Loris Karius fängt im Hechtsprung einen Ball
Video: rbb UM6 | 13.10.2020 | Uri Zahavi | Bild: imago/Andreas Gora

Interview | Union-Torwart Loris Karius - "Mir wäre lieber, es würde nur ums Sportliche gehen"

Es wurde viel über Loris Karius diskutiert, bevor der neue Keeper überhaupt für Union Berlin am Ball war: abseits des Platzes, über seine Freundin Sophia Thomalla oder das verlorene Champions-League-Finale 2018. Nun stellte sich Karius erstmals den Fragen der Medien.

rbb|24: Herr Karius, es gab ein extremes Medienecho auf ihren Wechsel nach Berlin. Haben Sie schon mit einem so großen Auflauf an Kameras gerechnet?

Loris Karius: Mir macht es nichts aus, ob es viele oder wenige sind, ich stelle mich den Fragen. Aber für mich zählt das Sportliche, Tag für Tag.

Wie waren denn die ersten Wochen bei Union, wie haben Sie sich eingelebt?

Es ist sehr angenehm. Vom ersten Tag an wurde ich gut angenommen. Es gibt keine Grüppchen, das Team ist eine Einheit. Das Miteinander wird groß geschrieben. Einem neuen Spieler hilft das natürlich, sich wohl zu fühlen und das hat es einfacher gemacht.

Warum haben Sie sich für Union entschieden, was macht diesen Verein aus?

Erstmal wollte ich wieder zeigen, dass ich ein guter Torwart bin und auf dem Platz stehen, um meine Leistung zu bringen. Ich wollte jetzt nicht wieder in ein anderes Land gehen, nach Spanien, Frankreich oder so und ein neues Abenteuer anfangen. Da hat mich die Aufgabe hier am meisten gereizt. Es ist ein spannendes Projekt. Union hat eindrucksvoll die Klasse gehalten und sich jetzt nochmal verstärkt. Ich bin davon überzeugt, dass man hier etwas erreichen kann.

Als Sie verpflichtet wurden, hatte ihr Hauptkonkurrent Andreas Luthe schon eine volle Vorbereitung. Wie sind denn Ihre Ambitionen, was die Nummer-Eins-Postion im Tor angeht?

Eine volle Vorbereitung hatte ich in Liverpool auch, das macht keinen Unterschied. Die Frage erübrigt sich einfach, weil ich in Liverpool nicht auf der Bank sitzen wollte. Natürlich ist mein Ziel zu spielen, sonst wäre ich nicht hergekommen. Natürlich bin ich auch zuversichtlich, dass ich der Mannschaft helfen kann. Ich bin nicht der Trainer, ich stelle mich nicht auf, aber mein Ziel ist es im Tor zu stehen.

Sie haben 1,8 Millionen Follower bei Instagram. Sie sind mit Sophia Thomalla zusammen. Man hatte vor der Verpflichtung fast das Gefühl, es wird mehr über das Drumherum berichtet, als über Ihre Leistungen auf dem Platz. Nervt Sie das?

Natürlich ist es manchmal anstrengend, aber ich kann da nichts dafür, ich beeinflusse es nicht. Mir wäre es lieber, es würde die ganze Zeit um das Sportliche gehen. Ich lese mir die Sachen nicht durch und beschäftige mich nicht damit, deswegen ist es für mich kein Problem.

Ihr Quasi-Schwiegervater Silvio Heinevetter, ehemaliger Torhüter der Füchse Berlin und mit Thomallas Mutter Simone liiert, ist großer Union-Fan. Haben Sie mit ihm im Vorfeld mal darüber gesprochen? Was sagt er dazu, dass Sie jetzt hier sind?

Einmal habe ich kurz mit ihm darüber gesprochen, am Tag vor der Vertragsunterzeichnung. (grinst) Er hatte natürlich nur positive Faktoren für den Verein.

Was nehmen Sie sich mit Union als Ziel vor?

Der Klassenerhalt steht über allem. Wir müssen Woche für Woche unsere beste Leistung abrufen, sonst wird es schwierig. Individuell gesehen will ich gesund und verletzungsfrei bleiben, um der Mannschaft zu helfen und meinen persönlichen Teil dazu beizutragen.

Sie haben in England monatsweise zur Miete gewohnt, haben Sie denn hier in Berlin schon eine langfristige Bleibe gefunden?

Wir haben schon vorher eine Wohnung in Berlin gehabt, deswegen war das schon optimal.

Letzte Frage, wie hat ihr Trainer in Liverpool, Jürgen Klopp, auf den Wechsel reagiert?

Er hat gesagt, dass es eine spannende Aufgabe für mich ist, auch wenn es in Anführungszeichen ein kleinerer Verein ist. Es gäbe viele Möglichkeiten, mich hier auszuzeichnen und auf mich aufmerksam zu machen. Ich sei im besten Torwartalter um zu spielen und deswegen findet er es gut.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Uri Zahavi, rbb Sport.

Sendung: rbbUM6, 13.10.2020, 18:00 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Was vermissen Sie denn nun genau unter diesem Beitrag, André? Häme und Spott von Hertha Fans oder ebensolches von Union Fans? Zumindest aber wohl, dass man die Verpflichtung von Karius stark kritisch sieht und den FCU und deren Anhang als Heuchler 'enttarnt' sowie dem rbb ob der "Hofberichterstattung" auch noch eine reinwürgt, oder wie?

    Wirklich schade, dass Ihr recht missgünstiger Wunsch hier nicht in Erfüllung gegangen ist. :-(

  2. 1.

    Wäre der zu Hertha gewechselt hätte hier Häme und Spott eingesetzt. Aber nun bei Union, still ruht der See und der ist quasi schon Kult. Wie offenkundig doch die fragwürdige Wahrnehmung zu unserem Köpenicker Bundesligisten ist, von den Fans selbst, die immer noch denken Sie haben mit Kapitalismus nichts zu tun und die Medienöffentlichkeit die das vermeintliche Image feiert und ebenso im Sinne eines Haussenders unkritisch multipliziert. Wie dieses liebenswürdige Interview hier. Na, rbb, ihr könntet gemeint sein. Und wo bleibt der Kollege Kroh? Still ruht der See... .

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