Emma Hinze feiert ihre drei WM-Titel. Quelle: imago images/Eibner
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Video: rbb UM6 | 30.11.2020 | Torsten Michels | Bild: imago images/Eibner

Radsportlerin Emma Hinze blickt nach vorn - Glücklich in Cottbus

Für Emma Hinze begann das Jahr 2020 mit drei Mal Gold bei der Bahnrad WM in Berlin. Es folgten pandemiebedingte Rennabsagen, die Verschiebung der Olympischen Spiele und eine Knieverletzung. Doch am Olympiastützpunkt in Cottbus schöpft die 23-Jährige neuen Mut. Von Friedrich Rößler

In Cottbus hat Emma Hinze alles, was sie braucht. Freunde, Familie, kurze Wege und ausgezeichnete Trainingsmöglichkeiten. "Für mich ist das sehr wichtig, dass ich das alles wirklich zusammen habe", bekräftigt die dreifache Weltmeisterin. Die Qualität des Olympiastützpunktes in der Lausitz hat sich herumgesprochen, Hinzes Freund Maximilian Dörnbach und ihr Bruder Carl, die beide auch aktive Radsportler sind, hat es ebenfalls in die Lausitz verschlagen. "Man kann viel leichter Dinge planen, vor allem hat man auch privat viel mehr Zeit zusammen", sagt der aus Chemnitz zugezogene Dörnbach.

Lieblingsort Kraftraum

Als Hinzes Lieblingsort entpuppt sich gerade der Kraftraum. Lieber verbringe sie dort drei Stunden, statt draußen auf dem Fahrrad. Ihre Knieverletzung habe sie mental belastet, gerade der ungewisse Zustand, ob und wie es weitergeht, habe ihr zu schaffen gemacht. "Es macht mich gerade sehr glücklich, dass es wieder so gut läuft im Training", bemerkt die gebürtige Hildesheimerin.

Sie sei wieder voll belastbar, allerdings längst nicht auf dem Leistungsniveau vom Jahresanfang. Bei der Bahnrad WM in Berlin holte sie drei Mal Gold - im Sprint, im Keirin sowie im Teamsprint mit Pauline Grabosch und Lea Sophie Friedrich.

"Druck? Wofür?"

"Wir haben bestimmt noch ein bisschen Potential, um die Beinchen aufzublasen, ringsherum ein kleines bisschen dazu zu modellieren", sagt ihr Trainer Aleksander Harisanow. Das wäre die Basis, um noch mal schneller fahren zu können. Emma Hinze setzt sich aber nicht unter Druck: "Wofür auch? Das wäre ja viel zu früh!"

Ihr nächstes großes Ziel heißt Olympia, die Spiele in Tokyo sollen im Sommer 2021 stattfinden. Andere Termine stehen bisher nicht in ihrem Renn-Kalender.

Um sich in Ruhe und Geborgenheit darauf vorbereiten zu können, hat die blonde Radsportlerin ihren Vertrag mit dem Track-Team Brandenburg um vier Jahre verlängert. Schließlich habe sie in Cottbus ja gerade alles um sich herum, was sie benötigt.

Sendung: rbb UM6, 30.11.2020, 18:15 Uhr

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