Robert Lewandowski verwandelt in der Nachspielzeit einen Elfmeter gegen Alexander Schwolow. Quelle: imago images/Sven Simon
Audio: Inforadio | 04.10.20 | 21:15 Uhr | Michael Küster | Bild: imago images/Sven Simon

4:3 in der Nachspielzeit - Tormaschine Lewandowski schockt Hertha spät

Hertha BSC hat am Sonntagabend bei Bayern München verloren. Zwar zeigte die Mannschaft von Bruno Labbadia eine insgesamt gute Leistung und durfte lange auf eine Punktgewinn hoffen, musste sich aber in der Nachspielzeit doch noch geschlagen geben.

Der Spielverlauf

Trainer Bruno Labbadia musste in der Verteidigung auf Jordan Torunarigha verzichten, der Hertha mit einem Teilriss des Syndesmosebandes mehrere Wochen fehlen wird. Im Sturm startete Jhon Cordoba, Krzysztof Piatek nahm zunächst auf der Bank Platz.

Der FC Bayern übernahm in der Anfangsphase wie zu erwarten die Kontrolle über das Spiel. In der neunten Minute musste Alexander Schwolow im Hertha-Tor erstmals gegen Robert Lewandowski retten. Die Labbadia-Elf befreite sich im Anschluss aber immer häufiger mit schnell gespielten Kontern, nach einer knappen Viertelstunde war das fast erfolgreich: Jhon Cordoba brachte den Ball nach einem Zuspiel von Maxi Mittelstädt tatsächlich im Tor unter - stand aber deutlich im Abseits. Doch Hertha machte es insgesamt gut, gestaltete das Spiel nach der Anfangsphase ausgeglichen. Und musste trotzdem noch vor der Halbzeit das 0:1 hinnehmen - Robert Lewandowski brachte die Bayern in der 40. Minute in Führung.

Nach Wiederanpfiff wurde der FC Bayern zunächst noch druckvoller und erhöhte schnell auf 2:0. Erneut war es Lewandowski (51.), der für den Rekordmeister traf. Doch Hertha antwortete: Nach einem Freistoß von Matheus Cunha sorgte der insgesamt starke Cordoba (59.) per Kopfball für den Anschlusstreffer. In der 70. Minute durfte seine Mannschaft dann erneut jubeln. Der eingewechselte Piatek setzte Cunha im Strafraum in Szene, der Brasilianer netzte zum 2:2 ein. Was folgte war eine Herthaner Achterbahn der Gefühle. Zunächst sorgte Lewandowski (85.) mit seinem dritten Treffer für das 3:2, kurz vor Abpfiff ließ dann aber der eingewechselte Youngster Jessic Ngankam (88.) mit dem Treffer zum 3:3 seine Mannschaft auf einen Punktgewinn hoffen. Am Ende war es erneut Lewandowski, der nach Foul von Mittelstädt im Strafraum in der Nachspielzeit per Elfmeter das glückliche 4:3 für die Bayern erzielte (90.+3).

Die Kurz-Analyse

Hertha zeigte über 90 Minuten eine gute Leistung. Bei gegnerischem Ballbesitz schaltete die Labbadia-Elf schnell auf ein kompaktes 4-4-2-System und schaffte es so, den FC Bayern gerade im ersten Durchgang weitestgehend vom eigenen Tor fernzuhalten.

In der Offensive überzeugte Neuzugang Cordoba, mit dem die Münchner-Hintermannschaft über 90 Minuten Probleme hatte. Der 27-Jährige sicherte viele Bälle, gewann entscheidende Zweikämpfe und nutzte seine Schnelligkeit einige Male stark aus. Einzig das Zusammenspiel im Angriff mit den beiden anderen Offensivspieler Cunha und Dodi Lukebakio hakte gerade im ersten Durchgang immer wieder, die Abstimmung zwischen den dreien scheint noch nicht komplett gefunden zu sein - was verständlich ist bei einer erst kurzen gemeinsam Zeit in blau-weiß.

Am Ende war es Europas frischgebackener Fußballer des Jahres Robert Lewandowski, der sichtlich erschöpften Bayern mit seinen vier Treffern den Sieg rettete und so ein weiteres Mal den berühmten Unterschied ausmachte. Für Hertha ist es bitter, dass man sich trotz starkem Auftritt in der Münchner Arena nicht mit einem Punkt belohnen konnte.

Das sagt das Netz

Im Internet ist man sich einig: Hertha hat trotz Niederlage eine gute Leistung gezeigt und hätte eigentlich mehr verdient gehabt. Gerade Stürmer Cordoba wird für seinen Auftritt gelobt:

Zwar musste Torwart Alexander Schwolow am Ende gleich viermal hinter sich greifen, der Schlussman zeigte aber trotzdem eine gute Leistung und hielt seine Mannschaft mit sehenswerten Paraden im Spiel.

Der Frust bei Hertha ist groß - der eigene Anhang baut auf.

Die Stimmen zum Spiel

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Sendung: rbb24, 04.10.2020, 21:45 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Ick kann hier keinen Pro-Bayern Kommentar entdecken.
    Die Bazen kann ick nicht leiden.
    Aber schön das Sie wissen wer hier richtiger Berliner ist. Ick für meinen Teil finde Hertha herzlich wenig berlinerisch.

  2. 7.

    Die Hertha sollte nicht enttäuscht sein, sondern Power und Optimismus aus diesem Spiel ziehen! Das Spiel hat doch bewiesen, dass bei der Hertha wirklich viel Potential da ist!
    Das schafft wirklich nicht jeder, in München 3 Tore zu schießen.

  3. 6.

    Unfassbarer Witz Elfmeter, da fragt man sich wirklich ob DFB und DFL für immer und ewig den Status der Bayern erhalten wollen.
    nein es darf niemals nicht ein anderer auch nur ansatzweise nach oben kommen, das wird entsprechend durch den Schiedsrichter gleich im Keim erstickt.
    Alle anderen pro Bayern Kommentare hier, kann ich nur so gegen kommentieren, ihr seid keine wirklichen Berliner.

  4. 5.

    Trotzdem gut gemacht Hertha. Drei Tore in München muß man erstmal schiessen. Da werden andere Vereine noch ganz andere Packungen bekommen. Meine Hoffnung ist trotzdem, daß Bayern nicht schon wieder Meister wird. Die haben in den letzten zwei Spielen sieben Tore bekommen, das gab es auch noch nicht so oft.

  5. 4.

    Ja seltsam... für verschobene Spiele und Skandale ist ja sonst die Hertha bekannt.

  6. 3.

    Da hat Hertha von ihren alten Bayernfreunden ja reichlich Geschenke erhalten.
    Wann gibt es denn endlich eine Hertha-Lederhose im Fanshop?

  7. 2.

    Kein verdienter Sieg der Bayern!
    Man hat den Eindruck, dass solange Nachspielzeit gegeben wird, bis die Bayern gewonnen haben.

  8. 1.

    und der Elfer war auch noch berechtigt !!

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