Urs Fischer beim Training des 1. FC Union. (Quelle: imago images/Contrast)
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Nach sieben Spielen ohne Niederlage - Union-Coach Fischer über Europa-Gedanken: "Doof und dumm"

Der 1. FC Union Berlin hat einen Lauf. Der 2:1-Sieg in Köln war das siebte Spiel in Folge ohne Niederlage. Für Trainer Urs Fischer ist die Situation kein Grund, übermütig zu werden. Das Ziel bleibt der Klassenerhalt. Das macht der Schweizer nun sehr deutlich.

Urs Fischer ist normalerweise ein ruhiger Zeitgenosse. Es gibt nicht Vieles, das den Schweizer aus seiner Haut fahren lässt. Offenbar gehört eine Diskussion um den Berliner Höhenflug dazu - viel mehr die damit gestiegene Erwartungshaltung der Außenwelt. In einer Medienrunde sprach der Union-Coach über ...

... das von Teilen der Öffentlichkeit in jüngerer Vergangenheit immer wieder diskutierte Thema Europa.

Bei uns ist das Thema Klassenerhalt und nicht Europa. Über Europa nachzudenken ist doof, doof und dumm. Die Zielsetzung bleibt der Klassenerhalt. Wenn wir das erreicht haben, können wir uns, abhängig davon wie viele Partien noch zu spielen sind, vielleicht über eine andere Zielsetzung Gedanken machen. Vorher nicht.

... Neuzugang Taiwo Awoniyi, der in Köln seinen ersten Treffer für Union Berlin erzielte.

Man hört von Spielern, die neu zu uns gestoßen sind, dass sie sehr schnell integriert und gut aufgenommen werden. Ich glaube, das ist eine Voraussetzung, um gute Leistungen zu erbringen. Natürlich geht es dann aber auch über Spielpraxis. Taiwo hatte genügend Minuten und hat auch, bevor wir so viele angeschlagene Spieler hatten, das eine oder andere Mal gespielt. Das gibt dann auch ein gewisses Selbstvertrauen. Auch wichtig ist, dass er auf einer Position gespielt hat, die ihm zusagt. Zum Spiel gegen Köln: Das war ein guter Auftritt von ihm. Er konnte viele Bälle festmachen und hat auch in der Rückwärtsbewegung toll gearbeitet.

... die Entwicklung von Union Berlin in der laufenden Saison, deren vorläufiger Höhepunkt der fünfte Tabellenplatz in der Bundesliga ist.

Ich möchte Stand jetzt nicht von einer Entwicklung, sondern von Schritten sprechen, die wir gemacht haben. Das heißt, dass wir uns momentan auf einem guten Weg befinden. Aber wenn es eine Entwicklung geben soll, dann geht es für mich auch um Konstanz. Und die kann man nicht nach acht Spieltagen definieren. Wir versuchen in jedem Spiel zu punkten und am Schluss so viele Zähler zu haben, dass wir unser Ziel erreichen.

... die mediale Aufmerksamkeit, die Union nach einer Serie von sieben ungeschlagenen Spielen in Folge zu Teil wird.

Die Mannschaft vermittelt mir nicht den Eindruck, dass sie sich ablenken lässt. Ich habe das Team in der Länderspielpause beobachtet und habe es sehr konzentriert erlebt. Die Qualität und Intensität stimmt. Trotzdem finde ich es richtig, dass wir das zwischendurch immer wieder ansprechen. Weil die Gefahr sicherlich höher ist, wenn es so gut läuft, wie bislang.

Sendung: rbb um6, 23.11.2020. 18:15 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Es gibt ein paar Dinge, die haben bei Union Bestand. Man geht nicht vor Abpfiff aus dem Stadion (haha, blöde Zeit für diesen Spruch ;-), die Mannschaft wird nicht ausgepfiffen, in der obersten Spielklasse ist der Nichtabstieg immer das wichtigste Ziel und man verkauft seine Seele nicht des Geldes wegen (nur Stadion-Aktien an Fans ;-). Man hört immer wieder Sprüche wie: Das wird sich auch bei euch ändern. Wer weiß, ob die Sprüche irgendwann mal aufhören. Ich finde es gut, dass unser Trainer da völlig mit uns überein stimmt. Auch wenn es andere nicht oder noch nicht verstehen! Eisern!

  2. 14.

    Bitte immer den ganzen Zusammenhang sehen im Leben denn nur so macht alles Sinn..... Platz 5 am Ende ist Europa, Platz 5 jetzt ist Klassenerhalt und darauf sind wir Stolz. Einfach vorher Überlegen bevor man sich äußert

  3. 13.

    Alles gesagt, was dazu gesagt werden muß - Hoffentlich erlebt Max wenigstens einmal in dieser Saison eine volle AF!!!

  4. 12.

    Bis jetzt alles richtig gemacht und wer die Ansetzungen der Rückrunde sich ansieht ,weiß am 29.Spieltag muß alles im Sack sein.Ein großer muss geschlagen werden,dann dürften 40.Pkt. reichen.Das schlimme ist nicht dabei zu sein.Ob Sieg oder Niederlage ,das tut so weh.

  5. 10.

    Das war früher bei Hertha nicht anders. Kaum standen sie im oberen Tabellendrittel wurde sofort von den Medien nach Europa gefragt. Oft löste sich die Träumerei dann zum Saisonende in Abstiegsangst auf.
    Ich finde die Arbeit von Herrn Fischer und den Union Verantwortlichen sehr solide und dabei sollte man auch bleiben: mit beiden Beinen auf dem Boden. Weiter so!!

  6. 9.

    Schon dass er mit klaren Worten gesagt hat was er von dem Gefasel der Journalisten hält.

  7. 8.

    Wen soll Herr Fischer beleidigt haben? Lesen Sie bitte nochmals nach. Er sprach davon, dass über Europa nachzudenken, doof und dumm wäre. Er trifft keinerlei Aussagen zu Personen, lediglich zu einem Gedankenspiel, das von offensichtlich Unkundigen in Ignoranz der Realität getätigt wird. Unterschied erkannt?

    Es ist mir völlig klar und offensichtlich auch Herrn Fischer, dass von Teilen der Medienlandschaft von Außen destruktiver Druck auf den Verein aufgebaut werden soll. Unioner, lasst euch nicht kirre machen! Arbeitet weiter konzentriert und hart an eurem und unserem Ziel! Eisern!

  8. 7.

    Von den fünf Großen kommen vier jeweils zum Ende der Halbserie. Wenn sich bei den Kleinen noch etwas tut, wie jetzt in Mainz, wird Union zum Ende der Saison durchaus noch zittern. Also Füße stillhalten und auf den Klassenerhalt hoffen, falls man Unionfan ist.

  9. 6.

    Sie stehen jetzt auf dem 5.Platz, wieso ist man dumm wenn man von Europa spricht? Beleidigen kann er auch.

  10. 5.

    'Schlussendlich' einer der besten Trainer in Deutschland. :)

  11. 3.

    An der Alten Försterei wird einfach gute Arbeit geleistet, dass der jetzige Tabellenplatz vielen Fans bei den Eisernen große Freude macht ist verständlich. Leider kann diese Freude nicht ausgelebt werden, eine fürchterliche Geduldsprobe. Das solide Grundgerüst ist eine Voraussetzung um auch in dieser Spielzeit die Klasse zu halten und genau das war und ist die Zielsetzung. Hier ziehen Alle an einem Strang, weiter so!

  12. 2.

    Wenigstens einer, der realistisch bleibt. Dass kann man von den Charlottenburger Boulevard-Journalisten nicht sagen.

  13. 1.

    Endlich mal ein Realist am Berliner Fußballhimmel.

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