Eisbären-Spieler Kai Wissmann (Quelle: imago images/Nordphoto)
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Eisbären nehmen an Turnier teil - Ein Hoffnungsschimmer auf dem Eis

Während in den anderen großen Ligen längst wieder gespielt wird, herrscht im Eishockey weiter Unklarheit. Einen offiziellen Starttermin gibt es nicht, die Profis trainieren trotzdem. Ein Turnier ab Mitte November sorgt jetzt für einen Lichtblick.

Vormittagstraining bei den Eisbären. Im Wellblechpalast ist es voll auf dem Eis. In roten und blauen Trikots sprinten die Berliner über das Eis, mal geht es Vier gegen Vier, dann Fünf gegen Fünf. Die Spieler schuften - aber wofür eigentlich?

Während in allen anderen großen deutschen Ligen längst der Ball rollt oder fliegt, ist im Eishockey die Zukunft ungewiss. Der für den 13. November geplante Ligastart wurde zuletzt erneut verschoben. Der neue Starttermin könnte kurz vor Weihnachten sein, offiziell ist aber noch nichts. Wie motiviert man sich da für das harte Eistraining und die Einheiten im Kraftraum?

Testspiele als Motivation

"Es ist tatsächlich nicht ganz so einfach, aber unser Trainerteam hat das ganz gut im Griff", erzählt Frank Hördler. "Wir haben zwischendurch Sachen im Training, die uns motivieren, damit wir fokussiert bleiben, wie zum Beispiel die Spiele gegen München und andere Aktivitäten, die wir zusammen als Mannschaft in der Bubble machen können", sagt der Kapitän.

Am vergangenen Wochenende haben die Berliner zwei Testspiele gegen München bestritten. Vor jeweils 214 Zuschauern im "Welli" gab es einen Sieg und eine Niederlage. "Für die Spieler war das sehr wichtig", weiß auch Geschäftsführer Peter John Lee. "Sie hatten sieben Monate lang keine Spielpraxis - außer ein Spiel in Weißwasser."

Vorbereitungsturnier startet am 11. November

"Es hat sehr viel Spaß gemacht. Mit München haben wir einen sehr guten Gegner gehabt", findet auch Verteidiger Hördler. Und auf den sollen sie schon sehr bald wieder treffen. Denn ab dem 11. November ist eine Art Vorbereitungsturnier geplant, ausgerichtet vom Medienpartner der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Eisbären treffen in ihrer Gruppe in Hin- und Rückspielen neben München zunächst noch auf Mannheim und Schwenningen. Ein Hoffnungsschimmer.

Doch nicht alle DEL-Klubs nehmen an dem Turnier teil. Sechs Vertreter wollen - oder besser können - nicht. Denn die Mannschaften tragen ihre Spiele jeweils zu Hause aus. Mit Zuschauern können sie nicht verlässlich planen. Reise- und Personalkosten werden dagegen in jedem Fall anfallen.

DEL-Profis wechseln vorübergehend die Liga

"Es ist nicht einfach. Die Situation bei den Einnahmen ist ohne Zuschauer ganz anders", erklärt Lee. Eishockey hat hinter Fußball sonst die meisten Zuschauer - und generiert auch entsprechende Einnahmen daraus. Hinzu kommt, dass die Fixkosten im Vergleich zu anderen Sportarten besonders hoch sind. Umso wichtiger wären für die Klubs also die Zuschauer, doch die werden angesichts der aktuellen Lage wohl erstmal nicht in größerer Zahl in die Hallen zurückkehren können. DEL-Chef Gernot Tripcke schloss zuletzt selbst für die mögliche Saison Geisterspiele nicht mehr komplett aus.

Die vielen Unwägbarkeiten haben zuletzt schon einige Profis dazu bewogen, ihren Verein vorübergehend zu verlassen. Viele laufen Leihweise in der DEL2 auf, um sich fit zu halten und Spielpraxis zu sammeln. "Im Augenblick ist es keine Alternative", sagt Frank Hördler über eine Leihe zu einem anderen Verein, "da wir davon ausgehen, dass wir die nächsten Spiele bestreiten und deswegen voll im Training sind. Sobald sich das ändern sollte, wäre ich da nicht abgeneigt, denn ich will Eishockey spielen." Denn mit seinen 35 Jahren brauche der Routinier ein Ziel vor Augen, für das es sich lohnt, Tag für Tag auf dem Eis zu schuften.

Sendung: rbb UM6, 24.10.2020, 18 Uhr

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