Lena Gohlisch auf dem Weg zum Korb (Quelle: Philipp Sommer)
Bild: Philipp Sommer

Frauen-Team startet in die Saison - Alba will auch mit den Frauen hoch hinaus

Seit über einem Jahr investiert Alba mehr in das Frauen-Team. Die qualifizierten sich in der letzten Saison für die Playoffs, dann kam der Saisonabbruch. Jetzt greifen sie mit gleich drei Vollzeit-Spielerinnen wieder an - und wollen mittelfristig wie die Männer um Titel spielen.

Wenn man in den großen Bilddatenbanken nach den Alba-Frauen sucht, wird man schnell fündig. Nur nicht unbedingt so, wie man vielleicht annehmen würde. Denn statt dynamischen Bildern von Spielerinnen, die gekonnt den Ball durch die Reuse stopfen, sieht man vor allem Fotos von knapp bekleideten Damen mit Glitzer-Pompons.

Dabei hat der Berliner Klub seine Cheerleader bereits im letzten Herbst abgeschafft. Es war eine Veränderung, die für viele Diskussionen sorgte und zugleich auch eines verdeutlichte: Auch bei den Frauen soll künftig der orangefarbene Ball im Fokus stehen. 400 Frauen und Mädchen spielen bei Alba Basketball. So viele, wie bei keinem anderen Verein in Deutschland.

Mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Frauen

Seit dem letzten Jahr hat der Verein die Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Frauenabteilung und auch das Budget erhöht. Alle Spielerinnen bekommen jetzt eine Vergütung. "Das ist schon nochmal ein Schritt nach vorne im Vergleich zum letzten Jahr und gerade jetzt, wo alle Sportvereine finanzielle Probleme haben, ist es eine Wertschätzung und zeigt, dass Alba es auch ernst meint", sagt Lena Gohlisch. Die 26-jährige Berlinerin hat bei Alba mit dem Basketballspielen angefangen, schon in Lyon und mit Hannover in der Bundesliga gespielt. Sie zählt zu den erfahrenen Spielerinnen in einer jungen Mannschaft.

"Unser Team ist in diesem Jahr viel jünger als im letzten. Wir haben sechs Spielerinnen, die jünger als 18 Jahre alt sind", erklärt Coach Cristo Cabrera und freut sich deshalb besonders, dass die Berliner in diesem Jahr gleich drei Profi-Spielerinnen im Team haben. Weil Ewelina Jackowska aktuell noch verletzt ist, hat Alba gerade nochmal nachgelegt und mit Angela Rodriguez eine weitere Profispielerin verpflichtet.

Die Alba-Spielerinnen Lena Gohlisch und Ruth Sherrill (Quelle: Jan Buchholz)
Die Alba-Spielerinnen Lena Gohlisch (links) und Ruth Sherrill. | Bild: Jan Buchholz

Profispielerin Sherrill sieht viel Potential

Und auch Ruth Sherrill ist neu dabei und bringt viel Erfahrung mit. "Das Team hier bei Alba ist wahrscheinlich das jüngste, in dem ich je gespielt habe", sagt die US-Amerikanerin. "Wir hatten erst ein Spiel, aber ich sehe sehr viel Potential in unserem Team."

Ob die 26-Jährige ein Teil davon sein kann, war lange nicht klar. Denn aus Amerika nach Europa zu kommen, ist in Pandemie-Zeiten nicht leicht. Nach einem Anruf von Alba ging dann alles ganz schnell: Sachen packen und auf zum Flughafen. "Wir haben eine ganze Weile versucht, mich hierher zu bekommen. Ich musste am Flughafen dann unter anderem meinen Vertrag und einen Brief von Alba zeigen. Ich hatte echt Angst, dass sie mich nicht durchlassen", erinnert sich Sherrill an ihre Reise.

Keine Corona-Tests, Fiebermessen ist Pflicht

Und auch die Vorbereitung war von der Pandemie geprägt. "Ich denke, dass wir noch ein bisschen brauchen, um uns einzuspielen, weil wir auch erst recht spät alle zusammen trainieren konnten", sagt Lena Gohlisch. Corona-Tests gibt es in der zweiten Liga nicht. Vor jedem Training und Spiel ist aber Fiebermessen Pflicht.

Trotz der schwierigen Umstände wollen die Alba-Frauen aber angreifen. In der letzten Saison ließ das Team, das in der zweiten Damen-Basketball-Bundesliga spielt, seine Stärken bereits aufblitzen, gewann fünf der letzten sechs Spiele und qualifizierte sich für die Playoffs. Dann wurde die Saison abgebrochen.

"Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ist das erste Ziel, dass wir die Saison überhaupt spielen können", sagt Coach Cabrera. "Das wäre wichtig für die Entwicklung der Spielerinnen. Aber natürlich sind wir ambitioniert, wollen uns verbessern und vielleicht wieder die Playoffs erreichen." Dorthin schaffen es diesmal statt der besten acht nur vier Teams.

Mittelfristig wollen sie in die erste Bundesliga aufsteigen und wie die Männer um Titel mitspielen. Doch bis dahin ist es noch ein weiter weg. Erstmal freuen sich die Berlinerinnen auf den Bundesliga-Auftakt: Am Samstag (18 Uhr) starten sie mit einem Heimspiel gegen die Bender Baskets Grünberg in die neue Saison. In der wollen sie möglichst oft gemeinsam jubeln. Und von diesen Erfolgsmomenten gibt es dann auch sicher ganz viele Bilder.

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