Dortmunds Erling Haaland erzielt das Tor zum 1:1 (Quelle: imago images/Matthias Koch)
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Audio: Inforadio | 21.11.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

2:5 gegen Borussia Dortmund - Hertha BSC geht bei Haaland-Show unter

Hertha BSC wollte endlich gegen ein Spitzenteam punkten - und in der ersten Hälfte sah es gegen Borussia Dortmund auch noch gut aus. Die Berliner führten mit 1:0. Doch nach der Pause folgte die große Show von BVB-Star-Stürmer Erling Haaland.

Bitterer Abend für Hertha BSC: Nach guter erster Hälfte und zwischenzeitlicher 1:0-Führung verloren sie am Samstagabend gegen Borussia Dortmund mit 2:5 (1:0). Überragender Mann auf dem Feld im leeren Olympiastadion war Erling Haaland. Der 20-jährige Norweger traf gleich vierfach für den BVB und erledigte die Berliner so fast im Alleingang.

Der Spielverlauf

Dortmund war von Beginn an bemüht, die Kontrolle zu übernehmen. Das gelang ihnen auch - ohne dass sich die Offensive rund um Star-Stürmer Erling Haaland nennenswerte Chancen erarbeitet hätte. Auch, weil Hertha es dem Top-Team aus dem Ruhrpott mit einer aggressiven Verteidigung schwer machte. Waren sie in den ersten Minuten vor allem auf diese Defensivaufgaben fokussiert, wagten sie sich in der Folge Stück für Stück nach vorne.

Zielte Dodi Lukebakio nach elf Minuten aus der Distanz noch über das Tor, machte es Matheus Cunha nach einer halben Stunde - nach Vorarbeit des 23-jährigen Belgiers - besser: Aus rund zwanzig Metern traf er zur 1:0-Führung. (33.) Der BVB erhöhte in der Folge den Druck. Die erste Großchance hatten sie aber erst in der Schlussminute der ersten Hälfte: Haaland verpasste einen Pass von Raphael Guerreiro in bester Position jedoch noch denkbar knapp. (45.+2)

Das änderte sich nach der Pause. Denn da begann die große Show des 20-jährigen Norwegers. Gerade einmal 17 Minuten brauchte er für drei Tore: Erst erzielte er nach Vorarbeit von Emre Can aus kurzer Distanz das 1:1 (47.), dann traf er nach Pass von Julian Brandt von halblinks ins rechte Eck (49.) und schließlich nutzte er einen Abstimmungsfehler zwischen Marvin Plattenhardt und Omar Alderete in der Hertha-Defensive aus, schnappte sich den Ball und umkurvte Keeper Alexander Schwolow (62.).

Dortmund führte mit 3:1 - und war klar auf der Siegerstraße. Von Hertha kam nicht mehr viel und der BVB war nun im Spitzenteam-Modus. Guerreiro (70.) und erneut Haaland (80.) erzielten die Treffer vier und fünf. Cunha konnte zwischendurch durch einen strittigen Foulelfmeter nur verkürzen (79.). Als das Spiel sportlich längst entschieden war, folgte noch ein historischer Moment: Youssoufa Moukoko kam für Haaland auf den Platz - und ist nun mit 16 Jahren und einem Tag jüngster Spieler in der Geschichte der Fußball-Bundesliga.

Die Kurz-Analyse

45 Minuten sah es gut aus für Hertha. Als Arne Friedrich in der Pause beim TV-Sender DAZN zum Interview stand, fand der Sportdirektor der Blau-Weißen viele positive Worte. Und das völlig zurecht. Die Berliner hatten den BVB so gut im Griff, wie man ein Spitzenteam mit dieser individuellen Qualität nun eben im Griff haben kann. Eigentlich nur eine Großchance zugelassen - und selbst vorne eiskalt zugeschlagen: Die Führung war nicht unverdient.

Beste Voraussetzungen für die zweite Hälfte. Eigentlich. Doch in der fegten die Gäste ab der ersten Minute über Hertha hinweg. "Dortmund kommt mit einer ganz anderen Körpersprache aus der Halbzeit", sagte Hertha-Verteidiger Maximilian Mittelstädt nach dem Spiel, "und dann spielen sie es mit der ganzen Qualität, die sie im letzten Drittel haben, auch gut raus." Qualität, die viele Namen trägt - an diesem Abend jedoch vor allem einen: Erling Haaland.

Das der Norweger schwer zu kontrollieren ist? Keine Frage, das mussten schon ganz andere Mannschaften erleben. "Trotzdem fallen einige Tore zu einfach. Daran müssen wir arbeiten, dass das nicht passiert", merkte Mittelstädt an. Selbstkritik, die durchaus berechtigt war. Der Bruch im Berliner Spiel war sichtbar. Kitten konnten sie ihn nicht mehr. Spürbar überrumpelt ließen sie es nun vielmehr einfach über sich ergehen. Die Fehler wurden eklatant. Das 1:3 war da nur ein Sinnbild. Die Rückkehr zur Stabilität auch in schwierigen Spielsituationen - ein Punkt, den Bruno Labbadia auf seine lange To-Do-Liste aufnehmen muss. Damit es dann irgendwann vielleicht tatsächlich mit einem Sieg gegen ein Spitzenteam klappen kann.

Das sagt das Netz

Zu Spielbeginn sahen viele - nichts. Eine Störung beim zuständigen Streamingportal verärgerte die Fans.

Nach einer guten ersten Häfte zeigte sich dieser Nutzer vor allem von einem Berliner Neuzugang begeistert.

Nach der Pause lief aber nicht mehr viel zusammen.

Die Stimmen zum Spiel

RSS-Feed
  • Bruno Labbadia vor einem Spiel von Hertha BSC. Quelle: imago images/regios24
    imago images/regios24

    Bruno Labbadia 

    "Zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten gesehen."

  • Dortmund-Trainer Lucien Favre (Quelle: imago images/Jan Huebner)
    imago images/Jan Huebner

    Lucien Favre 

    "Sehr, sehr schwer gegen diese Mannschaft."

  • Dortmunds Julian Brandt (Quelle: imago images/Laci Perenyi)
    imago images/Laci Perenyi

    Julian Brandt über Haaland 

    "Da beschwert sich momentan keiner drüber."

Das Spiel im Liveticker

Die Tabelle

Fußball Bundesliga

  • Samstag, 21.November, 15.30 Uhr
    Bayern München - Werder Bremen1:1(0:1)
    Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg1:1(1:0)
    1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart3:3(1:2)
    FC Schalke 04 - VfL Wolfsburg0:2(0:2)
    Arminia Bielefeld - Bayer Leverkusen1:2(0:1)
    Samstag, 21.November, 18.30 Uhr
    Eintracht Frankfurt - RB Leipzig1:1(1:0)
    Samstag, 21.November, 20.30 Uhr
    Hertha BSC - Borussia Dortmund2:5(1:0)
    Sonntag, 22.November, 15.30 Uhr
    SC Freiburg - FSV Mainz 051:3(0:3)
    Sonntag, 22.November, 18.00 Uhr
    1.FC Köln - Union Berlin1:2(1:1)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München861128:12+1619
    2.Borussia Dortmund860220:7+1318
    3.Bayer Leverkusen853016:9+718
    4.RB Leipzig852116:5+1117
    5.Union Berlin843118:8+1015
    6.VfL Wolfsburg83509:5+414
    7.Borussia Mönchengladbach833213:13012
    8.VfB Stuttgart825116:12+411
    9.Werder Bremen825110:10011
    10.FC Augsburg832310:11-111
    11.Eintracht Frankfurt825111:13-211
    12.1899 Hoffenheim822414:15-18
    13.Hertha BSC821515:18-37
    14.SC Freiburg81349:19-106
    15.FSV Mainz 05811610:21-114
    16.Arminia Bielefeld81165:17-124
    17.1.FC Köln80358:14-63
    18.FC Schalke 0480355:24-193
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

    • Champions League
    • Qualifikation CL
    • Europa League
    • Relegation
    • Absteiger

Sendung: rbb24, 21.11.2020, 21:45 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    Am Trainer liegt es meiner Meinung nach nicht! Labbadia ist ein ganz seriöser, tüchtiger und maximal engagierter Typ.
    Das Transfermanagement war sehr unglücklich, zu zögerlich, viel zu viel auf den letzten Drücker. Es wäre fast schon ein Wunder, wenn die Mannschaft bereits stabil eingespielt wäre. Und der Spielplan ist auch unglücklich für die Hertha: Bisher alles Gegner aus der oberen Tabellenhälfte.
    Es war naiv anzunehmen, dass Dortmund jetzt gerade recht kommt (sinngemäß Aussage von Preetz in den Medien. Damit hat er nochmal völlig unnötig Druck gemacht, psychologisch sehr, sehr ungeschickt.

  2. 22.

    Die Hertha ist und bleibt nur Mittelmaß und ist ein Abbild der Berliner Politik.
    Viel Geschrei, viel Tamtam und nichts dahinter.
    Wie bei der Hertha, muss auch in Berlin, der Vorstand gehen.
    Eingefahren, unflexibel, langweilig, fernbestimmt.
    Hier der Sponsor und der selbstherrliche Vorstand, da das unselige untergehende Rot, die SED-Linken und die Vorschriften-, Bevormundungs- und Verbotspartei Bü90/Die Grünen.

  3. 21.

    Ganz ehrlich was die Spieler in der zweiten Hälfte geliefert haben ist eigentlich Arbeitsverweigerung und dabei geht's mir nicht mal um die Millionengehälter.
    Eine Frechheit sowas anzubieten und nicht mal irgendein Foul gegen den Harland zu setzen.
    Sorry aber dann sollte man lieber auf hungrige Spieler setzen die einfach Lust darauf haben hier zu kämpfen.
    Zuerst würde ich plattenhardt und stark entlassen.
    Und mindestens fünf cunhas dazuholen, der einzige der wirklich gekämpft hat.

  4. 20.

    Von alleine geht der nie. Denn woanders dürte er keinen gutbezahlten Job bekommen. Diese Trantüte.

  5. 19.

    Quo vadis Bruno Labbadia! Wird er noch das Ende der Saison beim „Big City Club“ überleben? Oder wird die Notbremse bald gezogen? Fragen über Fragen!

  6. 18.

    Na ist ja schön, dass beim Fußball und der Berichterstattung gar kein Corona Thema ist. Der Rest der Welt muss sich einschränken, schon gar nicht dürfen Kinder Fußball spielen - aber wo der Rubel rollt, da drücken wir eben alle Augen zu.

  7. 17.

    Ja gern, wir bitten darum! Und wenn Union heute gegen Köln ein wenig mithilft, dann klappt es auch. Am 18. Dezember reden wir dann noch mal darüber...

  8. 16.

    Mit Hertha verhält es sich wie mit Westberlin. Es ist ein Sumpf, der nicht mehr auszutrocknen ist.

  9. 15.

    Wie immer Hertha, wenn sie Glück haben finden wir sie in der nächsten Runde wieder in der ersten Bundesliga. Schade zwei Mannschaften aus Berlin in der ersten Liga.

  10. 14.

    Preetz im ZDF : „ Der BVB kommt zur richtigen Zeit ! „
    Preetz bei rbb24 : „ Mal nen Großen schlagen ! „
    Ach „ Großer Manager „ , was träumen Sie nachts ?!

  11. 13.

    Los Hertha - da geht noch was. Die fünf Plätze schafft ihr noch. Uuups - sorry - Tabelle verkehrtrum gehalten.

  12. 12.

    Uups... der Big City Club hat schon wieder verloren...
    Jetzt muss man sich aber so langsam ranhalten um Bayern noch einzuholen ! *lach*
    Aber egal, wenn nicht wird Hertha dann irgendwann mal wieder Zweitligameister. ;o))))

  13. 11.

    Haarland gehörte eigentlich in die Quarantäne als K1. Manche sind gleicher.

  14. 10.

    Bald ist wieder ein Trainerwechsel fällig, auch wenn ich denke, daß man eher die Mannschaft austauschen sollte.

  15. 9.

    Ich bin Hertha-Fan. Jeder,der nicht totalen Reali-
    taetsverlust hat, wusste das dieses Spiel für
    Hertha verloren geht. Wären da nicht die Medien.

  16. 8.

    Sorry. Ich hatte zu Spielbeginn kommentiert und wollte niemanden verhöhnen, nur mit Augenzwinkern bissel provozieren. Mit der Kenntnis zwei Stunden später hätte ich es gelassen.

  17. 7.

    Ich fand die erste Halbzeit gar nicht so schlecht, auch wenn die Führung unverdient erschien. So ist Fußball. Dass der BVB das so nicht stehen lässt, war zu erwarten und und wir als der andere Hauptstadtklub sind nicht der BVB und müssen im Derby sehr auf der Hut sein, um nicht wieder unter die Räder zu kommen. Das wird ein ganz anderes Spiel, aber bis dahin könnten wir den Vorsprung noch ein wenig ausbauen...

  18. 6.

    Wann geht er denn endlich,der Preetz.

  19. 5.

    Na für 45 Minuten hat es ja gereicht

  20. 4.

    Als Köpenicker dürfen Sie natürlich gerne auch mal einen Berliner Verein kommentieren. Genießen Sie den Lauf von Union, solange er anhält.

  21. 3.

    Die Saison ist noch lang, wenn Union sich mal am Ende im Mittelfeld halten kann, dann wird alles gut. Aller Hohn kann einen selber treffen. :)

  22. 2.

    Darf man hier als Köpenicker kommentieren? ;) Wünsche jedenfalls Hertha gutes Gelingen im Abstiegskampf :)

  23. 1.

    "Hertha BSC will Top-Team Borussia Dortmund ärgern"
    Der RBB erwartet wie immer in der Schlagzeile viel von der Hertha.

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