Mariama Jamanka im Zweierbob in einer Steilkurve (Quelle: imago/foto2press)
Video: rbb UM6 | 18.11.2020 | Jonas Schützeberg | Bild: imago/foto2press

Bob-Olympiasiegerin vor schwieriger Saison - Jamanka: "Ich mag den Druck!"

Vor dem Start in den "Corona-Weltcup" muss Olympiasiegerin Mariama Jamanka überraschend um ihren Platz im deutschen Bobteam kämpfen. Beim Weltcup-Auftakt im lettischen Sigulda steht die Berlinerin unter besonderer Beobachtung. Von Philipp Büchner

Sie wirkt unzufrieden, beunruhigt, es scheint so gar nichts zu passen. Kein Wunder, wenn man als Olympiasiegerin und Ex-Weltmeisterin plötzlich um den Platz im deutschen Zweierbob kämpfen muss ... ach so ... daran liegt es überhaupt nicht. Denn kaum hat Mariama Jamanka Bild und Ton des Videoanrufs ins lettische Sigulda perfekt eingerichtet, wirkt sie zufrieden.

Ein einnehmendes Lächeln, ihr Markenzeichen, ist sofort wieder da. Die Berlinerin sitzt nun locker auf ihrem Hotelzimmer und spricht entspannt über den harten Konkurrenzkampf unter den Frauen im deutschen Bob-Team: "Da es letztes Jahr bei uns vier abwechselnd starke Teams im Weltcup gab und meine Saison auch nicht so gut lief mit Platz vier bei der WM, haben sie halt gesagt, wir setzen keinen und so mussten wir uns alle qualifizieren. Daher war es bei uns vom ersten Wochenende an", Jamanka macht eine Pause und lächelt dann wieder, "spannend."

Mariama Jamnka steht neben ihrer Anschieberin Annika Drazek (Quelle: imago/GEPA)
Bild: imago/GEPA

Vier deutsche Frauenteams in der Weltspitze

Die 30-Jährige ist eine Vollblutsportlerin, geschenkt bekommen möchte sie offenbar nichts. In den sogenannten Selektionsrennen konnte sie mit ihrer Anschieberin Annika Drazek noch nicht voll überzeugen. Vize-Weltmeisterin Kim Kalicki und die Deutsche Meisterin Laura Nolte hinterließen den stärkeren und vor allem konstanteren Eindruck - die beiden sind erst einmal gesetzt.

Als dritten Bob lässt Bundestrainer René Spies nun in den ersten drei Weltcup-Rennen das Duo Jamanka/Drazek starten, anschließend muss Jamanka in Innsbruck Platz machen für Stephanie Schneider. Vor der WM 2021 im Februar im sächsischen Altenberg könnte es noch einmal Ausscheidungsrennen geben.

Ein Luxusproblem, denn an guten Tagen können alle vier deutschen Bobs jedes andere Team der Welt schlagen. "Das ist eine schöne Entwicklung bei uns im Frauen-Bobsport," freut sich Jamanka und fügt dann hinzu: "Das macht es für uns einzelne aber nicht leichter."

Einmal Bobsport ohne alles

Der Weltcup startet an diesem Wochenende mit den Rennen im lettischen Sigulda. Wie in allen anderen Sportarten auch, wird es aufgrund der Corona-Pandemie eine extreme Saison. Alle Besatzungen bleiben aufgrund der Hygienemaßnahmen für sich, getrennt von den anderen Nationen und auch von den anderen deutschen Teams. Zuschauer wird es bei den Weltcups auch keine geben. Einmal Bobsport ohne alles.

Jamanka kann und muss sich dabei zunächst auf den teaminternen Konkurrenzkampf konzentrieren. Sie will gute Ergebnisse liefern, sonst droht ihr bereits nach Innsbruck eine Restsaison ohne weitere Weltcup-Starts - im vorolympischen Jahr wäre das besonders bitter. "Natürlich pusht das einen auch", sagt sie, "die meisten Sportler sehen es als Herausforderung, wenn sie sich gegen andere durchsetzen müssen. Ich gehe gut mit Druck um und mag ihn auch."

Selbst in dieser schwierigen Situation strahlt Mariama Jamanka locker und selbstsicher aus: 'Macht Euch keine Sorgen, ich packe das schon!' Die Bild- und Toneinstellungen in der Videoschalte hat sie ja auch hinbekommen.

Sendung: rbb UM6, 17.11.2020, 18:00 Uhr

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