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Audio: Inforadio | 22.11.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images

Hertha-Trainer Labbadia nach Dortmund-Spiel - "Können mithalten, wenn alle mitmachen"

Einen Tag nach der 2:5-Niederlage gegen Borussia Dortmund äußerte sich Herthas Trainer Bruno Labbadia über den zunächst erfolgreichen Plan gegen Vierfach-Torschütze Erling Haaland, Fußball am Anschlag und wiederkehrende Trainingsinhalte.

Über das Spiel gegen Dortmund

"Das Spiel spiegelt sehr unsere Saison. Wir sehen viele gute Sachen, dass wir auch gegen einen Gegner wie Dortmund, wenn alle mitmachen, mithalten können. Dann müssen wir aber voll am Anschlag sein. Das waren wir in der ersten Halbzeit. (…) Das war nachher zu einfach, wie Borussia Dortmund zu den Toren gekommen ist. Auch wenn sie es gut gemacht haben. Aber wenn man sieht, wie sie fast bei jedem Tor in Überzahl waren, dann war das zu einfach.

Was mir sicherlich nicht gefallen hat, ist, dass wir es im vorderen Bereich taktisch nicht so umgesetzt haben, wie wir uns das vorgestellt haben. Das war auch ein großer Bestandteil der Halbzeitansprache, dass wir das besser machen müssen. Weil wir da einfach nicht gut geordnet waren, wie wir uns das vorgestellt haben. Immer mal hat einer es nicht mitgemacht, zwei haben es gemacht."

Über die gute erste Halbzeit

"Wir haben es auch in Augsburg schon sehr gut gemacht und wollten das mitnehmen. Wir hatten so gut wie keine Trainingseinheit gehabt, deswegen haben wir sehr viel über Video gemacht. Wir mussten uns dann vor dem Spiel nochmal auf ein neues System einstellen von Borussia Dortmund, die sich ein Stück weit nach uns gerichtet haben, nämlich, dass sie einen andern Aufbau gehabt haben. Das haben wir trotzdem gut hinbekommen. Bis auf dass wir im vorderen Bereich nicht gut angelaufen sind und nicht genug Druck gemacht haben.

Ansonsten, das hat man gesehen in der ersten Halbzeit, haben wir mutig hinten raus gespielt, haben dann aber auch den Gegner so lange gezogen, bis wir zum Beispiel beim Tor den Ball lang geschlagen haben. Das sind Dinge, die wir immer wieder ansprechen und auch trainieren. Fußballerisch haben wir es gut gemacht. Aber nochmal: Das ist zwar schön und gut, das Ergebnis passt aber einfach nicht. Das haben wir jetzt schon ein paar Mal gehabt und deswegen ist die Enttäuschung einfach sehr, sehr groß. Auch wenn wir die Ansätze sehen."

Über die Leistung von Vierfach-Torschütze Erling Haaland

"Da muss man erstmal sagen, dass ich wenige Spieler kenne, die so einen guten Laufweg haben. Weil, was Haaland ganz speziell macht, dass er sich immer nur zwischen den zwei Innenverteidigern zeigt und dann aber vor allem eins macht: Er orientiert sich nach dem vorderen Innenverteidiger. Und wir haben extra gesagt, dass der zweite Innenverteidiger immer ein Stück weit abgekippt sein muss, damit er diesen Zugriff hat. Das war Omar (Omar Aldarete, Anm. d. Red.) in dem Fall. Es war genauso wie wir uns das vorgestellt haben, er war abgekippt, aber er ist dann einfach nicht mitgelaufen, sondern er hat auf Abseits gespielt und das nutzt ein Haaland brutal aus. Er (Omar Alderete, Anm. d. Red.) hat für mich in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Leider war es in der zweiten Halbzeit nicht ganz so, ein Stück unglücklich."

Über den Umgang mit der Niederlage

"Wir haben heute Morgen eine längere Besprechung mit der Mannschaft gehabt, wo wir die Mannschaft auch mit einbezogen haben, auch wissen wollen, wie sie es denn gesehen haben. Wenn man sich das Spiel nochmal in Ruhe anguckt, dann muss man sagen, (…) wir sind total geordnet, stehen gut da, sind dann aber nicht konsequent und drei Leute lassen Can (Emre Can vor dem 1:1, Anm. d. Red.) vorbeilaufen. (…)

Wir haben die Tore viel zu leicht bekommen. Wir haben nicht diese hundertprozentige Konsequenz an den Tag gelegt, die wir gegen Topmannschaften wie Borussia Dortmund an den Tag legen müssen. Weil: Denen reicht eine Chance. Dafür haben sie eine Wahnsinns-Qualität. Deswegen werden sie um den Titel mitspielen. Das Traurige für uns ist, dass wir gesehen haben, dass wir mithalten können, wenn alles am Anschlag arbeitet."

Sendung: Inforadio, 22.11.2020, 10 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    zu ule

    Hertha B.S.C. hat bei 8 Spielen bereits gegen Dortmund, Bayern und Leipzig gespielt. Der Verein aus Köpenick hat gegen die letzten 5 der Tabelle gespielt sowie Augsburg , Hoffenheim und Gladbach.

    Da verzerrt die Bundesliga Tabelle. Nach dem 34 Spieltag wird abgerechnet. Und da wird Hertha B.S.C. vor Köpenick stehen.

  2. 7.

    Gehen die Niederlagen so weiter, muss man auch bei Hertha damit wieder rechnen das evtl. ein Abstieg in die 2.Liga droht.
    Der Trainer ist der Gelackmeierte. Na ja, die Saison ist ja gottseidank noch lang, vielleicht bessert sich alles noch zum Guten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

  3. 6.

    Das ist kein Rumgeheule, sondern eine klare
    Feststellung.
    Viele Gruesse nach Hoyerswerda.

  4. 5.

    Wie die Tabelle zeigt ist die Nummer 1 in Berlin nicht Hertha sondern Union !

  5. 4.

    Man weiß doch schon davor, wenn man einen ausländischen Nationalspieler verpflichtet, daß sowas passiert!
    Wenn man das nicht möchte, daß man Spieler für Nationalmannschaften abstellen muss, dann sollte man einfach solche Spieler nicht holen! So einfach ist das! Also hausgemachtes Problem! Das ist nicht nur bei der Hertha so! Darum verstehe das ganze Rumgeheule von allen Teams nicht, die das selbe Problem wie die Hertha haben!!

  6. 3.

    Hertha hat ein besonderes Problem. Die grosse
    Anzahl von Nationalspielern, die immer wieder
    abgestellt werden müssen, einschließlich der
    Reisezeiten. Das stört natürlich auch die
    Integration der Spieler. Aber es war erst der 8.
    Spieltag. Also gibt es noch jede Menge Hoffnung.

  7. 2.

    Die Probleme die hier angesprochen werden haben alle Mannschaften, nicht nur hertha. Ich denke, bei einem anderen Management und etwas mehr Bescheidenheit vor saisonbeginn wäre die erwartungshaltung auch nicht so hoch. Ein sponsor ist ja nicht schlecht, aber ich muss mich ihm nicht ausliefern. Geld allein macht noch keine Mannschaft. PSG ist dafür ein gutes Beispiel. Und der investor muss auch zu seinen zusagen stehen. Fehlt irgendwie auch. Das so spät verpflichtet wurde ist auch Problem der ausstehenden Zahlungen.

  8. 1.

    Zum Glück ist noch nicht einmal 1/4 der Saison gespielt und mehrere andere Mannschaften haben die gleichen Probleme oder noch mehr (wie Schalke). So sollte man derzeit nicht verzweifeln und die Nerven verlieren. Diese Mannschaft ist eben im Vergleich zur Vorsaison komplett umgekrempelt worden bzw. wichtige Transfers kamen erst ganz am Ende der Transferperiode. Und aufgrund der ständigen Länderspielpausen in Verbindung mit der multikulturellen Zusammensetzung gibt es natürlich noch Kommunikationsprobleme. Und damit Abstimmungspannen in der Defensive wie missratenes auf Abseitsspielen und ähnliches.
    Aber dennoch glaube ich daran, dass Labbadia und sein Team bald konstante defensive Stabilität in die Mannschaft bringen werden. Das ist jedenfalls wesentlich einfacher als einer Mannschaft beizubringen, Tore zu schießen. Aber das kann sie ziemlich gut wie man schon mehrfach gesehen hat - auch gegen top Gegner wie Bayern oder Leipzig.

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