Collage: Hertha BSC Trainer Bruno Labbadia / Cedric Teuchert 1. FC Union (Quelle: imago images/Michael Schwarz/Matthias Koch)
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Vor dem Pflichtspiel-Auftakt - Union jubelt bei Generalprobe mit Fans, Hertha verliert beim HSV

Es waren große Emotionen bei der Pflichtspiel-Generalprobe des 1. FC Union gegen Nürnberg. Erstmals seit 188 Tagen waren wieder Fans im Stadion An der Alten Försterei - und sorgten für eine besondere Stimmung. Auch sportlich lief es. Ganz anders sah es bei Hertha BSC aus.

Es war ein glücklicher Christian Arbeit, der nach dem Spiel vor die Kamera des rbb trat, während 4.500 Fans im Stadion An der Alten Försterei noch lautstark sangen. "Es ist ein unbeschreibliches Gefühl gewesen. Schon als der erste Spieler den Platz betreten hat und die Torhüter zur Erwärmung rausgekommen sind", sagte der Geschäftsführer Kommunikation des 1. FC Union - und: "Man hat gespürt, wie sich die Menschen danach gesehnt haben."

Die Pflichtspiel-Generalprobe des Fußball-Bundesligisten am Samstag gegen den 1. FC Nürnberg war das erste Heimspiel der Köpenicker mit Zuschauern seit 188 Tagen - und so geriet der rein sportliche Teil am Ende fast in den Hintergrund. Mit 2:1 (0:0)-Sieg besiegte das Team von Trainer Urs Fischer den Zweitligisten aus Franken. Marcus Ingvartsen (51./64. per Foulelfmeter) traf für Union, zwischenzeitlich erzielte Nikola Dovedan (52.) den Ausgleich.

Fischer: "War ein gutes Gefühl"

In der ersten Halbzeit ließ Union zweimal aufhorchen, ansonsten kam von beiden Teams zunächst wenig. Christian Gentner (14.) und Grischa Prömel (20.) scheiterten mit guten Chancen an Nürnbergs Schlussmann Christian Mathenia. Nach der Pause wurden die Gäste dann gefährlicher und hatten durch Pascal Köpke und Johannes Geis (50.) auch gleich eine doppelte Möglichkeit. Berlins neuer Torwart Andreas Luthe war aber auf dem Posten. Nach dem zweimaligen Rückstand gaben sich die Franken nicht auf und rannten weiter an - auch wenn Union insgesamt mehr Spielanteile besaß.

"Die erste Hälfte war gut. Da hatten wir ein klares Chancenplus und müssen in Führung gehen", analysierte Union-Trainer Urs Fischer. Die zweite Halbzeit sei dann ausgeglichener - und er "in zwei, drei Aktionen nicht ganz einverstanden gewesen. Die muss ich mir nochmals anschauen." Auch der 54-jährige Schweizer zeigte sich glücklich über die Teil-Rückkehr der Fans. "Es war ein gutes Gefühl. Es war auch schon Gänsehaut mit dabei, auch wenn das Stadion nicht voll war. Es tut einfach gut, wenn man Zuschauer im Stadion hat", sagte er.

Hygienereferent ist "beeindruckt"

Möglich geworden war das Zuschauer-Comeback dank der neuen Corona-Verordnung des Landes Berlin, die seit dem 1. September Freiluftveranstaltungen mit bis zu 5.000 Besuchern gestattet. Laut dem zuständigen Hygienereferenten Denis Hedeler, der im Stadion war, habe Union "die hygienerelevanten Vorgaben hervorragend umgesetzt". Er sei "besonders beeindruckt" von den Fans, "die die notwendigen Maßnahmen annehmen und die Hygieneregeln einhalten".

Ähnlich wie gegen Nürnberg will Union auch zum Bundesliga-Auftakt am 19. September (15.30 Uhr/Sky) gegen den FC Augsburg vorgehen, wenn wieder bis zu 5.000 Zuschauer erwartet werden. Davor reisen die Berliner am kommenden Samstag (18.30 Uhr) in der ersten DFB-Pokal-Runde zum Zweitligisten Karlsruher SC.

Dritte Niederlage im vierten Test für Hertha

Für das Team von Hertha BSC, das seinerseits zum Heimspiel-Auftakt mit 4.000 Fans im Olympiastadion plant, verlief die Generalprobe beim Hamburger SV sportlich derweil weitaus weniger erfolgreich. Das 0:2 (0:2) in Hamburg bedeutete die dritte Niederlage im vierten Testspiel für das Team von Trainer Bruno Labbadia. Die Berliner zeigten sich im Vergleich zum 0:4 gegen Eindhoven vor Wochenfrist stark verbessert, konnten aber aus ihren Möglichkeiten kein Kapital schlagen. Die Tore für den HSV erzielten im leeren Volksparkstadion Aaron Hunt per Handelfmeter (7. Minute) und Lukas Hinterseer (34.).

Hertha war angesichts der zahlreichen Nationalmannschafts-Abstellungen ersatzgeschwächt in die Hansestadt gereist. Neben Dedryck Boyata fehlte auch noch Defensivkollege Niklas Stark mit einem Infekt. Dafür standen die drei niederländischen U21-Nationalspieler Javairo Dilrosum, Deyovaisio Zeefuik und Daishawn Redan in der Anfangsformation, die nicht zum Länderspiel in Belarus abgestellt werden mussten.

Mittelstädt: "Letzter Zug Richtung Tor hat gefehlt"

"Ich glaube, dass wir gut begonnen haben - und dann durch zwei echt unglückliche Gegentore in Rückstand geraten sind", sagte Maximilian Mittelstädt, den Labbadia auf der für ihn ungewohnten Sechser-Position aufbot. In der Folge habe das Team sich zwar Chancen herausgespielt, aber "der letzte Pass und der letzte Zug Richtung Tor hat gefehlt".

Sechs Tage bleiben nun noch, um diese Defizite vor dem Pflichtspiel-Start in der ersten Pokal-Runde bei Eintracht Braunschweig (Freitag, 20:45 Uhr) zu beheben. "Klar war es der letzte Härtetest, aber gegen Braunschweig müssen wir ein anderes Gesicht zeigen", sagte Mittelstädt.

Sendung: rbb24, 05.09.2020, 21:45 Uhr

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