Urs Fischer gestikuliert beim Spiel gegen Frankfurt. (Quelle: imago images/Bernd König)
Audio: Inforadio | 29.11.2020 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images/Bernd König

Union-Trainer über Nationalelf-Comeback von Kruse - "Man soll ja niemals nie sagen"

Die Derby-Generalprobe gegen Frankfurt war für Union Berlin ein wilder Ritt. Beim 3:3 sorgte Max Kruse mit zwei Treffern wieder für Highlights. Der Stürmer spielt sich immer mehr in den Fokus - sogar über ein DFB-Comeback wird spekuliert. Den Trainer würde es freuen.

Zunächst mit zwei Toren Vorsprung geführt, dann zurückgelegen und letztendlich doch noch einen Punkt geholt. Das 3:3 gegen Eintracht Frankfurt war vor allen Dingen für den neutralen Zuschauer eine sehr unterhaltsame Angelegenheit. Für das Highlight des Tages sorgte Max Kruse. Dessen Leistung stellte auch Trainer Urs Fischer sehr zufrieden. In einer Medienrunde sprach er am Tag danach über...

...das Traumtor zum 3:3 gegen Eintracht Frankfurt

Ich muss meiner Mannschaft einfach ein Kompliment machen. Der Spielverlauf war nicht so, dass wir 2:3 in Rückstand hätten sein müssen. So etwas muss man dann erstmal wegstecken. Die Mannschaft ist ruhig geblieben und hat versucht, spielerische Lösungen zu finden. Beim 3:3 verlieren wir den Ball in der Vorwärtsbewegung, bleiben aber kompakt und verteidigen nach vorne und gewinnen den Ball wieder. Im Anschluss spielen wir Max sehr gut frei und der trifft den Ball optimal. Ich habe mir das Tor nochmal aus der Hintertor-Kamera angeschaut und die Flugbahn des Balles ist wirklich außerordentlich.

...Max Kruse, der ein Thema für Nationaltrainer Joachim Löw werden könnte.

Wenn das so sein sollte, würde ich mich freuen. Ich habe da auch keine Angst vor der Doppelbelastung. Und man soll ja niemals nie sagen. Er war eine lange Zeit weg, aber am Ende geht es über Leistung. Wenn Jogi Löw die Meinung hat, ihn aufbieten zu wollen, wird er das tun. Für mich gilt, dass Max weiter an sich arbeitet und weiter versucht, Schritte nach vorne zu machen. Er hat immer noch Luft nach oben, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Ich glaube man hat auch gegen Frankfurt gesehen, dass er bereit ist, Wege in Kauf zu nehmen. Auch defensiv für die Mannschaft zu arbeiten. Auf der anderen Seite profitiert er auch von der Mannschaft, die versucht, ihn immer wieder freizuspielen. Das ist ein Geben und Nehmen. Das gefällt mir im Moment sehr gut.

...eine coronabedingt schwierigere Vorbereitung auf das Derby gegen Hertha.

Da bin ich positiv eingestellt. Wir hatten Ähnliches vor dem Frankfurt-Spiel und haben das gestern gut über die Bühne gebracht. Natürlich ist das nicht einfach, wenn auf einmal Leute nicht zur Verfügung stehen. Aber die Einsatzbereiten haben das gut kompensiert. Deshalb bin ich auch für die kommenden Spieltage zuversichtlich.

...die 0:4-Derby-Niederlage im Mai: Stellt sie eine eine mögliche zusätzliche Motivation dar?

Logisch. Und nicht nur für die, die gespielt haben, sondern auch für die Neuen. Ich glaube, dass wir (beim Heimspiel gegen Hertha am kommenden Freitag; Anm. d. Red.) eine bessere Leistung abrufen müssen als im letzten Derby. Die Überzeugung und die Entschlossenheit müssen größer sein. Wir müssen uns mehr zutrauen, weil auch die Mannschaft Hertha eine gute Qualität hat. Sie haben Geschwindigkeit und Spieler, die den Unterscheid ausmachen können. Es wird wieder eine geschlossene Mannschaftsleistung brauchen, um am Schluss etwas mitzunehmen. Das ist ein Auswärtsspiel und ein Derby. So eine Partie beginnt immer von Neuem. Es geht um wichtige Punkte für uns. Das habe ich im Kopf - nicht etwa, wer als Favorit in dieses Spiel geht.

Sendung: rbb um6, 29.11.2020, 18 Uhr

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