Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußballverbands (Quelle:imago/Matthias Koch)
Video: rbb UM6 | 26.11.2020 | Uri Zahavi | Bild: imago/Matthias Koch

Interview | BFV-Präsident Bernd Schultz - "Wir sind noch relativ entspannt, was die Abwicklung dieser Saison anbelangt"

Der Berliner Fußball-Verband hat am Mittwoch beschlossen, die Winterpause vorzuziehen. Wie die Entscheidung zu Stande kam und wie es nun weitergehen kann, erzählt BFV-Präsident Bernd Schultz im Interview.

rbb|24: Bernd Schultz, am Mittwoch tagte das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes. Mit welchem Ergebnis?

Bernd Schultz: Das Präsidium hat sich hinter die Festlegungen unserer spieltechnischen Ausschüsse gestellt, dass wir ab sofort die Winterpause einläuten. Also es gibt im Amateurfußball, das heißt ab der Berlin-Liga bis runter zu den Jugendmannschaften, keinen Fußball mehr in diesem Jahr.

Was bedeutet das genau?

Das bedeutet zunächst einmal natürlich eine Verlängerung der Pause, bedauerlicherweise. Weil ja auch Training nur für Kinder bis 12 Jahre zulässig ist in Berlin. Ansonsten bedeutet das für die Vereine zunächst mal einen weiteren Monat Untätigkeit, was wir sehr bedauern. Zumal wir auch nach wie vor glauben, dass im Trainingsbetrieb überhaupt keine Gefahr besteht. Aber gut, die Politik hat sich jetzt so festgelegt, das müssen wir zunächst akzeptieren. Und auch wir müssen zur Kenntnis nehmen: Die Zahlen in Berlin sind nach wie vor erschreckend hoch.

Wie lange ging diese Sitzung?

Das ging relativ schnell. Die Spieltechniker hatten das vorbereitet, wir hatten auch Videokonferenzen mit den Vereinen im Vorfeld, haben auch deren Meinung mitgenommen. Und auch da war die überwiegende Haltung, wir mögen die Winterpause jetzt einläuten, damit Planungssicherheit besteht. Zumal, es wären maximal zwei Spieltage und eine Pokalrunde möglich gewesen. Insofern haben wir jetzt Klarheit für die Vereine. Es wird im Januar weitergehen.

Wie sieht es denn mit dem Training aus?

Es ist momentan untersagt. Die Sportstätten sind geschlossen, mit Ausnahme für Gruppen von maximal zehn Personen im Alter bis zwölf Jahre plus Trainer. Alles andere, mit der Ausnahme der Regionalliga, ist untersagt. Das gilt auch für Hallen, da sind die Maßnahmen der Stadt sehr streng.

Welche Szenarien gibt es für das neue Jahr?

Wir müssen zwei Dinge unterscheiden. Wir haben unsere oberste Spielklasse, die Berlin-Liga, die soll nach gültiger Beschluss-Lage ja noch mit Hin- und Rückrunde spielen. Da ist noch eine Menge an Spieltagen zu bewältigen. Das wird nur mit Mittwoch-Spieltagen im Frühjahr zu realisieren sein. Aber auch hier haben die Vereine sehr deutlich gesagt, dass sie die Saison nicht durchprügeln wollen. Auch hier geht es um eine pragmatische Lösung, möglicherweise durch eine Wertung nur der Hinrunde. Aber das muss noch diskutiert werden. Für alle anderen Spielklassen haben wir, heute würde ich sagen: sehr weitsichtig, bereits im September entschieden, dass wir nur eine einfache Runde spielen und diese werten. Da sind wir momentan noch relativ entspannt, was die Abwicklung dieser Saison anbelangt, dass wir das bis zum Sommer hinbekommen.

Das heißt, es gibt noch keinen konkreten Restart-Termin?

Nein, den gibt es noch nicht. Wir müssen die Entscheidung der Politik abwarten. Aber wir reagieren aktuell auf die Situation, wir haben Pläne in der Schublade, mit bestimmten Start-Terminen. Wenn die Saison im Februar erst beginnen kann, selbst wenn sie erst im März beginnen würde, ist es, wie gesagt immer außerhalb der Berlin-Liga, für uns alles noch handlebar.

Das Interview ist die leicht redigierte Fassung eines für das Fernsehen aufgezeichneten Gesprächs. Das Gespräch führte Uri Zahavi.

Sendung: rbb UM6, 26.11.2020, 18:15 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Ich bete und hoffe,dass es im neuen Jahr weitergehen kann.
    Der Berliner Fussball Verband hat ein sehr gutes Hygienekonzept und es sind auch keine Fälle bekannt,wo sich jemand beim Fussball spielen infiziert hat.
    Im Gegenteil das Training an der frischen Luft stärkt das Immunsystem.
    Ich hoffe unsere Regierung "bestrafft" unsere Kicker*innen nicht noch länger.

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