Krzysztof Piatek jubelt über sein Tor in Augsburg (picture alliance/Stefan Puchner)
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Heimspiel gegen Dortmund - Hertha will endlich einen Großen schlagen

Die Formkurve zeigt nach oben. Doch die Länderspielpause sorgt bei Herthas Stammspielern für müde Beine und noch ausstehende Corona-Testergebnisse. Und dann kommen auch noch Dortmunds begnadete Wunderkinder. Von Dennis Wiese

Personal

Länderspielpausen gleichen in Corona-Zeiten mittlerweile ein wenig einem Russisch Roulette. Wen erwischt es? Und, auch diese Frage stellt sich: In welchem Ausmaß?

Nach dem ersten Einsatz der Nationalmannschaften Anfang September musste Stürmer Krzysztof Piatek in Quarantäne, verpasste Herthas Saisonauftakt im DFB-Pokal. Im Oktober infizierte sich Neuzugang Matteo Guendouzi bei seinen Länderspielen mit der französischen U21-Nationalmannschaft mit dem Coronavirus.

Diesmal kommt der Großteil der zwölf Hertha-Internationalen im Laufe des Donnerstags nach Berlin zurück. Dann wird auf Corona getestet. Am Freitag findet das einzige gemeinsame Training statt.

Mittelstürmer Jhon Cordoba fehlt definitiv verletzt, für ihn soll Piatek beginnen. Der Pole hat nach vielen torlosen Parteien zuletzt wieder getroffen - im letzten Bundesligaspiel in Augsburg und auch für die Nationalmannschaft.

Es fehlen: Santiago Ascacibar (muskuläre Probleme), Jhon Cordoba (Bänderverletzung im Sprunggelenk), Jordan Torunarigha (Trainingsrückstand nach Syndesmoseteilriss und Covid-19-Erkrankung)

Die Form

Gutes Spiel, aber keine Punkte in Leipzig, Unentschieden gegen Wolfsburg, überzeugender Erfolg in Augsburg. Das ist Herthas Formkurve in Worten. Vor allen Dingen die Art und Weise, mit der die Blau-Weißen die bisherige Überraschungsmannschaft Augsburg beim 3:0-Erfolg auseinandergenommen haben, war stark. Doch dann kam eben die Länderspielpause.

Wie viel Schwung, wie viel Überzeugung Hertha von diesem Sieg geblieben ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Mit Borussia Dortmund kommt ein selbsternannter Titelanwärter. Es folgen: Bayer Leverkusen, das Derby gegen den 1. FC Union und Borussia Mönchengladbach. Vier Top-Teams in Serie, gegen die Hertha liefern muss. "Wir sind nicht zufrieden, wenn wir gegen einen guten Gegner ein gutes Spiel machen. Wir wollen gewinnen. Auch gegen Borussia Dortmund", sagt Hertha-Trainer Bruno Labbadia.

Der Gegner

Mit Teenagern zum Titel – das ist Dortmunds große Hoffnung. Jude Bellingham ist gerade 17 Jahre alt. Und Stammspieler. Genau wie Giovanni Reyna, der gerade vor ein paar Tagen 18 wurde. Mit Youssoufa Moukoko steht gar ein Rekord-Jugendlicher in den Startlöchern. Dagegen gehören Jadon Sancho und Erling Haaland mit ihren 20 Jahren schon fast zu den Etablierten.

Unter dem früheren Hertha-Trainer Lucien Favre begeistern die Jungen in der Offensive, aber auch die Dortmunder Abwehr gehört zu den besten der Liga (erst fünf Gegentore), auch weil Weltmeister Mats Hummels wieder in glänzender Verfassung ist. Eins aber bleibt scheinbar beim Alten: An den Bayern kommt der BVB nicht vorbei. Vor der Länderspielpause kassierte Dortmund zu Hause eine 2:3-Niederlage in einem hochklassigen Schlagabtausch.

Herthaner im Fokus

Wie oben schon erwähnt: Stürmer Piatek konnte endlich wieder die Pistolen abfeuern. Nach jedem Tor rutscht der polnische Nationalspieler auf den Knien und deutet mit den Händen schießende Pistolen an. So geschehen im Länderspiel gegen die Ukraine. Und, beim 3:0-Erfolg in Augsburg, endlich auch wieder im Hertha-Trikot. In der Bundesliga blieb Piatek zuvor neun Spiele ohne Treffer, wurde von Neuzugang Cordoba im Sturmzentrum verdrängt.

In Augsburg hat sich Cordoba, Typ bulliger Brecher mit Torgarantie, verletzt. Piatek wurde eingewechselt. Und nutzte seine Chance mit einem Treffer und einer Vorarbeit. Der Winterneuzugang lebt von seinen Laufwegen in den Strafraum. Bislang gelang es Hertha zu selten, diese Qualitäten in Szene zu setzen. Vorerst dürfte Piatek gesetzt sein - und sollte gegen Dortmund in der Startelf stehen.

Besonderheiten

Das Spiel zwischen Hertha und Dortmund könnte in die Fußball-Geschichtsbücher eingehen. Dann nämlich, wenn Youssoufa Moukoko zum ersten Mal in einem Bundesligaspiel auflaufen sollte. Mit 16 Jahren und einem Tag wäre der als Wunderkind geltende Stürmer jüngster Bundesligaprofi aller Zeiten. Seit Jahren ballert sich der Deutsch-Kameruner im Nachwuchs von Rekord zu Rekord. Auch die Bundesliga trauen sie dem Noch-15-Jährigen in Dortmund zu.

Sturm-Kollege Erling Haaland etwa sagte, er sei in Moukokos Alter noch längst nicht so gut gewesen. Auch Hertha-Trainer Bruno Labbadia hat beim Jungstürmer Torjägerqualitäten ausgemacht: "Wenn man weiß, wo das Tor steht, ist es egal, wie alt man ist - ob 16 oder 35."

Sendung: rbb24, 19.11.2020, 21:45 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Geht der Größenwahn schon wieder los?

  2. 1.

    Mal schauen was Moukoko so in echt drauf hat, könnte ein böses Erwachsen für die Alte Dame geben

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