Die Mannschaft von Alba Berlin bejubelt den Gewinn er deutschen Meisterschaft. Foto: Christof Stache/AFP-Pool/dpa
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Sportlicher Jahresrückblick - Fünf Highlights trotz Geisterspielen und Saisonabbrüchen

Das Jahr 2020 wird aus sportlicher Sicht wegen der Corona-Pandemie noch lange im Gedächtnis bleiben. Doch es hatte neben Saisonabbrüchen und Geisterspielen auch einige Highlights zu bieten. Hier die TOP 5 aus Berlin und Brandenburg.

1. Alba Berlin gewinnt das Double aus Meisterschaft und Pokal

Schon im Februar holte Alba Berlin den BBL-Pokal. Nach längerer Durststrecke war es der erste Titel unter dem spanischen Trainer Aito Garcia Reneses. Doch die Albatrosse waren noch lange nicht satt und legten nach: Beim Finalturnier in München setzten sich die Berliner im Juni in den beiden Endspielen gegen die Riesen Ludwigsburg durch.

Das Turnier wurde aufgrund der Corona-Pandemie verkürzt und abgeschottet von der Öffentlichkeit ausgetragen. Alle Mannschaften waren in einem Hotel untergebracht, die ganze Finalserie der Basketball-Bundesliga wurde innerhalb von drei Wochen über die Bühne gebracht. Eine außergewöhnliche Spielzeit auch für die Hauptstadt-Basketballer, die diese außergewöhnlich erfolgreich beendeten.

Spieler und das Team von Union Berlin feiern den Klassenerhalt nach Abpfiff der Partie gegen Paderborn © imago images/Contrast
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2. Union Berlin gelingt der Klassenerhalt

Im Juni hatte Union Berlin es geschafft: Nach dem Aufstieg 2019 sicherten sich die Köpenicker, nachdem die Saison nach der Corona-Pause im Mai wieder aufgenommen wurde, im Spiel gegen Mit-Aufsteiger Paderborn den Klassenerhalt. Für die Ostwestfalen ging es hingegen gleich wieder zurück in Liga zwei. Union stand am Ende der Spielzeit sogar mit zehn Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang auf dem elften Platz in der Tabelle und übertraf so auch die eigenen Erwartungen.

Dank großen Einsatzes und überraschenden Siegen auch gegen Top-Teams der Liga (Dortmund, Gladbach) sicherte sich die Mannschaft des stets ruhig und besonnen agierenden Trainers Urs Fischer souverän ein weiteres Jahr im Fußball-Oberhaus.

Emma Hinze strahlt über ihre dritte Goldmedaille (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
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3. Emma Hinze wird dreifache Bahnrad-Weltmeisterin

Für die 23-jährige Bahnradsportlerin Emma Hinze vom Track Team Brandenburg dürfte es schwer werden, das Jahr 2020 in ihrer Sport-Karriere zu überbieten. Das blonde Powerpaket aus Cottbus flog bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften Ende Februar in Berlin allen davon und holte sensationell drei Mal die Goldmedaille.

Das erste Edelmetall gewann sie zusammen mit Pauline Grabosch (Erfurt) im Teamsprint. In 32,163 Sekunden setzten sich die beiden Deutschen im Finale gegen Australien (32,384 Sekunden) durch. "Ich dachte, ich spinne. Dass wir so schnell gefahren sind, ist unfassbar", sagte Hinze damals. Der erste Erfolg hätte ihr Flügel für die weiteren Rennen gegeben. Und so kam es dann auch: Die Cottbuserin holte sich erst den Sieg gegen die Russin Anastassija Woinowa in der Königsdisziplin Sprint, um danach auch im Keirin-Finale vor der Südkoreanerin Lee Hye-jin und der Australierin Stephanie Morton zu triumphieren.

Satou Sabally mit Cap und Trikot der Dallas Wings. / WASSERMAN
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4. Satou Sabally wechselt in die US-amerikanische WNBA

Die Geschichte von Satou Sabally beginnt in den USA, wo sie am 25. April 1998 in New York das Licht der Welt erblickt. Ihre Kindheit verbringt sie in Gambia, der Heimat ihres Vaters, bevor sie dann in die Heimat ihrer Mutter nach Berlin zieht. Dort gelangt sie dann 2012 über den Deutschen Basketball Club 2012 zum TuS Lichterfelde. Mit 14 Jahren darf die junge Basketballerin dort dann zum ersten Mal in der 2. Bundesliga auf dem Parkett stehen.

Über den Erstligisten USC Freiburg gelangt sie dann schließlich in die USA zurück. Dort macht Sabally dann im Trikot des College-Teams der Universität Oregon auf sich aufmerksam und erhält mehrere Auszeichnungen. Am 18. April 2020 wird sie dann an zweiter Position des Drafts vom WNBA-Klub Dallas Wings ausgewählt - so früh, wie keine Deutsche vor ihr. Damit wandelt Satou Sabally auf Dirk Nowitzkis Spuren, dessen NBA-Karriere ebenfalls in Dallas startete.

Maximilian Schachmann feiert seinen Triumph bei der Fernfahrt Paris-Nizza. Quelle: imago images/Panoramic International
Bild: imago images/Panoramic International

5. Schachmann gewinnt Paris-Nizza-Paris

Mit Tony Martin aus Cottbus hatte vor neun Jahren zum letzten Mal ein deutscher Radfahrer die prestigeträchtige Fernfahrt Paris-Nizza-Paris gewonnen. Der Berliner Maximilian Schachmann beendete bei der 78. Auflage des "Rennens zur Sonne" diese Durststrecke und feierte mit seinem Start-Ziel-Sieg am 15. März 2020 auch noch den größten Erfolg seiner Karriere.

Der deutsche Straßenmeister verteidigte in der spannenden siebten und letzten Etappe erfolgreich das Gelbe Trikot des Gesamtführenden mit 18 Sekunden Vorsprung auf den Belgier Tiesj Benoot. Das Radrennen wurde schon vorzeitig von den Organisatoren wegen der Corona-Pandemie beendet. Zahlreiche Teams hatten ihre Teilnahme abgesagt. Das Straßenrad-Rennen gehörte zu den letzten Sportevents, die vor dem ersten Lockdown noch ausgetragen worden sind. Die Tour de France zum Beispiel startete 2020 erst Ende August statt Ende Juni.

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