Unions Spieler vor der Partie in Köln. Quelle: dpa/Thilo Schmuelgen
Audio: Inforadio | 10.12.10 | 10:15 Uhr | Simon Wenzel | Bild: dpa/Thilo Schmuelgen

Urs Fischer gefordert - Wer schließt die Kruse-Lücke bei Union?

Max Kruse wird dem 1. FC Union mit einem Muskelbündelriss rund acht Wochen fehlen. Ein herber Verlust für die Köpenicker, denn der 32-Jährige ist bislang der herausragende Spieler bei Union. Doch Urs Fischer hat verschiedene Optionen, Kruse zu ersetzen.

Aus der Tatsache, dass man den verletzten Stürmer Max Kruse in den nächsten Wochen beim 1. FC Union schmerzlich vermissen wird, machen die beiden Offensivspieler Marius Bülter und Marcus Ingvartsen erst gar keinen Hehl. "Natürlich fehlt uns da jemand, der uns in den letzten Wochen viele Ideen gegeben hat. Ihn eins zu eins zu ersetzen, wird schwierig", sagt Bülter. Und Ingvartsen: "Es ist traurig, dass wir jetzt einige Zeit ohne ihn spielen müssen". Trotzdem könnte gerade Bülter vom Ausfall des 32-Jährigen profitieren und nach überstandener Corona-Erkrankung wieder mehr Spielzeit bei den Köpenickern bekommen.

Kruse-Ausfall zur Unzeit

Urs Fischer ist gefordert. Der Übungsleiter, dessen Vertrag bei den Eisernen in dieser Woche verlängert wurde, muss die Lücke schließen, die der bislang herausragende Kruse (10 Spiele, 6 Tore, 5 Vorlagen) hinterlässt. Kein ganz leichtes Unterfangen. Insbesondere, weil es für die Eisernen in den nächsten Spielen gegen Rekordmeister Bayern München, formstarke Stuttgarter und Borussia Dortmund geht.

Wenn der Schweizer sein in dieser Saison so erfolgreiches 4-2-3-1-System beibehalten sollte, ist es wahrscheinlich, dass Marcus Ingvartsen die Kruse-Position im zentralen Mittelfeld einnimmt. Marius Bülter wäre dann der wohl heißeste Kandidat für die linke Außenbahn. Eine weitere Option für Fischer wäre der im Sommer verpflichtete Keita Endo.

Lücke als Kollektiv schließen

Der 27-jährige Bülter, der während seiner Leihe in der letzten Spielzeit so sehr überzeugte, dass Union ihn fest verpflichtete, hat es in dieser Saison nicht einfach. Bislang stand er nur dreimal in der Start-Elf, fünf weitere Male wurde er eingewechselt. Zuletzt bremste ihn eine Corona-Infektion aus, fast drei Wochen konnte der Flügelspieler nicht richtig trainieren. "Ich habe definitiv Substanz verloren. Das musste ich erst aufholen. Jetzt bin ich aber wieder soweit, auch mehr zu spielen", sagt Bülter vor dem Duell gegen den FC Bayern am Samstag (18:30 Uhr). Er möchte dabei helfen, den Ausfall von Max Kruse zu kompensieren. Denn Bülter ist sich sicher: "Das müssen wir als Mannschaft auffangen". Die Lücke soll gemeinsam als Kollektiv geschlossen werden. Dass das möglich ist, habe das Team in den ersten Saisonspielen, als Kruse noch nicht zum Kader gehörte, schließlich schon gezeigt.

Auch 3-4-3-System eine Option

Zum Beispiel am zweiten Spieltag bei Borussia Mönchengladbach. Bei den Fohlen holte die Fischer-Elf ein respektables 1:1-Remis. Der Trainer setzte damals auf das auch in der letzten Saison favorisierte geradlinige Konterspiel im 3-4-3-System. Nicht unwahrscheinlich, dass Fischer auch gegen die stürmischen Bayern zu der defensiveren Aufstellung zurückkehrt. Auch dann dürften Ingvartsen und Bülter wichtige Rollen in den Überlegungen von Urs Fischer spielen. Bülter könnte die linke, Ingvartsen die rechte Außenbahn besetzen. "Das System der letzten Saison wird immer eine Option für uns bleiben. Ob wir es so spielen werden, wird der Trainer entscheiden", sagt Bülter.

Gerade gegen offensivstarke Teams wie Bayern und Dortmund müsse man als Team kompakt stehen, meint Ingvartsen. Der Däne ist allerdings der Meinung, dass das auch im offensiveren 4-2-3-1-System möglich ist. "Ich glaube, dass wir durchaus dem System der letzten Wochen treu bleiben können", sagt Ingvartsen. "Wir müssen die Dinge, die wir zuletzt gut gemacht haben, einfach fortsetzen."

Egal, wie Urs Fischer seine Mannschaft am Ende am Samstag in der Alten Försterei auf das Spielfeld schicken wird, Ingvartsen verspricht: "Ich und auch die anderen Spieler sind bereit, die Lücke zu schließen."

Sendung: Inforadio, 10.12.20, 10:15 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Es ist ja nicht nur kruse der fehlt. Andrich hat die, berechtigte, sperre abzusitzen, gentner und schlotterbeck auch verletzt und poljantalo ist auch noch nicht fit. Also mehr als nur max kruse. Und was Trainer und Management damit zu tun haben sollen erschließt sich mir nicht.

  2. 2.

    Das offensivere 4-3-2-1-System würde gegen Bayern am Sa nicht funktionieren, meiner Meinung nach.
    Ich kann mir gut vorstellen eine defensivere Aufstellung und Konterspiel im 4-3-4-Systen.
    Bloß keine Experimente gegen die stürmischen Bayern! Nur so kann die Fischer-Elf ein Remis holen.
    Das ist aber eher unwahrscheinlich. Die Kruse-Lücke ist ein Problem... Ein großes Problem... Grösser als man denkt...

  3. 1.

    Kann es in einem Kollektiv denn überhaupt qualitative Lücken geben? Wenn Union ohne Kruse nicht mehr so spielen kann wie bisher, dann ist das ein Fehler des Managements und des Trainers.

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