11mm Fußballfilmfestival Men of Hope
Audio: Inforadio | 14.10.2020 | Jakob Rüger | Bild: 11mm Fußballfilmfestival

Fußball-Filmfestival "11mm" in Berlin - "Der gefährlichste Job der Welt"

Das Berliner Kino Babylon zieht ab Donnerstag wieder Fußball-Fans in seine Säle. Eigentlich hätte das Filmfestival "11mm" schon im Frühjahr stattfinden sollen. Durch den Lockdown beginnt es erst jetzt, mit halbwegs gewohnter Nähe und einer Revolution.

Ein deutsch-kroatischer Trainer führt zwei Jahre die Nationalmannschaft Afghanistans bis in das Finale der Südasienmeisterschaft. Mit charmantem Optimismus und großer Menschlichkeit hat Petar Šegrt den vielleicht gefährlichsten Job der Welt ausgeübt. "Men of hope" begleitet seine Suche nach Talenten, die Schwierigkeit, den wohl unbeliebtesten Reisepass der Welt zu bekommen und den Kampf gegen Korruption.

Es ist die Eröffnungsdokumentation des 17. Fußball-Filmfestivals "11mm" am Donnerstagabend im Berliner Kino "Babylon" in Mitte. Rund 60 Filme werde in fünf Tagen in den verschiedenen Sälen zu sehen sein. "Wir haben immer gesagt, wir wollen es unbedingt machen, wenn es geht. Aber über allem steht natürlich unsere Sicherheit und die der Zuschauer", sagt Veranstalter Christoph Gabler.

"Das hat uns hart getroffen"

Zwei große Schwerpunkte bestimmen das diesjährige Programm: Zum einen die Filmreihe über Torhüter mit dem Titel "Keepers", zum anderen soll ein bunter Randaspekt des Sports gewürdigt werden, in dem Fußballer als Schauspieler auftreten.

Eigentlich hätte das Festival wie gewohnt schon im Frühjahr stattfinden sollen, doch dann kamen Corona und der Lockdown der Kinos. Gabler erinnert sich: "Wir standen zwei Wochen vor der Eröffnung, fast alles war vorbereitet. Das hat uns hart getroffen. Es ist ein Festival, wie wir es noch nie hatten."

Wie so viele Dinge in diesen Tagen wird es auch im Babylon etwas anders ablaufen als gewohnt. Das Zusammenkommen und der Austausch zwischen den Filmemachern und Zuschauern soll möglich sein. Es wird aber mehr vor dem Kino stattfinden als in dem Filmpalast. Auch gibt es weniger Gäste aus dem Ausland. Petar Šegrt wird kommen.

Paralleles Online-Angebot

Bei der diesjährigen Austragung gibt es zudem eine kleine Revolution. Neben dem Kinoangebot werden ein Drittel aller Filme auch online zu sehen sein. Auf der Website des Filmfestivals kann für 11 Euro ein Streamingticket erworben werden, das für den gesamten Zeitraum gültig ist. "Auch Eröffnung und Abschluss werden online laufen, so dass jeder, der sich nicht wohl fühlt bei dem Gedanken ins Kino zu gehen, trotzdem die Chance bekommt, irgendwie dabei zu sein", sagt Gabler.

Die Online-Variante könnte sogar ein Modell für die Zukunft sein, nur werde sie das Kino niemals ersetzen, glaubt Gabler: "Wir verstehen uns schon ganz klar als ein Festival, das ins Kino gehört und im Kino stattfinden soll. Das Online-Angebot könnte aber für Menschen interessant bleiben, die vielleicht nicht nach Berlin reisen können."

"Dieses Werk ist herausragend"

Auch wenn es ihm sehr schwer fällt, sich zu entscheiden, das persönliche Highlight von Christoph Gabler sind die fünf Filme des Jury-Wettbewerbs. Genauer gesagt ist es die Dokumentation "homegames".

Die Filmemacherin Alisa Kovalenko begleitet die ukrainische Fußballerin Alina. Die hat ein wahnsinnig schwieriges Leben, in dem sie sich allein um ihre beiden Geschwister kümmern muss, da die Mutter schwer krank ist. Trotzdem gibt sie ihren Traum vom Fußball nie auf. "Dieses Werk ist herausragend. Der Film verbreitet eine unheimliche Kraft, den kann ich jedem empfehlen", sagt Gabler.

Sendung: rbbUM6, 17.10.2020, 18:00 Uhr

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