Ex-Herthaner Marko Rehmer (Quelle: imago images/Metodi Popow)
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Interview | Ex-Spieler Marko Rehmer über Hertha BSC - "Ein bisschen mehr Engagement kann man schon erwarten"

Drei Punkte aus vier Spielen: Der Bundesligastart lief für Hertha BSC nicht gerade optimal. Ex-Spieler Marko Rehmer erklärt im Interview, wie die Berliner das wiedergutmachen können und warum er sich auf lange Sicht keine Sorgen macht.

rbb|24: Am Samstag geht es für Hertha nach Leipzig. Wie sehen Sie die aktuelle Lage? Ist das eine besondere Drucksituation nach drei Niederlagen?

Marko Rehmer: Ein bisschen kann man schon sagen, dass langsam der Druck kommt. Drei Punkte aus vier Spielen - das ist nicht unbedingt das, was man sich vorgestellt hat. Gerade die Auftritte zu Hause mit zwei Niederlagen, das war alles andere als ein optimaler Start. Man kann jetzt in Leipzig natürlich wieder vieles gut machen und vielleicht auch mit einem Punkt wieder zurückkommen.

Sehen Sie denn die Probleme ähnlich wie es Trainer Bruno Labbadia beschreibt: die fehlende Hierarchie, die fehlende Kommunikation – auch durch die vielen Sprachen, die die Spieler sprechen?

Im Fußball braucht man nicht unbedingt Sprachkenntnisse. Natürlich ist es nicht einfach für einen Trainer, die Sachen zu vermitteln, die man weitergeben möchte. Aber Fußball spricht eine Sprache und die ist eigentlich, sich auf dem Platz den Arsch aufzureißen und drei Punkte zu holen. Es war natürlich durch die Länderspielreisen ein bisschen schwierig. Viele waren unterwegs und man weiß nicht - auch durch die Corona-Pandemie - wer gesund zurückkommt. Es sind auch noch neue Spieler dazugekommen, das muss sich natürlich noch ein bisschen finden. Aber ein bisschen mehr Engagement kann man schon auf dem Platz erwarten.

Sehen Sie denn durch die Investitionen von Lars Windhorst einen besonderen Druck? Ist da Handlungsschnelligkeit gefordert oder muss man sich auch die Zeit lassen können?

Ich würde sagen, jetzt am Anfang sollte man sich schon noch die Zeit lassen können. Natürlich war es kein optimaler Start, aber auf längere Sicht gesehen und mit den Möglichkeiten, die Hertha BSC jetzt hat, müssen andere Ziele formuliert werden. Ich glaube, dass es jetzt noch zu früh ist. Aber man muss jetzt sukzessive sagen, dass man von Jahr zu Jahr dann wieder international dabei sein muss.

Im letzten Jahr gab es bei Hertha ja viele Turbulenzen. Sehen Sie den Verein mit Trainer Bruno Labbadia jetzt wieder im ruhigeren Fahrwasser?

Das wird sich zeigen. Aktuell ist es nicht ruhig, was ja auch normal ist. Aber ich denke, dass mit Bruno ein Trainer geholt wurde, bei dem man auf längere Sicht Kontinuität erwarten kann. Ich glaube schon, dass es, wenn alle wieder zusammenspielen und die neuen Spieler integriert werden, in die richtige Richtung geht.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Torsten Michels, rbb Sport.

Sendung: rbb UM6, 23.10.2020, 18 Uhr

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