Wrestler Axel Tischer (Quelle: WWE Corporation)
Audio: Inforadio | 20.10.2020 | Matthias Gindorf | Bild: WWE Corporation

Sport ohne Corona-Pause - Wie sich Wrestler Axel Tischer von Berlin in die USA gekämpft hat

Axel Tischer ist viele Jahre als Wrestler in Berlin in den Ring gestiegen, nun kämpft er in der berühmtesten Liga der Welt in den USA. Dort hat das professionelle Wrestling selbst während der Corona-Pandemie keine Pause eingelegt. Von Matthias Gindorf

Vor ziemlich genau fünf Jahren feierte Axel Tischer sein Debüt in der WWE. Mit dem Ringnamen "Alexander Wolfe" trat er live in der Wrestling Show NXT auf - ein Ableger der großen WWE. World Wrestling Entertainment ist ein börsennotiertes Multimilliarden Dollar-Unternehmen. Die Shows sind auf der ganzen Welt zu sehen. Kinder, Jugendliche und Erwachsene lassen sich von den geskripteten Kämpfen und Showeinlagen begeistern. Die WWE ist der Platzhirsch aller Ligen. Es gibt zwar noch viele andere Promotions, wie es in der Branche heißt. Aber wer es zur WWE geschafft hat, ist ganz oben angekommen.

Mit 13 zum ersten Mal im Ring

Axel Tischer war gerade 13 Jahre alt, als er zum ersten Mal eine Wrestlingschule besuchte. Das war im Jahr 2000 in seiner Heimat Dresden. Als Erwachsener traute er sich den nächsten Schritt und wechselte nach Berlin in die GWF Wrestlingschule in Neukölln. "Hier habe ich fast alles über das professionelle Wrestling gelernt", sagt Axel Tischer im Interview mit rbb|24, "wie man sich verhält, wie man sich präsentiert und auch alle physischen Aspekte." Denn auch wenn es im Ring so aussieht, als ob sich die Wrestler kräftig schlagen oder treten, jeder Move ist einstudiert und sollte niemandem wehtun.

Schnell machte sich der blonde, 1,87 Meter große und 105 Kilo schwere Deutsche einen Namen in der Szene. Als "Axeman" trat Axel Tischer bis 2014 für die GWF - die German Wrestling Federation - regelmäßig in Berlin auf. Viele Shows fanden dabei in einem Zirkuszelt am Ostbahnhof statt. "Das war nicht groß, es passten vielleicht 300 Leute rein. Aber die Stimmung war gigantisch. Daran erinnere ich mich gerne zurück", so Axel Tischer. Für ihn sind die Erinnerungen an diesen "Hexenkessel" heute noch präsent. Er hat auch immer noch Kontakt zu seinen Ring-Kollegen von damals.

Der Schritt in die USA

Im Jahr 2015 bekam Axel Tischer die Chance auf ein sogenanntes "Tryout" bei der WWE. Eine Art Casting für Wrestler. Dabei konnte er die Amerikaner überzeugen und so gelang ihm schließlich der Schritt in die größte Wrestlingliga der Welt. Die deutschen Fans vermisst er aber manchmal schon noch. "Die sind ernster als die Amerikaner. In den USA lassen sich die Zuschauer mehr auf das Wrestling im Ring ein. Der deutsche Fans weiß es mehr zu schätzen, wenn er eine gute Show geboten bekommt", sagt der 34-Jährige.

Das Wrestling in Berlin musste wegen Corona lange pausieren. Die GWF hat erst im September wieder Shows abgehalten. Die WWE in den USA hat keine Pause gemacht. Die Wrestler werden zum Schutz vor einer Ansteckung rund um die Shows regelmäßig getestet, wohnen abgeschottet in Hotels, in der Halle sind keine Zuschauer erlaubt und die Maske ist Pflicht - nur nicht beim Kampf im Ring. Wer infiziert ist, wird natürlich in Quarantäne gesteckt. Social Distancing ist bei einer Kampfsportart im Ring natürlich nicht möglich.

Axel Tischer mit seiner Gruppe "Imperium" (Quelle: WWE Corporation)Wrestler Axel Tischer und seine europäischen Kollegen bilden die Gruppe "Imperium".

Angst um den Traum?

Axel Tischer lebt seinen Traum in den USA. Er tritt zusammen mit drei anderen Wrestlern in einer Gruppierung namens "Imperium" auf. Die Kollegen sind auch alle aus Europa und schon lange enge Freunde. Dass das alles mal wegen Corona zusammenbrechen könnte, hat Axel Tischer nie befürchtet. "Wenn es passiert - dann passiert es", gibt sich der Deutsche kämpferisch, denn "dann gibt es auch einen Grund und es sollte so sein".

Aber "wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste". Im Moment ist Axel Tischer gesund, froh und glücklich, dass er Teil des weltweiten Wrestling Business sein darf. So tritt er jetzt wieder jede Woche als "Alexander Wolfe" in der WWE an, lebt seinen Traum weiter und trägt dabei immer eine kleine Deutschlandfahne auf seinem Ringoutfit.

Sendung: Inforadio, 20.10.2020, 10:15 Uhr

Beitrag von Matthias Gindorf

1 Kommentar

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  1. 1.

    rbb
    Ist dieser Beitrag im Corona blog richtig platziert?

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