Joel Pohjanpalo (Quelle: dpa/nordphoto)
Audio: Inforadio | 22.10.2020 | Johannes Mohren | Bild: dpa/nordphoto

Interview | Union-Neuzugang Joel Pohjanpalo - "Union war eine richtig gute Entscheidung"

Es war der perfekte Einstand für Unions Neuzugang Joel Pohjanpalo, er schoss direkt ein Tor. Im Interview spricht der Finne über sein kleines Fußball-Märchen, seine Jokerqualitäten und worüber er mit Trainer Urs Fischer unbedingt sprechen muss.

rbb|24: Herr Pohjanpalo, Sie haben in Ihrer Karriere schon viel erlebt. Wie wird Ihnen der 2. Oktober dieses Jahres in Erinnerung bleiben?

Joel Pohjanpalo: Das war das Spiel gegen Mainz, oder? (lacht) Natürlich freut es mich sehr, dass ich gleich in meinem ersten Spiel im Union-Trikot ein Tor geschossen habe. Ich habe nach dem Treffer gedacht: Das gibt’s doch nicht, dass der erste Kontakt direkt zum Tor führt. Wir haben hier zu Hause mit 4:0 gegen Mainz gewonnen. Es gibt nichts Schöneres. Ich hatte nur eine ganz kurze Vorbereitung vor dem Spiel. Das war der bestmögliche Anfang meiner Karriere hier bei Union. Jetzt muss es weitergehen.

Es war Ihr achtes Tor in der Bundesliga und auch Ihr achtes Tor als Joker. Müsste man Urs Fischer den Tipp geben, Sie immer nur von der Bank zu bringen?

Ich habe erst zwei Mal von Anfang an gespielt. Ich denke, das ist auch ein Grund, warum ich noch kein Tor als Startelf-Spieler erzielt habe. In Hamburg war es ein bisschen anders. Da habe ich immer von Anfang an gespielt und Tore geschossen. Jeder fragt immer nach diesen Statistiken, ob man nur per Kopf trifft oder nur in der ersten Halbzeit. Aber ein Tor ist ein Tor. Egal, ob man von Anfang an gespielt hat oder von der Bank kam. Wenn du als Stürmer auf den Platz kommst, willst du immer ein Tor schießen. Natürlich will man immer von Anfang an spielen und dann ist natürlich auch mehr Zeit da, um Tore zu erzielen.

In Leverkusen hatten Sie im Sturm sehr große Konkurrenz. Hinzu kam, dass Sie zwei Jahre lang mit einer sehr hartnäckigen Verletzung zu kämpfen hatten. Jetzt sind Sie 26 Jahre alt und zu Union gekommen. Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Erstmal muss ich gesund bleiben. Ich bin nach Hamburg gegangen, um Spielpraxis zu bekommen und zurück in den Profifußball zu kommen. Das hat richtig gut geklappt mit neun Toren in 14 Spielen. Jetzt muss es noch einen Schritt weitergehen und ich finde, Union war da eine richtig gute Entscheidung. Für den Anfang sieht es ganz gut aus. Jetzt will ich natürlich mehr Tore schießen und gesund bleiben.

Im Sturm gibt es eine enge Konkurrenzsituation, im Kader von Union sind viele Stürmer. Wie nehmen Sie den Konkurrenzkampf im Training wahr?

Es ist immer gut, eine große Konkurrenz im Verein zu haben. Wenn du weißt, dass du immer spielst, bist du vielleicht nicht mehr so perfekt auf dem Platz. Als Stürmer brauchst du immer diesen Druck. Wenn du nicht gut gespielt hast, kommen die nächsten Leute, die sich zeigen wollen und auch wollen, dass du auf der Bank sitzt. Alle Stürmer trainieren gut und wollen dem Trainer zeigen, dass sie von Anfang an spielen sollten.

Auf dem Platz sind Sie nachweislich gut angekommen. Wie sieht es mit der Stadt aus? Was haben Sie schon von Berlin gesehen?

Natürlich noch nicht so viel, weil ich ja erst etwa eine Woche da war. In der Corona-Zeit ist es natürlich etwas schwierig, man kann nicht überall hingehen. Jetzt musste ich erstmal eine Wohnung finden und nach dem Spiel werde ich umziehen. Dann geht es zurück in ein normales Leben und ich muss nicht nur im Hotelzimmer bleiben. Ich war jetzt vier Wochen am Stück in Hotels - mit Union und der Nationalmannschaft. Ich kann es kaum abwarten, selbst zu Hause zu kochen.

Sie kommen aus Finnland, ein Land mit viel Wasser und vielen Seen. Trainer Urs Fischer ist leidenschaftlicher Angler. Ist das etwas, was sie beide verbindet?

Angeln geht in Finnland natürlich ganz gut. Es gibt viele Seen und viele Freunde von mir machen das als Hobby. Ich habe das auch schon ein paar Mal mit meinen Freunden gemacht, in Mittsommer mitten in der Nacht. Das war ganz, ganz schön. Ich wusste nicht, dass der Trainer das auch mag. Da muss ich natürlich mal mit ihm drüber sprechen. (lacht)

Schauen wir auf das anstehende Spiel gegen Freiburg. Was ist da möglich für Union und wie gehen Sie in dieses Spiel?

Ich habe noch keine Videos gesehen, das fängt morgen an. Aber ich weiß, dass Freiburg richtig gut spielt und gut und eng verteidigt. Aber wir spielen zu Hause und wollen natürlich die drei Punkte holen. Wir wissen, dass wir richtig gut sind. Das muss man auch auf dem Platz sehen.

Wir haben ja vorhin über Ihre Jokerrolle gesprochen. Wäre es jetzt gegen Freiburg vielleicht Zeit für die Startelf und ein Tor, damit dann danach auch niemand mehr diese Statistik anspricht?

Ja, ich denke, das ist eine gute Lösung. Dann fragt keiner mehr danach. (lacht)

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Johannes Mohren, rbb Sport.

Sendung: Inforadio, 22.10.2020, 10:15 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren

Albas italienischer Neuzugang Simone Fontecchio(Quelle: imago images/Camera 4)
imago images/Camera 4
1 min

Alba-Neuzugang Fontecchio - Gesucht und gefunden

Diesen Sommer verpflichtete Alba Berlin den Italiener Simone Fontecchio. Inzwischen gehört der 24-Jährige zu den Topscorern des Teams. Diese Entwicklung ist kein Zufall und hat mit seiner Vergangenheit zu tun. Von Friedrich Rößler