Luka Sikma zieht gegen die Frankfurt Skyliners zum Korb (imago images/Tilo Wiedensohler)
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Basketball | Bundesliga-Auftakt - Alba gewinnt 79:66 gegen Frankfurt

Alba Berlin hat das erste Bundesliga-Spiel der Saison mit 79:66 gegen die Fraport Skyliners gewonnen. Trotzdem ging die Mannschaft von Trainer Aíto García Reneses mit schlechter Laune aus der Halle. Von Ilja Behnisch

Titelverteidiger Alba Berlin ist mit einem 79:66 gegen Frankfurt in die neue Bundesligasaison gestartet. Für die Berliner war es der zweite Auftritt nach der mehr als zweiwöchigen Corona-Zwangspause. Zuvor unterlagen sie am Donnerstag dem FC Barcelona in der Euroleague deutlich mit 67:103. Bester Werfer der Albatrosse war Luke Sikma mit 14 Punkten, gefolgt von Jayson Granger (13) und Ben Lammers (12).

Frisch aus der Quarantäne

Gegen das Frankfurter Team, das vergangene Woche für einige Tage geschlossen in Quarantäne gewesen war und erst am Freitag wieder als Mannschaft trainieren konnte, hatte die Albatrosse nur in den ersten Minute Probleme. Danach konnte die Defensive der Skyliners dem variablen Positionsspiel Albas kaum noch etwas entgegensetzen.

Dementsprechend deutlich endete das erste Viertel mit 22:9 für die Gastgeber in der gespentisch leeren Mercedes-Benz-Arena. Bester Scorer in der Anfangsphase war Simone Fontecchio, der auf acht Punkte kam. Jayson Granger zeigte in Abwesenheit von Peyton Siva eine souveräne Vorstellung als Spielmacher seiner Mannschaft, die von Beginn an auch im Offensiv-Rebound zu überzeugen wusste.

Alba mit Spielfreude

Auch das zweite Viertel ging mit 27:13 eindeutig an Alba. Anders als bei dem verpatzten Euroleague-Spiel wirkte das Team deutlich eingespielter. So gelangen bald auch riskante Manöver, insbesondere den Alba-Centern. Ben Lammers etwa traf nach einem wilden Turnaround-Wurf für zwei Punkte. Johannes Thiemann tauchte sogar vermehrt an der Drei-Punkte-Linie auf und schaffte bereits nach 17 gespielten Minuten Historisches, da drei seiner vier Distanzwürfe ihr Ziel fanden. Rekord für Thiemann, der bis dato niemals mehr als zwei Drei-Punkte-Würfe pro Bundesliga-Partie geschafft hatte.

Es lief also für Alba, so sehr, dass sich auch Luke Sikma nicht lange bitten ließ. Der US-Amerikaner lieferte zunächst mit einem hinter dem Rücken gespielten Pass eine Vorlage für Marcus Eriksson, ehe er selbst anfing zu punkten. Zum Ende der ersten Halbzeit war er mit zwölf Punkten Alsbas Topscorer. Frankfurt hingegen fand gegen eine aufmerksame Alba-Defensive kaum Lösungen, nahm fast ausschließlich schwierige Würfe und litt somit zwangsläufig unter einer katastrophalen Wurfquote. Nur 38 Prozent der Zwei-Punkte-Versuche landeten im Ring.

Blamable Schlussphase

Die zweite Halbzeit begann zunächst wie die erste. Erneut verteidigten die Gäste aufmerksam und eng am Gegenspieler. Doch im Gegensatz zum ersten Durchgang blieb der Einbruch diesmal aus. Auch wenn Alba hin und wieder sein Können aufblitzen ließ, so wie nach fünf gespielten Minuten im dritten Viertel, als der Ball in schneller Passfolge über Jayson Granger und Marcus Eriksson zu Ben Lammers kam. Ein Angriff, so schnell und nahtlos vorgetragen, dass die Frankfurter selbst nicht recht zu wissen schienen, wie Lammers derart ungedeckt zwei Punkte holen konnte.

Doch der Traum-Basketball blieb Stückwerk. Das dritte Viertel endete 15:15. Erst im Schlussviertel schienen die Kräfteverhältnisse wieder hergestellt. Alba zog von dannen, baute seinen ohnehin komfortablen Vorsprung weiter aus. Ehe in den letzten fünf Minuten gar nichts mehr ging und die Frankfurter einen 25:0-Lauf hinlegten. Dabei fehlte den Gästen ihr eigentlicher Top-Scorer Matt Mobley krankheitsbedingt.

Straffes Programm

Und so zeugte die Körpersprache der Alba-Spieler nach dem Schlusspfiff nicht unbedingt von einem 79:66-Erfolg. Zu sehr hingen offenbar die finalen Minuten der Partie in den Köpfen. Oder wie es Johannes Thiemann am Mikrofon von Magentasport sagte: "Wenn wir mit 33 vorne waren, können wir das Spiel nicht so nach Ende bringen."

Es gibt also noch viel zu tun für Alba. Und genug Möglichkeiten auf Besserung, denn die kommende Woche hat es in sich. Am Dienstag steht das Pokalspiel gegen Bonn an, am Donnerstag muss Alba in der Euroleague beim griechischen Spitzenklub Olympiakos Piräus antreten und am Sonntag geht es in der Bundesliga mit der Partie in Oldenburg weiter.

Sendung: Inforadio, 08.11.2020, 15:24 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

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