Spieler von energie Cottbus jubeln über ein Tor im Landespokal. Quelle: imago images/Steffen Beyer
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Cottbus gegen den BAK - Hält die Lottner-Serie auch ohne Fans?

Das Stadion der Freundschaft erlebt am Samstag eine traurige Premiere. Zum ersten Mal in der Klubgeschichte dürfen bei einem Pflichtspiel der Cottbuser keine Fans ins Stadion. Ist das die Chance für den Berliner AK, einen Auswärtscoup zu landen? Von Andreas Friebel

rbb|24 zeigt das Spiel am Samstag ab 13:25 Uhr im Livestream.

Ein bisschen erinnert das Kabinengebäude des FC Energie in diesen Tagen an einen Hochsicherheitstrakt. Rein darf nur, wer zur Mannschaft gehört. Selbst Mitarbeiter der Geschäftsstelle bekommen keinen Zugang. "Wir dürfen nicht in die Geschäftsstelle und keiner zu uns. Falls doch wichtige Themen anstehen, über die wir reden müssen, treffen wir uns auf dem Parkplatz zwischen Geschäftsstelle und Kabine", beschreibt Trainer Dirk Lottner, die momentan schwierige Situation.

Dadurch, dass seit ein paar Tagen auch die Stadt Cottbus als Risikogebiet gilt, wurde die Mannschaft zudem angewiesen, Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. "Die Jungs kennen das schon aus dem Frühjahr. Aber wir haben sie noch mal sensibilisiert für dieses Thema", versichert Lottner.

In der Abwehr fehlt Personal

Der bislang einzige Corona-Fall im Team betraf die Mannschaft aber nur indirekt. Der Lichtensteiner Nationalspieler Yanik Frick wartet in Quarantäne immer noch auf sein zweites Testergebnis. Am Rande eines Länderspieles wurde der Stürmer positiv getestet. "Wir hoffen, dass Yanik am Freitag sein Ergebnis bekommt und er dann nach Cottbus kommen kann", sagt Lottner. Für das Spiel gegen den Berliner AK ist der 22-Jährige damit noch kein Kandidat.

Anders sieht das bei Nils Stettin und Mario Crnicki aus. Beide haben ihre Verletzungen auskuriert und sind einsatzfähig. "Nils ist sicher noch keine Option für die Startelf, dafür war er zu lange verletzt. Aber es ist gut zu wissen, dass, wenn es die Situation erfordert, wir ihn noch bringen können." Offensiv hat Lottner also ein paar Varianten mehr als noch beim 0:0 gegen den Nachwuchs von Hertha BSC. In der Defensive sieht es etwas anders aus. Mit Axel Borgmann, Florian Brügmann und Abwehrchef Matthias Rahn, fehlen drei wichtige Spieler. "Adrian Jarosch oder Patrick Storb könnten deshalb in der Dreierkette zum Einsatz kommen", sagt Lottner.

Auch die Anhänger fehlen

Verzichten müssen die Cottbuser in jedem Fall auf ihre Fans. Zum ersten Mal in der Klubgeschichte findet damit ein Heim-Pflichtspiel ohne Fans statt. Während vor knapp drei Wochen gegen den BFC Dynamo noch über 3.000 Anhänger in das Stadion der Freundschaft durften, sind diesmal am Spieltag nur 100 Personen zugelassen. Darunter fallen auch sämtliche Spieler, Trainer, Betreuer und der Schiedsrichter. Der Rest wird von einer Handvoll Journalisten aufgefüllt, die von der Partie berichten dürfen. "Das wird eine echte Herkules-Aufgabe. Wir haben das beim 3:2 gegen den BFC gesehen, wie wichtig Fans sind. Deshalb ist er für uns extrem bitter, ohne Fans zu spielen", findet Lottner. Einfluss auf die Taktik wird dieser Fakt nicht nehmen. Lottner will lediglich "keine taktischen Anweisungen quer über den Platz rufen", weil ohne Fans jedes Wort auch vom Gegner gehört wird.

Zwei Ex-Cottbuser bei ihrer Rückkehr im Fokus

Der Gegner, in dem Fall der Berliner AK, ist seit vier Ligaspielen unbesiegt. Punktgleich mit Energie Cottbus steht das Team von André Meyer auf dem neunten Tabellenplatz. "Sie sind offensiv gut eingestellt, was die 20 Tore eindrucksvoll zeigen. Mit 21 Gegentreffern sind sie aber auch anfällig in der Abwehr", glaubt Energie-Trainer Lottner. Aufpassen muss seine Mannschaft besonders auf zwei Ex-Cottbuser. Ali Abu-Alfa spielte vor einigen Jahren im Nachwuchs der Lausitzer und hat aktuell drei Mal getroffen. Abdulkadir Beyazit wechselte erst im Sommer nach Berlin und war bislang vier Mal erfolgreich.

Hält die Abwehr der Cottbuser die Offensive des BAK in Schach, stehen die Chancen sehr gut, dass die Erfolgsserie von Dirk Lotter anhält. Mit elf Punkten aus fünf Spielen, ist Energie unter seiner Regie weiter ungeschlagen. Und das will er auch am Samstag bleiben. Auch wenn die Mannschaft zum ersten Mal überhaupt auf die Unterstützung der Fans im eigenen Stadion verzichten muss.

Sendung: rbb|24-Livestream, 24.10.20, 13:25 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

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