VfB Krieschow gegen Energie Cottbus (imago images/Steffen Beyer)
Audio: inforadio | 09.10.2020 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Steffen Beyer

Krieschow vor dem Landespokalduell gegen Cottbus - Spiel gegen die Vergangenheit

Im Achtelfinale des Brandenburger Landespokals tritt Energie Cottbus beim VfB Krieschow an. Was nach einer lösbaren Aufgabe klingt, hat es nicht nur sportlich in sich. Denn vor allem trifft die Mannschaft von Dirk Lottner am Samstag auf die eigene Vergangenheit.

rbb|24 überträgt das Spiel am Samstag ab 13:55 Uhr im Livestream

Wenn am Samstag im Landespokal Brandenburg der VfB Krieschow auf Energie Cottbus trifft, dann klingt das wie David gegen Goliath. Dabei sind die Gastgeber streng genommen nur ein paar Tabellenplätze entfernt vom Team Dirk Lottners. Denn während Energie in den vergangenen Jahren zwischen dritter und Regionalliga pendelte, stürmte Krieschow bis an die Tabellenspitze der NOFV Oberliga Süd.

Vor zehn Jahren nahm er seinen Anfang, dieser stete Aufstieg. Der Hauptsponsor des Vereins wollte sich nicht länger mit der Kreisklasse abfinden, sagt Pressesprecher Marcel Ohnrich im Gespräch mit rbb|24. Das Ziel damals: Landesliga. Dass Krieschow und Cottbus inzwischen nur noch eine Liga voneinander getrennt sind, zeigt, dass der Klub seither nicht nur finanziell vieles richtig gemacht hat.

Krieschow bietet Alternativen

Bei der Auswahl der Spieler setzt man dabei vor allem auf jene, die es beim großen Rivalen aus der Lausitz nicht nachhaltig geschafft haben. Bei Spielern mit Ambitionen, so Ohnrich, führt der Weg in der Region "immer über Energie". Die, die es nicht in den Profi-Kader schaffen, suchen nach Alternativen und werden unter anderem in Krieschow fündig und mit Ausbildungsplätzen und Studienhilfen versorgt. Der

So wie Martin Zurawsky, "ein Finsterwalder Junge", der zwar nie für Energie spielte, dafür aber unter anderem für den BFC Dynamo, Viktoria Berlin in der Regionalliga Nordost und achtmal sogar in der dritten Liga für Jahn Regensburg. Dass er inzwischen für Krieschow aufläuft, hänge eben auch damit zusammen, so Ohnrich, dass einer der Klubsponsoren ihm eine Ausbildung anbieten konnte.

"Nichts zu verlieren"

Für Zurawsky mag das Pokalspiel gegen Energie auch aufgrund seiner Profi-Erfahrung noch am wenigsten besonders sein. Für das Gros seiner Mitspieler ist es das dafür umso mehr. Bei der 2:3-Testspiel-Niederlage gegen Energie Ende Juli dieses Jahres konnten gleich neun von elf Krieschow-Spielern auf eine Cottbuser Vergangenheit zurückblicken.

Doch statt Revanche-Gedanken überwiege die Vorfreude, sagt Marcel Ohnrich: "Wir haben lange darauf gewartet, mal ein Pflichtspiel gegen Energie bestreiten zu können. Die Jungs sind heiß auf das Spiel, die haben richtig Bock. Aber sie gehen die Sache sehr konzentriert und trotzdem entspannt an. Wir haben ja nichts zu verlieren." Findet auch Trainer Toni Lempke, der gegenüber dem vereinseigenen Youtube-Kanal sagte: "Wenn es normal läuft, dann sollte uns Energie ganz klar schlagen." Immerhin aber sagt er auch: "Unser Ziel ist es, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten."

Motto statt Gesang

Wie das gehen soll, das wiederum weiß Pressesprecher Ohnrich: "Die Zuschauer erwarten ein heißes Derby und ein wirklich spannendes Spiel mit Offensivfeuerwerk. Wir werden uns nicht hinten reinstellen, das ist Fakt. Wir stellen uns nicht auf den Gegner ein, wir spielen, wie wir immer spielen."

Vielleicht auch deshalb waren die 932 verfügbaren Karten für dieses in der Lokalpresse bereits als "Südbrandenburg-Classico" bezeichnete Spiel innerhalb vier Stunden vergriffen. Ohne, dass der Verkauf überhaupt beworben wurde.

Von spontanen Anreiseversuchen bittet der Verein ausdrücklich abzusehen. Der rbb überträgt die Partie allerdings in einem Livestream (ab 13.55 Uhr auf rbb24.de). Im Gegensatz zum Berliner Fußball dürften dann übrigens auch immer noch Gesänge erlaubt sein. Auch wenn Krieschows Anhänger kein festes Liedgut hätten, wie Ohnrich sagt. Dafür ein Motto: Wir gemeinsam. Krieschow gegen Cottbus eben. Statt David gegen Goliath.

Sendung: rbb UM6, 09.10.2020, 18:15

Beitrag von Ilja Behnisch

6 Kommentare

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  1. 6.

    Eigentlich ist doch wohl Vorwärts Frankfurt wichtiger als mehrfacher Europapokal Starter.

  2. 5.

    Frechheit, dieser Kommentar! Dann schickt doch gleich alle Fußballvereine ab Platz 10 und darunter sowie ab der dritten Liga und darunter nach Hause! Energie hatte großartige Zeiten, das sollte man nicht einfach so abtun. Und sollen wir nur Fans von Vereinen auf Platz 1 und 2 sein oder wie? Ich verstehe die Aussage echt gar nicht. Und glaub mir, es gibt mehr Fans als wie aktuell ins Stadion bzw. auf den Platz in Krieschow dürfen!

  3. 4.

    Don't feed the Troll!
    Alles Gute Energie..lasst euch von euren Jungen nicht überrumpeln.

  4. 3.

    Sieht man mal von euren Möchtegern— Bundesligisten ab, passen doch bei den restlichen Brandenburg und Berlin Teams alle Fans ins Stadion , für wen denn dann noch Livestream ???

  5. 2.

    Wir sind mit Abstand der Größte und wichtigste Verein im gesamten Land Brandenburg;))))

  6. 1.

    Ach ne... die Hinterbänkler aus Cottbus wieder live im Stream?
    Fröhliches Ausscheiden :)

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