Eduard Löwen, Krzysztof Piątek und Jhon Cordoba enttäuscht. Quelle: dpa/Andreas Gora
Audio: Inforadio | 17.10.20 | 17:45 Uhr | Stephanie Baczyk | Bild: dpa/Andreas Gora

4.000 Zuschauer im Olympiastadion - Schwache Hertha verliert zuhause gegen Stuttgart

Nach einer schwachen ersten Hälfte verliert Hertha gegen Stuttgart. Die Blau-Weißen investierten zu wenig, waren zu unkreativ und im Abschluss zu inkonsequent. Nach drei Niederlagen in Folge stehen die Charlottenburger schon früh in der Saison unter Druck.

Der Spielverlauf

Die Hertha lief früh an, doch Stuttgart traf. Nachdem VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic in der siebten Minuten noch an den Pfosten köpfte, zeigte sein Teamkollege Marc Oliver Kempf wie man es besser macht. Ein Freistoß von Daniel Didavi kam mittig in den Strafraum, Kempf (9.) stand völlig frei und köpfte zum 1:0 für Stuttgart ein. Die Hertha-Abwehr hatte in diesem Moment geschlafen. Kurze Zeit später der nächste Rückschlag für Hertha - Peter Pekarik musste nach gerade einmal 20 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden.

In der Folge wurde die Hertha aktiver, konnte aber zunächst kein Kapital daraus schlagen. In der 32. Minute gelang Jhon Cordoba immerhin der erste Torschuss, der allerdings weit über das Tor ging. Da war es beinahe schon bezeichnend, dass die beste Hertha-Chance in der ersten Halbzeit von einem Stuttgarter Innenverteidiger ausging. Orel Mangala beförderte den Ball bei einem missglückten Klärungsversuch beinahe ins eigene Tor. Und so ging es mit einem 0:1-Rückstand aus Sicht der Charlottenburger in die Katakomben.

Die zweite Hälfte begann mit einer Großchance für die Gäste. Kalajdzic köpfte nach einer Flanke nur knapp am rechten Pfosten vorbei. Die Hertha suchte weiter nach Möglichkeiten, vor das Tor der Stuttgarter zu kommen und fand diese nun auch häufiger. Nach einer Ecke in der 58. Minute köpfte Hertha-Kapitän Dedryck Boyata nur knapp vorbei. Die Labbadia-Elf wurde im Anschluss zielstrebiger, kam zu Abschlüssen, aber konnte den Ball nicht im Tor der Stuttgarter unterbringen.

Der VfB machte es im Gegenzug besser. Nach einem Ballverlust vom eingewechselten Hertha-Defensivspieler Deyovaisio Zeefuik traf Gonzalo Castro in der 68. Minute sehenswert aus der Distanz zum 2:0 für Stuttgart. Die Herthaner hatten dem nichts mehr entgegen zu setzen und so blieb es bei dem Spielstand. Für die Hertha ist es die dritte Niederlage infolge.

Die Kurzanalyse

Zugegeben, viel Zeit blieb Bruno Labbadia aufgrund der Länderspielpause nicht, um seine Herthaner auf das Spiel gegen seinen Ex-Klub vorzubereiten. Und dennoch ist das Resultat am Samstagnachmittag ernüchternd. Hertha hatte sich vorab mehr erhofft, aber nach 90. Minuten einfach nicht mehr verdient. Hertha hatte gegen den Aufsteiger aus Stuttgart zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über das Spiel. Schon beim ersten Gegentor zeigte die Abwehr der Blau-Weißen große Lücken. Stuttgarts Innenverteidiger Kempf konnte sich viel zu leicht aus seiner Manndeckung lösen und kam so frei zum Kopfball.

Zwar hatten die Charlottenburger kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit eine gute Phase, in der sie sich mehrfach vor den Strafraum der Gäste kombinierten. Doch schon der vorletzte Pass landete zu häufig beim Gegner, zu echten Torraumszenen kam es erst gar nicht. Und gerade als man dachte, dass doch noch Leben in der Hertha steckte, klaffte abermals eine Lücke auf. Ein unnötiger Ballverlust im Mittelfeld leitete das 0:2 ein. In den Schlussminuten fehlte ein kreativer Anführer im Mittelfeld, der dem Team wieder Mut hätte geben können. Und so rennt Hertha schon früh in der Saison den Erwartungen hinterher, während Stuttgart den ersten Sieg seit 2013 im Berliner Olympiastadion feiern konnte.

Das sagt das Netz

Hertha wird früh kalt erwischt, Stuttgart geht bereits in der neunten Minute in Führung - die Fans greifen zu härteren Maßnahmen.

Im zweiten Durchgang wird Hertha dann aber besser. Das Tor schießt aber erneut der VfB.

Die Niederlage gegen Stuttgart ist bereits die dritte Pleite in Folge. Der Hertha-Anhang hatte sich mehr erhofft.

Liveticker

Sendung: rbb UM6, 17.10.2020, 18 Uhr

32 Kommentare

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  1. 32.

    Hertha braucht kein neues Stadion.
    Sie sollten nur Auswärtsspiele haben. Gegen die
    Über Mannschaft von Bayern München er-
    zielt man auswärts 3 Tore und verliert mit
    Pech in letzter Sekunde daheim gelingt nichts.
    Das war im letzten Jahr aehnlich. Da ist der
    Trainer gefragt. Dieses politisch korrekte
    Gedoens hilft da nicht weiter.

  2. 31.

    Herr Preetz ruiniert den Verein nachhaltig. Die Vereinsverantwortlichen tangiert das überhaupt nicht. Die Mannschaft passt nicht zusammen. In der Wirtschaft würde solch ein Manager nicht mal zwei Jahre geschweige denn zehn Jahre überleben. Es ist kein Wunder das kein Hauptsponsor an das Projekt glaubt, wenn unfähige Personen den Verein führen. Die Millionen wurden offensichtlich verbrannt.

  3. 30.

    Man sollte da einige Leute auswechseln!!

  4. 29.

    So etwas nennt man unternehmerisches Risiko.
    Aber wer spricht nach 5 Spieltagen schon vom
    Untergang? Genau das ist der heutige Zeitgeist.
    Voraus schauen und optimistisch sein!!

  5. 28.

    In den 70er und 80er Jahren war Westberlin ein-
    gemauert und die Wessis wollten uns eigentlich
    nicht. Westberlin war die verlängerte Werkbank
    von Westdeutschland. Welche Firma hätte
    Hertha unterstützen sollen? Hertha wurde das
    Dasein immer nur erschwert. Aber die Vergangenheit bringt niemanden weiter. Nur
    Die Zukunft zählt. Alle müssen die Ärmel hoch-
    Krempeln und kämpfen. Nur Geld wird es nicht
    bringen. Manager und Trainer haben nicht die
    richtigen Visionen. Es werden immer nur
    Parolen aus gegeben. Niemand zeigt die Rich-
    tung zum Erfolg.

  6. 27.

    Da fällt mir ein, Lukas Klünter U21 Europameister wo ist er eigentlich? Von Bruno Labbadia abgeschrieben als rechter Verteidiger? Ein Beispiel das hier kein Spieler weiterentwickelt wird.

  7. 26.

    Herr Preetz ruiniert den Verein nachhaltig. Aber kein Vereinsverantwortlichen scheint das zu tangieren. Die Spieler passen schlichtweg nicht zusammen bzw. Hertha hat keine funktionierende Mannschaft. Herr Preetz hat die Millionen verbrannt. In der Wirtschaft hätte er keine 2 Jahre überlebt geschweige denn 10 Jahre. Herthas Problem hat nur einen Namen.

  8. 25.

    Sie können ja bei Hertha eine Initiativbewerbung abgeben da sie wie es aussieht genau wissen was zu tun ist.

  9. 24.

    Die Mannschaft hat meiner Meinung nach ein Kommunikationsproblem: Spieler mit ganz unterschiedlichen Muttersprachen, viel zu wenige Spieler sprechen deutsch oder englisch. Man kann den Kader so zusammenstellen, aber nur wenn man viel Vorbereitungszeit hat. Aber das war überhaupt nicht der Fall, die Transfers erfolgten alle auf den letzten Drücker. Dadurch hatten die Trainer überhaupt keine Zeit, ein Team zu formen und die Spieler keine Eingewöhnungszeit. Dann kam noch zusätzlich die Länderspielpause, wo natürlich die besten Spieler unterwegs waren. Meiner Meinung nach ist das Transfermanagement der Hertha schuld daran, dass die Mannschaft bisher nicht in die Gänge kommt. Die Trainer bzw. der Cheftrainer Labbadia und auch die Spieler tun mir leid. Sie werden jetzt beschimpft und müssen ihren Kopf hinhalten für die viel!!! zu zögerliche und langsame Einkaufspolitik von Michael Preetz.
    Jetzt bleibt den echten Fans nur eins: GEDULD mit Spielern u. Trainer!

  10. 23.

    Wo sind denn die vielen Millionen des Investors versickert? Wenn Hertha die nicht bekommen hätte, würden sicher auch keine Gehaltszahlungen an Preetz und Konsorten mehr möglich sein. Herr Windhorst hat bei seinem Engagement auf das völlig falsche Pferd gesetzt. Bin gespannt, wenn seine Gekdgeber wenigstens ihren Einsatz zurück holen wollen.... Hahohe ohje.

  11. 22.

    "Die Zukunft gehört Berlin" ist der Slogan von Hertha BSC. Ich frage mich nur, wann aus der Zukunft endlich mal Gegenwart wird. Das Duo Gegenbauer/Preetz peilt schon seit Jahren mittelfristig das internationale Geschäft an, und wenn dann der Vertreter des Investors im Aufsichtsrat den Mut hat, öffentlich kund zu tun, was angesichts der ansehnlichen finanziellen Ausstattung des Vereins selbstverständlich sein sollte, nämlich schon in dieser Saison die Europa League zu erreichen, stößt ihm der stets schlecht gelaunte Präsident in seiner typischen undiplomatisch schroffen Art auch prompt vor den Kopf. Ambitionierte Saisonziele sind nicht die Sache der aktuellen Vereinsführung, die treffender als Vereinsverwaltung zu bezeichnen ist. Preetz kauft eine Mannschaft zusammen, die keine ist, weil er einfach kein Händchen dafür hat. Das Projekt Stadionneubau liegt auf Eis, und auch einen Trikotsponsor gibt es nicht. Mehr als Abstiegskampf erwartet uns auch in dieser Saison nicht. Das ist traurig.

  12. 21.

    Hertha, Moment muss kurz überlegen...

    Ist das nicht dieser Big City Club der sich vorgenommen hat oben anzugreifen, nächste Saison aber in der zweiten Liga spielen wird ???

  13. 20.

    hätten Berliner Unternehmen in den 70 und 80 Jahren Hertha BSC unterstützt bräuchte man Hr.Windhorst nicht und wir währen schon ein Big City Klub HaHoHe Hertha BSC

  14. 19.

    Es sind halt besondere Zeiten. Eine so zusammen gewürfelte Mannschaft braucht eine
    ordnende Hand. Wie steht es eigentlich mit der
    Kommunikation zwischen den Spielern. Sicher
    nicht einfach unter diesen babylonischen
    Bedingungen. Die Irritationen in der Fuehrungs-
    Etage sind auch nicht beruhigend für das
    Team. An statt immer neue Ziele aus zu rufen
    sollten die Spieler aufeinander eingeschworen
    werden. Da ist der Trainer gefragt. Außerdem
    sind die Spieler bei Heimspielen total verun-
    sichert. Es gab Zeiten da war Hertha die beste
    Heimmannschaft der Liga. Da muss man
    wieder hinkommen. Damals war die Mannschaft
    nicht planlos zusammen gewürfelt. Einzelne
    Namen sagen gar nichts, wichtig ist das Team.
    Der Mannschaft fehlt auch der unbedingte
    Siegeswillen. Man muss dreckig spielen und
    nicht nur schön.

  15. 18.

    Sie haben so gut angefangen und reissen es dann mit Ihrem letzten Satz vollkommen unnötig mit dem Pöter wieder nieder. Plänkelei schön und gut, aber "Modefans"? Ich bitte Sie! Natürlich sind durch den Aufstieg viele Fans und Mitglieder dazugekommen, wovon einige wschnl. auch kaum Ahnung vom Verein haben. Aber dass der FCU eine sehr große und treue Fangemeinde hat, die den Verein seit Jahrzenten mit allem Herzblut unterstützt, wissen Sie ganz sicher, Borninc_burg.

  16. 17.

    So etwas kommt bei der Gemengenlage 66% Tennor, 33% GmbH, 0% e.V. raus.
    Läuft in Charlottenburg!

  17. 16.

    Dieses Kommunikationsproplem ist doch eher Geplänkel, entscheidntt ist, was auf dem Platz passiert und da war heute nicht viel! Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass Fußball ein Mannschaftssport ist. Elf sehr talentierte Spieler ergeben in der Summe keinen Sieger. Die Länderspielpause war einer Team Bildung nicht sehr förderlich, aber das wird schon noch was. Gut Ding will Weile haben.
    An alle Modefans: Viel Spaß auf Schalke morgen!

  18. 15.

    Die Charlottenburger sind auch heute wieder die Lachnummer Berlins.

  19. 14.

    Nun mach Dir mal nicht ins Hemdchen, Union wird auch immer „die Köpenicker“ genannt und ist auch ein Berliner Verein.

  20. 13.

    Wer stellt eigentlich bei Hertha dan Kader zusammen. Da passt es ja hinten und vorne nicht. Jetzt das gejammere wir haben nicht alle Spieler bekommen die wir haben wollten. Liegt vielleicht auch am Managment und Trainer denn hier hat sich noch kein Spieler weiterentwickelt. Das bedeutet eigentlich endlich mal die Sportliche Leitung auswechseln und einen Trainer holen der Spieler weiterentwickeln kann. Lieber mal Geld für Abfindungen in die Hand nehmen als ein weiter so. Übrigensä noch ist Ralf Ragnick frei und nach seinen letzten Interviews durchaus interessiert einen Club zu übernehmen den er nach oben bringen kann. Denn so, wird es eh nichts..

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