Speerwerfer Johannes Vetter beim Istaf. / imago images/Chai v.d. Laage
imago images/Chai v.d. Laage
Video: rbb24 | 13.09.2020 | Birgit Hofmann | Bild: imago images/Chai v.d. Laage

Leichtathletikfest Istaf - Speerwerfer Vetter siegt erneut, Weitspringerin Mihambo Zweite

Vor 3.500 Zuschauern hat am Sonntag zum 79. Mal das Leichtathletik-Fest Istaf im Berliner Olympiastadion stattgefunden. Die ganz großen sportlichen Glanztaten blieben dabei aus - starke Leistungen und glückliche Athleten gab es aber trotzdem.

Es war ein sichtbar glücklicher Johannes Vetter, der am frühen Sonntagabend nach dem Wettkampf zum ARD-Interview kam. "Das war der beste Saisonabschluss, den ich mir hätte vorstellen können", sagte der 27-jährige Offenburger. Souverän hatte er zuvor im Berliner Olympiastadion vor 3.500 Zuschauern den Speerwurf-Wettbewerb beim Istaf gewonnen. Es war bereits sein vierter Erfolg bei dem prestigeträchtigen Leichtathletik-Meeting.

Mit 87,26 Metern kam er dabei allerdings nicht an die Fabel-Weite heran, die ihm vor einer Woche im polnischen Chorzow gelungen war. Auf 97,76 Meter hatte er den Speer da geschleudert. Es war der zweitbeste Wurf der Geschichte. "Ich bin echt kaputt. Es waren jetzt zehn Wettkämpfe in sechs, sieben Wochen", sagte er nun - und: "Ich krieche ein bisschen auf dem Zahnfleisch. Trotzdem nochmal 87 Meter zu werfen, war echt enorm."

Zuschauer beim ISTAF im Berliner Olympiastadion (Quelle: dpa/Soeren Stache)
3.500 Zuschauer konnten das ISTAF im Olympiastadion live verfolgen. | Bild: dpa/Soeren Stache

Mihambo nur auf Platz zwei

Wie für Vetter bildete das Event in Berlin auch für viele weitere Athleten das Ende der Wettkampf-Saison. Doch nicht für alle lief es so rund wie für den Beinahe-Weltrekordler. Die Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo etwa musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Noch am Dienstag hatte die 26-Jährige in Dessau mit 7,03 Metern eine neue Weltjahresbestleistung aufgestellt - nun reichte es nur zu 6,77 Metern. "Das ist eine gute Leistung, obwohl ich schwer in den Wettkampf gekommen bin", sagte sie dennoch.

Nur knapp verpasste der zweimalige Weltmeister Karsten Warholm aus Norwegen einen neuen Weltrekord über 400 Meter Hürden. Der 24-Jährige gewann in 47,08 Sekunden überlegen vor Rasmus Mägi aus Estland (49,22) und David Kendziera aus den USA (50,28). Somit bleibt der älteste Lauf-Weltrekord bestehen. Der US-Amerikaner Kevin Young lief bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona in 46,78 Sekunden zur Goldmedaille.

Dreispringer Max Heß jubelt über seinen zweiten Platz beim ISTAF (Quelle:imago images/Beautiful Sports)
Freut sich über Platz 2: Dreispringer Max Heß. | Bild: imago images/Beautiful Sports

Dreispringer Heß wird starker Zweiter

Eindrucksvoll zurückgemeldet hat sich der frühere Dreisprung-Europameister Max Heß. Der Chemnitzer sprang mit 17,17 Metern auf Rang zwei und musste sich nur Olympiasieger Christian Taylor geschlagen geben. "Die Freude über die Weite überwiegt gegenüber dem verpassten Sieg", sagte Heß.

Die deutschen Stabhochspringer erwischten hingegen keinen guten Tag. Während der Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre bei übersprungenen 5,57 Metern zurückzog und Fünfter wurde, schied der frühere Weltmeister Raphael Holzdeppe mit nur 5,42 m als Zehnter aus. Den Sieg holte sich der schwedische Weltrekordhalter und Europameister Armand Duplantis mit 5,91 m vor dem polnischen WM-Dritten Piotr Lisek (5,82 m) und Olympiasieger Thiago Braz aus Brasilien (5,82 m).

Zuvor hatte bereits der litauische Diskuswerfer Andrius Gudzius für eine kleine Überraschung gesorgt. Er besiegte Weltmeister Daniel Stahl aus Schweden und fügte diesem somit die erste Saisonniederlage zu. Mit einer Weite von 66,72 Metern lag der WM-Erste von 2017 nach sechs Versuchen 84 Zentimeter vor Stahl, der auf 65,89 Meter kam. Den dritten Platz belegte der Slowene Kristjan Ceh mit 65,88 Metern. Deutsche Leichtathleten waren nicht am Start.

Sendung: rbb UM6, 13.09.2020, 18 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

1 Kommentar

  1. 1.

    Wer hat den Weitsprung der Damen gewonnen?

Das könnte Sie auch interessieren

Collage: Andreas Luthe 1. FC Union Berlin / Rafal Gikiewicz Torwart FC Augsburg (Quelle: imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger)
imago images/Robin Rudel/Klaus Rainer Krieger

Union Berlin startet gegen Augsburg - Auftakt mit Torwarttausch

Der 1. FC Union startet mit erlaubten 4.400 Fans im Stadion an der Alten Försterei in die neue Saison. Während Unions Ex-Keeper Rafal Gikiewicz mit dem FC Augsburg zurück nach Berlin kommt, trifft sein Nachfolger ebenfalls auf seinen Ex-Verein. Von Stephanie Baczyk