Union vor dem Spiel gegen Stuttgart - Eine Reise in die Vergangenheit

Zweikampf zwischen Grischa Prömel und Christian Gentner im Relegationsspiel (Quelle: imago images / Sven Simon)
Audio: Inforadio | 15.12.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago images / Sven Simon

Die Bilder vom 27. Mai 2019 wird kein Union-Fan mehr vergessen: Mit einem 0:0 gegen den VfB Stuttgart feierte der 1. FC Union erstmals den Aufstieg in die Bundesliga. Am Dienstag treffen beide Mannschaften wieder aufeinander. Von Jakob Rüger

Das Personal

Die Liste der Ausfälle ist lang beim 1. FC Union. Andrich (Rotsperre), Kruse (Muskelbündelriss), Pohjanpalo (Knochenfraktur im Sprunggelenk), Schlotterbeck (Oberschenkelblessur) und Ujah (Arthroskopie im Knie) fehlen definitiv. Dazu sind Verteidiger Hübner (Adduktoren) und Angreifer Ingvartsen, nach seiner Oberkörperverletzung aus dem Bayern-Spiel, fraglich. "Der Kader ist im Moment dünn", sagt Trainer Fischer und schließt dennoch eine Rotation in der englischen Woche aus. "Wenn ich so an Mannschaften denke, die bislang nur englische Wochen hatten, dann glaube ich schon, dass du eine englische Woche auch mal ohne Rotation überstehst." Fischers Gegenüber, Pellegrino Matarazzo, kann beim VfB Stuttgart hingegen aus dem Vollen schöpfen.

Es fehlen: Robert Andrich (Rotsperre), Max Kruse (Muskelbündelriss), Joel Pohjanpalo (Knochenfraktur im Sprunggelenk), Nico Schlotterbeck (Oberschenkelblessur) und Anthony Ujah (Arthroskopie im Knie)

Die Form

Nennen Sie zwei Mannschaften, die Sie in der ersten Tabellenhälfte nicht erwartet hätten! Die Antwort lautet: 1. FC Union und Aufsteiger VfB Stuttgart. Beide Teams haben bereits starke 17 Punkte gesammelt und sind die Überraschungsmannschaften der Saison. Die Schwaben haben am Wochenende die Ära Lucien Favre bei Borussia Dortmund mit einem 5:1-Knall beendet. Überhaupt ist der VfB aktuell sehr auswärtsstark, kein Team holte bislang mehr Punkte. Zu Hause hakt es hingegen, Stuttgart wartet immer noch auf den ersten Heimsieg. Der 1. FC Union konnte am Wochenende beim 1:1 den Deutschen Meister ärgern. Die Köpenicker haben die Derby-Niederlage gegen Hertha offenbar gut verdaut und hatten die Bayern am Rande einer Niederlage. In den letzten zehn Bundesligaspielen hat Union nur ein einziges Mal verloren.

Der Gegner

Für den VfB Stuttgart bedeute der Abstieg in der Relegation gegen den 1. FC Union eine Zäsur. Pellegrino Matarazzo, vorher Co-Trainer in Hoffenheim, übernahm im Januar die verunsicherte Mannschaft, pflanzte ihr einen offensiven Spielstil ein und schaffte souverän den Aufstieg. Stuttgart setzt auf junge Talente aus aller Welt und das mit Erfolg. "Sie haben den Schwung vom Aufstieg mitgenommen", warnt Unions Trainer Urs Fischer. "Sie haben viel Selbstvertrauen, sind mutig und spielen richtig gut." Der VfB hat eine der jüngsten Mannschaften der Liga. Stellvertretend dafür steht der Stuttgarter Top-Torschütze Silas Wamangituka, der 21-jährige Kongolese erzielte bislang sieben Saisontore. Auf ihn müssen die Köpenicker ganz besonders aufpassen. Ach ja: Fünf Stuttgarter Spieler haben den Abstieg und die Relegationsspiele gegen Union noch live miterlebt.

Unioner der Woche

So richtig hat Torhüter Andreas Luthe beim 1. FC Union niemand ernst genommen und spätestens mit der Verpflichtung von Loris Karius dachte wohl jeder, jetzt sind Luthes Tage im Union-Tor gezählt. Doch der 33-Jährige zeigte allen Kritikern und Zweiflern die lange Nase. Mit seiner ruhigen Art und starken Leistungen verteidigte Luthe seinen Platz im Kasten. Zuletzt gegen die Bayern sicherte er den Punktgewinn mit überragenden Paraden ab. Wie schon in seiner gesamten Karriere heißt es wieder mal, egal wie groß die Konkurrenz ist, Luthe spielt immer. Auch gegen den VfB Stuttgart setzen die Eisernen auf ihren erfahrenen Schlussmann.

Besonderheiten

Wenn Urs Fischer in diesen Tagen auf das Relegationsspiel gegen Stuttgart angesprochen wird, dann fängt er unweigerlich an zu lächeln. "Das wird nicht mehr aus dem Kopf gehen, immer wenn du daran erinnert wirst, löst es ein gutes Gefühl aus", so Fischer zum vielleicht größten Erfolg seiner Trainerkarriere. Obwohl Union den VfB in der Relegation nicht bezwingen konnte (2:2 im Hinspiel, 0:0 im Stadion An der Alten Försterei) feierten die Eisernen, dank der Auswärtstorregel, die größte Partie, die Köpenick je erlebt hat. Für die Stuttgarter ging es zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte unter Tränen in die 2. Liga. Nun treffen beide Mannschaften erstmals im Oberhaus aufeinander. Es wird eine Reise in die Vergangenheit. Eine, an die sich vor allem der 1. FC Union sehr gern erinnert.

Sendung: Inforadio, 15.12.2020, 08:15 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    @ rbb: Union hat nicht nur eine tolle "Partie" gespielt, wir haben danach in Köpenick auch ne tolle" Party" gefeiert. ;)

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