konsorten mit 3.000 bis 5.000 Mann spielt in der Regionalliga, dann werden wir nicht über das Mittelfeld hinaus kommen.

    Der nicht existente Rückhalt aus der Politik ist eine Schande für dieses Bundesland! Also, bitte rbb, bringen Sie dieses Thema endlich in die Diskusion...

  3. 2.

    Herzlich Willkommen und viel Glück, Herr Lottner!

  4. 1.

    Klasse Vorstellung. Die Unterstützung der Fanbasis ist dem neuen Trainer Gewiss. Wir drücken die Daumen. Auf geht’s!
    PS: Und jetzt bitte Umdenken bei der Stadt Cottbus: was bei Union Berlin möglich ist (4.900 Zuschauer) sollte bei einem vergleichbar großen Stadion auch in Cottbus möglich sein. Die Stadt muss Voraussetzungen schaffen und zusammen stehen um nicht unterzugehen! Gibt es eigentlich noch einen Oberbürgermeister in Cottbus ? :(

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