Valeska Schneider im Wellenwerk Berlin. Quelle: dpa/Karlotta Ehrenberg
Video: rbb UM6 | 19.09.2020 | Torsten Michels | Bild: dpa/Karlotta Ehernberg

Rapid Surfing in Berlin - Auf der perfekten Welle zur Deutschen Meisterschaft

Seit dem Vorjahr gibt es in Berlin eine Surfhalle. Am Wochenende finden dort die Deutschen Meisterschaften im Rapid Surfing statt. Für Valeska Schneider ein Heimspiel - sie will am Sonntag die Podestplätze angreifen.

rbb|24 zeigt die Meisterschaften im Rapid Surfing am Sonntag ab 12:55 Uhr im Livestream.

Elegant und mit perfekter Körperbeherrschung windet sich Valeska Schneider auf ihrem Surfbrett über die Welle. Das von ihr verdrängte Wasser spritzt in hohem Bogen aus dem Becken. Aus dem Becken? Ja, die Profi-Surferin trainiert für die zweite Deutsche Meisterschaft im Rapid Surfing - und die findet in diesem Jahr im Wellenwerk in Berlin-Lichtenberg statt.

Dort wird seit dem Vorjahr in einem etwa 10 mal 18 Meter großen Wasserbecken maschinell die "perfekte Welle" für Surfer hergestellt. Für die Wahl-Berlinerin Schneider ist die Halle im Osten der Stadt seitdem zur zweiten Heimat geworden.

Ursprung im Münchner Eisbach

Als Rapid Surfen wird das Wellenreiten auf einer stehenden oder künstlich hergestellten Welle bezeichnet. Anders als im Ozean müssen die Surfer hierbei nicht den perfekten Augenblick abwarten. Da die Welle kontinuierlich im Becken steht, müssen sie dafür aber schnell (englisch: "rapid") und beinahe dauerhaft surfen. In Deutschland wurde diese Art des Wellenreitens in den 1970er Jahren im Münchner Eisbach berühmt - zuvor wurde in der bayerischen Landeshauptstadt bereits auf der Floßlände gesurft. Auf dem Eisbach wurde zunächst noch illegal mitten in der Innenstadt gesurft, mittlerweile reiten die Sportlerinnen und Sportler die Wellen dort legal und zu jeder Jahreszeit. Das spektakuläre Schaulaufen von Profi- und Hobby-Surfern ist gar zur Touristenattraktion geworden.

Die 28-jährige Valeska Schneider hat aber eher auf traditionellem Wege zum Surfen gefunden - acht Jahre ist das mittlerweile her. "Ich habe während einer Weltreise in Australien angefangen. Das hat mich von dem Moment an komplett gepackt. Ich habe mein Studium und mein komplettes Leben darauf ausgerichtet, nur noch zu trainieren", sagt Schneider heute. Der Ehrgeiz hat sich gelohnt: Mittlerweile ist sie Profi-Surferin, gehört zu den besten Deutschen im Rapid Surfen, auf Instagram folgen ihr mehr als 20.000 Menschen.

Hoffen auf den Heimvorteil

Nach einem dritten Platz im vergangenen Jahr macht sie sich bei den Deutschen Meisterschaften am Sonntag auf ihrer "Heim-Welle" große Hoffnungen. "Ich habe mich entwickelt und daher dieses Mal größere Ziele. Im letzten Jahr habe ich erstmals an Wettkämpfen auf Rapid-Wellen teilgenommen - die Deutschen Meisterschaften waren einer der ersten Contests für mich", sagt sie.

Ihre größte Gegnerin ist wahrscheinlich die Münchnerin Janina Zeitler. Die 20-Jährige gewann die Meisterschaften im letzten Jahr - damals allerdings in Langenfeld im Rheinland und unter freiem Himmel. Zeitler tritt das erste Mal im Wellenwerk an, Schneider trainiert hingegen regelmäßig in Lichtenberg. Sie erhofft sich einen wirklichen Heimvorteil.

Die Tricks und Sprünge auf dem Brett werden von einer Jury nach Ausführung und Schwierigkeit bewertet. Valeska Schneider setzt in diesem Jahr auf ein anspruchsvolleres Programm. Sie hofft, dass sich das Training ausgezahlt hat und sie den nächsten Entwicklungsschritt gehen kann - über die perfekte Welle zur Deutschen Meisterin.

Sendung: rbb UM6, 19.09.2020, 18 Uhr

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