Hertha-Keeper Alexander Schwolow gestikuliert (Quelle: imago images/Christian Schroedter)
Audio: Inforadio | 11.12.2020 | Astrid Kretschmer | Bild: imago images/Christian Schroedter

Interview | Hertha-Keeper Alexander Schwolow - "Jeder hat verstanden, dass wir nur als Team gewinnen können"

In Augsburg hat Hertha BSC einen wichtigen wie überzeugenden Sieg eingefahren. Nach der Länderspielpause will Torhüter Alexander Schwolow mit seinem Team daran anknüpfen. Ein Gespräch über Fortschritte, Thomas Müller und vertauschte Badelatschen.

Ein Trainingsspiel elf gegen elf, das geht für Alexander Schwolow und seine Mitspieler im Training von Hertha gerade nicht. Weil die Berliner insgesamt 13 Spieler für ihre Nationalmannschaften abgestellt haben, ist die Trainingsgruppe von Coach Bruno Labbadia derzeit überschaubar. Gefordert werden Torhüter Schwolow und das Team aber dennoch. Denn nach zuvor fünf Spielen ohne Sieg wollen sie nach der Länderspielpause an den 3:0-Erfolg gegen Augsburg anknüpfen. Keeper Alexander Schwolow sprach am Dienstag über ...

… die Situation vor dem Spiel gegen Augsburg:

Das war ein Schlüsselspiel, weil es diese Aufwärtstendenz in den letzten zwei Spielen (gegen Wolfsburg und Leipzig, Anm. d. Red.) gab und wir auf keinen Fall wieder einen Rückschritt erleben wollten. Der Chefcoach hat schon öfter gesagt, dass wir nach dem Ende der letzten Saison einen leichten Rückschritt hatten und ein paar Sachen, die schon funktioniert hatten, nicht mehr funktioniert haben. Deswegen ging es darum, dass wir die Dinge, die wir in den zwei Spielen zuvor gezeigt haben, beibehalten und in das Augsburg-Spiel hineintransferieren. Wohl wissend, dass wir, wenn wir da wieder nicht gepunktet hätten, uns unten festsetzen.

Es ging darum, dass wir uns belohnen und die gute Arbeit auch in Punkte ummünzen. Ich denke, das haben wir ordentlich gemacht. Aber ich muss da den Warner spielen, dass wir jetzt keinen Deut nachgeben. Insgesamt sind wir mit der Punkteausbeute natürlich nicht komplett zufrieden. Daher wollen wir in den nächsten Spielen die Punkte holen und vor allem auch die Entwicklung weiter vorantreiben.

… die Gründe für den Aufwärtstrend der Mannschaft:

Wir haben immer betont, dass es Zeit braucht, bis wir uns alle gefunden haben. Wir hatten noch zwei, drei neue Spieler, die wir integrieren mussten. Und wir hatten natürlich auch immer wieder Probleme mit den Abstellungen für die Nationalmannschaften und wurden auch ein Stück weit zurückgeworfen, wenn Spieler in Quarantäne mussten. Aber ich denke, dass sich jetzt über die Wochen die ganze Arbeit bezahlt macht. Wir haben jetzt genügend Zeit miteinander verbracht, so dass wir die Abläufe besser sehen. Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass jetzt jeder verstanden hat, dass wir nur als Team und wenn jeder 100 Prozent gibt eine Chance haben, in der Bundesliga ein Spiel zu gewinnen. Wenn wir das tun, sind wir eine sehr gute Mannschaft und können es an einem guten Tag mit jedem aufnehmen.

… die Kommunikation innerhalb des Teams:

Es ist immer noch so, dass wir noch mehr reden könnten auf dem Platz. Nicht nur um des Redens Willen, sondern damit wir uns gegenseitig helfen. Ich mache das generell schon immer so. Als Torwart bist du es einfach gewohnt, weil du oft versuchst, zu coachen oder den Jungs eine Hilfe zu sein - auch, um im Spiel zu bleiben. Wir sind auf einem guten Weg und haben die Kommunikation schon verbessert. Trotzdem haben wir da noch Luft nach oben. Thomas Müller ist da ein gutes Beispiel. Es ist einfach eklig, wenn du da im Zentrum einen Spieler hast, der die Jungs vorne steuert. Gerade durch die leeren Stadien hörst du ja aktuell jedes Wort. Das ist einfach unangenehm, wenn du gegen so eine Mannschaft spielst, wo einer so laut redet und sagt: 'Jetzt haben wir sie. Jetzt lassen wir sie nicht mehr raus.' Das ist schon wichtig und da können wir auf jeden Fall noch lauter sein.

… sein Torwartspiel:

Ich bin schon ein mitspielender Torwart. Ich versuche natürlich, der Mannschaft hinten als Anspielstation direkt im Spielaufbau eine Hilfe zu sein. Ansonsten verstehe ich mich natürlich als klassischer Torwart, der die Bälle halten muss. Das Wichtigste ist, dass du das, was auf das Tor kommt und haltbar ist, auch hältst. Ich denke, das gelingt mir bis jetzt ganz gut.

… einen seiner neuen Vordermänner, Neuzugang Omar Alderete:

Für ihn ging alles ganz schnell. Ein paar Tage nach seinem Transfer hat er schon sein erstes Bundesligaspiel gemacht. Ich finde, er ist gut reingekommen. Beim Thema Sprache müssen wir noch ein bisschen mit ihm arbeiten, damit er die Kommandos besser versteht. Generell ist er ein super Junge. Er ist mein Sitznachbar in der Kabine und vertauscht gerne mal meine Badelatschen. Da muss er auch noch ein bisschen dazulernen. (lacht) Ansonsten freuen wir uns, dass er da ist.

Sendung: rbb24, 10.11.2020, 22:00 Uhr

2 Kommentare

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  1. 1.

    Das ist genau das richtige Rezept: Mannschafts-
    Geist, miteinander reden, sich gegenseitig helfen,
    sich auf dem Platz unterstützen. Dann geht es
    weiter aufwärts. Wenn man erst das Erfolgsgen
    intus hat, will man es nicht mehr missen.
    Alles Gute für Trainer und Mannschaft. Ha Ho He
    Hertha BSC!!!

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