Partien auch in Risikogebieten - Hertha BSC muss Nationalspieler trotz Corona für Länderspiele abstellen

Herthas Matheus Cunha im Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft (Quelle: imago images/Agencia EFE)
Bild: imago images/Agencia EFE

Hertha BSC wird für die kommenden Länderspiele seine Nationalspieler "schweren Herzens" abstellen, wie Hertha-Manager Michael Preetz bei der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel in Augsburg (Sa., 15.30 Uhr) am Donnerstagmittag sagte.

In der kommenden Woche sind die Nationalmannschaften weltweit im Einsatz, auch in Corona-Risikogebieten. Herthas Ligakonkurrent Werder Bremen hatte zuvor verkündet, keine Nationalspieler für die anstehenden Länderspiele im Ausland abzustellen.

Andere Verordnungen des Bremer Gesundheitsamtes

Der Weltverband FIFA hatte die Regeln zur Abstellungspflicht der Vereine erst im Oktober geändert. Demnach müssen Klubs ihre Nationalspieler nicht abstellen, wenn am Ort des Vereins oder am Ort des Länderspiels "eine zwingende Quarantäne oder Selbstisolation von mindestens fünf Tagen" einzuhalten ist oder "eine Reisebeschränkung" für eine dieser Städte besteht.

Das Bremer Gesundheitsamt schreibt eine Quarantäne von eben diesen fünf Tagen nach einer Rückkehr aus einem Corona-Risikogebiet vor. Das ist beim für Hertha zuständigen Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf anders, wie Preetz bestätigte: Kehrt ein Spieler aus einem Risikogebiet zurück, kann er eine Quarantäne umgehen, wenn er einen negativen Coronatest nachweist, der nicht älter als 48 Stunden ist. "Wenn das Gesundheitsamt hier in Charlottenburg für Hertha BSC eine ähnliche Verordnung wie in Bremen verfügen würde, würden wir die Abstellung selbstverständlich verweigern", so Preetz.

Guendouzi nach letzter Länderspielpause mit Coronavirus infiziert

Nach der vergangenen Länderspielpause im Oktober hatte Hertha genau wie zahlreiche andere Bundesligisten Kritik geübt, weil die Länderspielreisen den Einsatz der Profis im Verein gefährdete.

Hertha-Neuzugang Matteo Guendouzi hatte sich auf seiner Reise mit der französischen U21-Nationalmannschaft mit dem Coronavirus angesteckt und musste anschließend in zehntägige Quarantäne.

Union in Kontakt mit dem Gesundheitsamt

Der 1. FC Union sei im Hinblick auf die Länderspiele nächste Woche derzeit noch im Austausch mit allen Parteien, sagte Trainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld (Samstag, 15:30 Uhr). "Wenn die Spieler aus Risikogebieten fünf Tage in Quarantäne müssten, ist das ein Punkt, den es zu berücksichtigen gilt", sagte Fischer.

Einen finalen Stand gäbe es aber noch nicht. Am Schluss werde es aber "eine Entscheidung geben, die beiden Seiten hilft".

Sendung: rbbUM6, 05.11.2020, 18 Uhr

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Während Urs Fischer mit seinen Team wieder mal
    Gut kann, hat Bruno Labbadia wieder mal nur einen Rumpfkader zur Verfügung. Das ist ganz klare Wettbewerbsverzerrung. Das sollten mal alle Möchtegern Kritiker das nächste Mal bedenken.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Eisbären Berlin gegen Grizzlys Wolfsburg (imago images/Matthias Koch)
imago images/Matthias Koch

2:3 gegen Wolfsburg - Eisbären verlieren auch ihr drittes Heimspiel

Der Saisonverlauf der Eisbären Berlin in der Eishockey-Bundesliga bleibt wechselhaft. Während die Mannschaft auswärts bisher jedes Spiel gewinnen konnte, läuft es zu Hause überhaupt nicht - auch aufgrund kontroverser Schiedsrichterentscheidungen.