Torwart Mathias Niederberger von den Eisbaeren Berlin steht auf dem Eis
Audio: Inforadio | 14.11.2020 | Jens-Christian Gußmann | Bild: imago/Andreas Gora

Eisbären nach der Auftaktniederlage im Vorbereitungsturnier - Nur keine Panik

Gegen Schwenningen bestritten die Eisbären das erste Spiel im Wettkampfmodus seit acht Monaten. Doch die Freude darüber wich schnell dem Frust: Die Pleite offenbarte noch viele Schwächen. Trainer Serge Aubin sieht aber keinen Grund zur Panik. Von Lisa Surkamp

Stürmer Mark Olver donnerte mit einem lauten Knall die Bandentür ins Schloss. Pierre-Cedric Labrie brüllte ein Schimpfwort Richtung Eis, nachdem er gerade auf der Strafbank Platz genommen hatte. Es war offensichtlich: Bei der 1:5-Niederlage der Eisbären gegen Schwenningen lief noch nicht viel zusammen.

"Es ist wie ein Saisonstart"

"Das war natürlich nicht der Start, den wir uns erhofft hatten", lautete daher das Fazit von Trainer Serge Aubin. Denn das Spiel gegen die Schwarzwälder war für die Berliner der Auftakt in den MagentaSport-Cup, ein Vorbereitungsturnier auf den möglicherweise im Dezember beginnenden Ligaspielbetrieb.

Für Verteidiger Frank Hördler war es sogar noch mehr. "Es ist nicht wie ein Freundschaftsspiel vor der Saison einzuordnen. Es ist tatsächlich wie ein Saisonstart", sagt der neue Eisbären-Kapitän. "Wir waren darauf vorbereitet."

Die Eisbären spielen es zu umständlich

Zu sehen war das anfangs allerdings nicht. Denn nach gerade einmal 28 Sekunden sprang die alte Anzeigetafel im Welli auf 1:0 für die Gäste um, Ex-Eisbär Darin Olver hatte mit dem ersten Schuss den neuen Goalie Matthias Niederberger überwunden. "Wir hatten mit dem Gegentor natürlich direkt einen schweren Start. Aber ich fand, dass wir uns eigentlich ganz gut gefangen haben", analysierte Parker Tuomie. Der 25-jährige Flügelstürmer traf früh zum verdienten Ausgleich.

Weil die Berliner aber viele Fehler machten, und die Gäste sich in Überzahl als effizient erwiesen, stand es im 2. Drittel plötzlich 1:3. Schwenningen spielte geradlinig und einfach - genau so, wie es eigentlich die Eisbären machen wollten. "Das ist uns offensichtlich nicht gelungen", musste Coach Aubin feststellen. Zwar rutschte der Puck viel im Schwenninger Drittel über das Eis, die Berliner spielten aber häufig einfach zu umständlich. "Irgendwann sind wir an dem Punkt gewesen, wo wir es reintragen wollten", so Kapitän Hördler.

Eisbären glücklos in Überzahl

Den Kampfgeist verloren sie dennoch nicht, zogen die Intensität zu Beginn des letzten Drittels noch einmal an. Erst traf Akil Thomas in Überzahl die Latte. Direkt im Anschluss das nächste "Pling": Diesmal setzte Lukas Reichel die Scheibe gegen den Pfosten. "Es hat zum Spiel gepasst, das die nicht reingegangen sind", so Hördler. Und weil die Glücklosen in den Schlussminuten noch zwei weitere Gegentore kassierten, wurde die Auftaktniederlage noch eine ziemlich deutliche.

"Es herrscht jetzt keine Panik", versicherte Serge Aubin nach der Klatsche gegen den Tabellenletzten der vergangenen Saison. "Wir haben ein junges Team und konnten sehen, dass viele Fehler auf dem Eis passiert sind." Verbesserungspotential, so der Kanadier, habe er überall gesehen. Das gilt es nun schnell abzurufen. Denn mit München und Mannheim warten in der Gruppenphase noch zwei Teams von einem ganz anderen Kaliber auf die Hauptstädter. "Wir haben phasenweise gezeigt, was wir können. Das müssen wir 60 Minuten durchziehen", fordert daher Kapitän Hördler.

Sendung: rbb24, 13.11.2020, 22 Uhr

Beitrag von Lisa Surkamp

1 Kommentar

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  1. 1.

    Das war nur ein Hühnerhaufen der da auf dem Eis stand vom Trainer kein Plan.

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