Springer-Meeting in Cottbus (imago images/Steffen Beyer)
Audio: Inforadio | 30.11.2020 | Andreas Friebel | Bild: imago images/Steffen Beyer

Springer-Meeting mit Alternativprogramm - Cottbus plant Freiluft-Spektakel

Das Cottbuser Springer-Meeting gehört zu den herausragenden Sportveranstaltungen in der Stadt. Coronabedingt steht es auf der Kippe. Nun läuft die Suche nach einer Alternative. Und die könnte spektakulär sein. Von Andreas Friebel

Auch wenn es die leichteste aller Möglichkeiten wäre: Einfach aufgeben und absagen kommt für Direktor Ulrich Hobeck nicht in Frage. Auch 2021 sollen die besten Hochspringerinnen und Stabhochspringer der Welt zum Springer-Meeting nach Cottbus kommen. Diesmal nicht im Winter, sondern im Sommer. "Der Weltverband hat uns empfohlen, dass wir unser Meeting als Freiluftveranstaltung durchziehen. Als eine weitere Ausscheidung für die Olympischen Spiele. Denn wir haben ja einen Sonderstatus."

Eine Absage kommt nicht in Frage

Gemeint ist die Tatsache, dass das Meeting seit Januar 2020 zu den Qualifikationswettkämpfen für Tokio zählt. Der Weltverband würdigte damit die Topbedingungen in Cottbus und wertete seinerzeit die Veranstaltung enorm auf. Das führte dazu, dass Anfang des Jahres so viele Topstars der Szene wie noch nie den Weg in die Lausitz fanden. "Diesen Anspruch haben wir auch für 2021. Wenn wir es machen, dann muss die Weltspitze nach Cottbus kommen", so der Meeting-Direktor.

Vor dem Hintergrund, dass das Springer-Meeting als Qualifikation für Tokio zählt, ist auch klar, dass nur noch der Juni bleibt, um den Wettkampf über die Bühne zu bringen. Denn Ende Juli beginnen schon die Olympischen Spiele.

Schwierige Suche nach Alternativen

So schwierig es ist, einen konkreten Termin zu finden, denn überall auf der Welt sollen Meetings im Sommer nachgeholt werden, so schwierig ist auch die Suche nach einem Austragungsort. Die Lausitz-Arena, seit Jahren für die Veranstaltung fest gebucht, kann es dieses Mal nicht sein. Denn die Hallensaison ist im Sommer längst vorbei. Die Athleten springen zu diesem Zeitpunkt nur noch draußen. Deshalb hat sich das Organisationsteam in der Stadt umgeschaut und nach möglichen Austragungsorten gesucht.

In der engeren Auswahl sind aktuell die Radrennbahn, der Stadthallen-Vorplatz und das Leichtathletik-Stadion. Letztere Variante wird aktuell bevorzugt. Ganz ohne Umbau geht es aber nicht. Hobeck sucht deshalb nach weiteren Sponsoren, "die uns helfen weitere Tribünen aufzustellen, damit die Zuschauer enger an die Athleten heranrücken". Denn die Anlage ist sehr weitläufig und zudem etwas in die Jahre gekommen. Den bisher letzten Umbau gab es dort 1987. "Wir sind gerade dran, die Rahmenbedingungen dort zu prüfen", so Hobeck.

Top-Athleten warten auf Sommertermin

Allzu viel Zeit kann sich der Meeting-Direktor dabei aber nicht lassen, denn die Athleten drängeln schon. So wie Armand Duplanti, der in diesem Jahr in der Halle und im Freien jeweils einen neuen Weltrekord aufgestellt hat. Oder auch der aktuelle Stabhochsprung-Weltmeister Sam Kendricks, der regelmäßig in der Lausitz zu Gast war. Sie alle warten auf Datum und Ort für das Sommermeeting. "Die Sportler wollen zu uns. Und wir möchten ihren Wunsch jetzt auch nicht abschmettern. Aber es wird noch etwas Zeit brauchen, alle organisatorischen Dinge zu regeln."

Anfang Februar, so hofft Hobeck gibt es mehr Klarheit für das Sommer-Meeting. Allerdings will der Cheforganisator auch nicht ganz ausschließen, dass die Cottbuser Top-Sportveranstaltung nächstes Jahr komplett ausfällt.

Sendung: inforadio, 30.11.2020, 13:15 Uhr

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