Herthas Mattéo Guendouzi fragend nach einem Gegentor. Quelle: imago images/Jan Huebner
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1:4-Niederlage gegen starke Freiburger - Hertha verliert das letzte Spiel des Jahres

Ein kurzes Aufbäumen reichte nicht aus, um etwas Zählbares mitzunehmen: In Freiburg hat Hertha BSC am Sonntag 1:4 verloren. Die Breisgauer gingen früh in Führung und waren über weite Strecken überlegen.

Hertha BSC hat am Sonntag das letzte Spiel des Jahres verloren. Die Berliner erlitten eine bittere 1:4-Niederlage gegen starke Freiburger. Der zwischenzeitliche Ausgleich sorgte kurzfristig für Hoffnung, die aber schnell durch zwei Freiburger Tore zunichte gemacht wurde.

Der Spielverlauf

Schon früh im Spiel übernahmen die Hausherren die Kontrolle - die Herthaner luden mit Ballverlusten allerdings auch dazu ein. Die erste echte Gelegenheit für die Breisgauer führte dann auch gleich zum Tor: Hertha-Stürmer Matheus Cunha verlor den Ball an Freiburgs Jonathan Schmid. Dessen Flanke überflog die gesamte Hintermannschaft der Hertha und landete bei Vincenzo Grifo, der per Flugkopfball für die frühe Führung für Freiburg sorgte. Die Gäste aus Berlin schafften es auch nach dem Rückstand nicht, ihr Spiel zu sortieren. Pässe im Mittelfeld waren häufig zu ungenau und landeten früher oder später beim Gegner.

Die Blau-Weißen kamen erst in der 36. Minute zum ersten Mal vor das Tor der Breisgauer. Nach schönem Zuspiel von Matheus Cunha auf Dodi Lukebakio, legte dieser wiederum auf Maximilian Mittelstädt ab. Der Schuss des Außenverteidigers von der Strafraumkante wurde jedoch abgeblockt – immerhin die erste Chance für Hertha. Kurz vor dem Pausenpfiff war Freiburg dann wieder am Drücker. Grifo hatte das 2:0 auf dem Fuß, als er allein auf dem Weg zu Hertha-Keeper Alexander Schwolow war. Grifos frecher Lupfer landete in Schwolows Armen und so blieb es beim Pausenstand von 1:0.

Die zweite Halbzeit begann ohne Cunha, dafür mit Javairo Dilrosun, der auch gleich für Furore sorgte. Hertha kam zunächst wie ausgewechselt aus der Kabine und hatte sofort mehr Zug zum Tor. Dilrosuns Flanke in der 52. Minute leitete den Ausgleich per Kopf von Lukebakio ein – 1:1. Vier Minuten später hätte Hertha eigentlich die Führung übernehmen müssen. Nachdem erst Dilrosun am Pfosten scheiterte, vergab Krzysztof Piatek aus kurzer Distanz.

Und so musste Bruno Labbadia zusehen, wie statt seiner Hertha wieder der SC Freiburg das Tor traf. In der 59. Minute scheiterte Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha bei einem Klärungsversuch im eigenen Strafraum. Der Ball landete bei Ermedin Demirovic, der zur erneuten Führung der Gastgeber traf. Der anfängliche Druck der Charlottenburger ließ nach und Freiburg baute die Führung sogar noch aus. Nach einer Ecke nickte Manuel Gulde zum 3:1 ein. Für den Endstand sorgte ein Elfmeter in der 94. Minute für Freiburg. Petersen verwandelte nach Foul von Deyovaisio Zeefuik zum 4:1. Mit dieser Niederlage verliert Hertha den Anschluss an die obere Tabellenhälfte. Mit 13 Punkten überwintern sie auf Platz 14.

Die Kurzanalyse

Hertha fehlt der offensive Punch, gab Klub-Manager Michael Preetz erst kürzlich im rbb-Interview zu. Bei der deutlichen Niederlage in Freiburg zeigte sich das einmal mehr. Allerdings zeigten sich auch wieder viel zu viele Lücken in der zuletzt stabilen Defensive. Nach einer zu passiven ersten Halbzeit versuchte Labbadia, mit der Auswechslung des schwachen Cunha mehr Drang zum Tor ins Spiel zu bringen. Er brachte Dilrosun. Eine gute Wahl, denn der Niederländer setzte sofort Akzente und war maßgeblich für den starken Wiederbeginn der Hertha verantwortlich. Labbadia muss sich deshalb fragen, ob er die richtige Startformation gebracht hat.

Und weil vorne zehn starke Minuten nicht ausreichen, um eine schwache erste Halbzeit zu korrigieren, dürfte der bange Blick von Preetz nun doch wieder auf die Defensive gehen. Ausgerechnet die viel gelobte Innenverteidigung, die nur zwei Tore in den letzten vier Spielen zuließ, patzte als Hertha ihre stärkste Phase des Spiels hatte. Torunarighas schwerwiegender Querschläger leitete den Sieg der Freiburger ein. Die Verantwortlichen bei Hertha haben in der Winterpause nun doch wieder zwei Baustellen, die sie beackern müssen. Doch wie Preetz in ebenjenem rbb-Interview auch schon sagte, die Weichen für eine Saison werden im Sommer gestellt. Nach dem letzten Spiel des Jahres führen die Weichen des blau-weißen Zuges Richtung Abstiegskampf.

Das sagt das Netz

Dabei weiß man doch, Enttäuschung ist nur das Ergebnis falscher Erwartungen!

Die Erwartungen an die magischen Kräfte des Mantels waren wohl auch etwas zu hoch…

Hat schließlich auch was Gutes, schon früh im Pokal rauszufliegen. Da hat man auch keine Erwartungen.

Der Liveticker zum Nachlesen

Die Tabelle

Fußball Bundesliga

  • Freitag, 22.Januar, 20.30 Uhr
    Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund4:2(2:2)
    Samstag, 23.Januar, 15.30 Uhr
    Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg0:1(0:1)
    SC Freiburg - VfB Stuttgart2:1(2:1)
    FSV Mainz 05 - RB Leipzig3:2(2:2)
    FC Augsburg - Union Berlin2:1(1:1)
    Arminia Bielefeld - Eintracht Frankfurt1:5(1:3)
    Samstag, 23.Januar, 18.30 Uhr
    Hertha BSC - Werder Bremen1:4(1:2)
    Sonntag, 24.Januar, 15.30 Uhr
    FC Schalke 04 - Bayern München0:4(0:1)
    Sonntag, 24.Januar, 18.00 Uhr
    1899 Hoffenheim - 1.FC Köln3:0(2:0)
    PlVereinSpguvToreDiffPkt
    1.Bayern München18133253:25+2842
    2.RB Leipzig18105331:17+1435
    3.Bayer Leverkusen1895432:18+1432
    4.VfL Wolfsburg1888227:19+832
    5.Borussia Mönchengladbach1887335:28+731
    6.Eintracht Frankfurt1879235:27+830
    7.Borussia Dortmund1892735:26+929
    8.Union Berlin1877433:23+1028
    9.SC Freiburg1876533:29+427
    10.VfB Stuttgart1857633:29+422
    11.1899 Hoffenheim1864828:30-222
    12.FC Augsburg1864819:27-822
    13.Werder Bremen1856723:26-321
    14.Hertha BSC1845924:32-817
    15.Arminia Bielefeld18521114:29-1517
    16.1.FC Köln1836915:31-1615
    17.FSV Mainz 0518241218:38-2010
    18.FC Schalke 0418141314:48-347
    PL
    Platz
    SP
    Spiele
    G
    gewonnen
    U
    unentschieden
    V
    verloren
    DIFF
    Tordifferenz
    PKT
    Punkte

    (ARD Text)

    • Champions League
    • Qualifikation CL
    • Europa League
    • Relegation
    • Absteiger

Sendung: Inforadio, 20.12.2020, 20:24 Uhr

47 Kommentare

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  1. 47.

    Ups, ich meinte natürlich die DREI folgenden Spiele des FCU, denn die Leistung gegen den BVB war ja auch nicht übel!

    Das nur nebenbei, denn hier gehts ja um Hertha. Und da muss man feststellen, dass die Mannschaft keinen Spirit hat. Labbadia ist sicher ein guter Trainer, hat es aber bisher nicht geschafft, sie zu einer Einheit zu formen. Seine doch recht 'drastische' Maßnahme Cunha derart öffentlich zu kritisieren, zeugt m. E. schon von einer gewissen "Hilflosigkeit" bzgl. des Erreichens der Mannschaft. Wobei ich dem Trainer dafür keinen größeren Vorwurf machen möchte, denn er hat sie nicht zusammengestellt. Der Fehler in Bezug auf die Kaderpalanung ist anderswo zu suchen.

    Allerdings muss man auch anmerken, dass hochbezahlte Profis keine 'willenlosen Schachfiguren' sein sollten, sondern auch durchaus mal von sich aus ein Zusammenraufen einleiten müssten. Und dahingehend scheint es aktuell im Kader ziemlich zu hapern.

  2. 46.

    Sicher steht Preetz nicht auf dem Platz. Er
    transportiert aber eine Stimmung, die die Spie-
    ler nicht motiviert. Es fehlt der Gemeinsinn. Es
    sind alles Individualisten. Es fehlt ein Anführer
    auf dem Spielfeld, der mal positiv laut wird und
    den "Haufen" zusammen hält. Er sollte auch
    einen guten Draht zum Trainer am Spielfeld-
    Rand. Auf jeden Fall zählt die Mannschaft sie ist
    das Wichtigste. Ist doch gar nicht so schwer.
    Selbstdarsteller sind nicht gefragt. Das sollten
    alle verinnerlichen. Es sind alles Dinge, die kein
    Geld kosten. Viel Glück und alles Gute in 2021,
    Hertha BSC. Ihr schafft das!!

  3. 45.

    Gute Analyse, nur Ihr letzter Satz stimmt nun wirklich nicht. Beim FCU bricht keine Schadenfreude aus, wenn Hertha ein Spiel verliert oder wie aktuell im unteren Drittel der Tabelle steht. Die Niederlage im Derby war für den Verein natürlich ärgerlich, vor allem, weil man in Führung gegangen ist und das Spiel bis zum Knackpunkt: Platzverweis recht gut lief. Das wurde aber, wie man an den beiden folgenden Spielen gesehen hat, schnell abgehakt - und nach vorne geschaut. Bei einigen FCU Fans mag das mit der Schadenfreude zutreffen, aber das ist doch mehr oder weniger normal unter Anhängern von Stadtrivalen.

  4. 43.

    Da haben sich vor allen Dingen die Leute verzockt, die es den dummen Unionern zeigen
    wollten. Gut, dass das nicht geklappt hat.
    Herthaner, schaut euch mal an, wie die Unioner
    miteinander umgehen. Sehr lehrreich!!!

  5. 42.

    Es stimmt, Preetz steht nicht auf dem Platz, er ist aber für viele Fehlentscheidungen mit verant-
    wörtlich. Ein guter Fußballspieler ist nicht auto-
    magisch ein guter Manager. Ein Trainer darf auch seine Meinung sagen, auch wenn es hart
    rueberkommt.

  6. 41.

    Gibt es bei Hertha eigentlich so etwas wie Kameradschaft und Gemeinsinn? Zusammenhalt
    kann Leistungssteigerungen bewirken. Beschimpfungen haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen.

  7. 40.

    Hier sieht man doch nun endgültig, dass Geld alleine nichts bewirkt (außer Genügsamkeit, Fahrlässigkeit und Selbstbeweihräucherung). Hier muss etwas nachhaltiges passieren !!

  8. 39.

    Muss die Hertha darum kämpfen in der 1.BuLi weiter spielen zu können, fragt sich mancher schon vielleicht. Gut sieht es ja jedenfalls nicht aus.

  9. 38.

    An alle !!!!
    Preetz steht nicht auf dem Platz-Ich verurteile die Einstellung einiger überbezahlter Profis.

  10. 37.

    Neben dem unfähigen Manager Michael Preetz sollte auch der Trainer Bruno Labbadia freigestellt werden. Wie kann ein Trainer in der Öffentlichkeit einen Spieler seiner eigenen Mannschaft derart angreifen. Cunha zieht die Mannschaft herunter. Da kann sein, solche Äußerungen macht man aber nicht öffentlich.

  11. 36.

    tja was soll man sagen, viele Herthaner haben immer aus purer Überheblichkeit fiese Kommentare zu Union abgegeben, nun bekommt der Club die verdiente Quittung dafür und das Traurigste ist doch, dass die ganze Nation darüber lacht, denn so gut wie alle wollen Hertha mit seinem Investoren-Konstrukt scheitern sehen.

    Weit über 120 Mio wurden schon für durchschnittliche Spieler aus dem Fenster geworfen, die nicht mal 10% davon wert sind.

    Wird eine enge Kiste mit dem Klassenerhalt...man stelle sich mal vor Andrich hätte im Derby nicht für Hertha gespielt, ohne die 3 Punkte, die es ohne Überzahl nie gegeben hätte wäre Hertha noch mehr unten drin

    Wer mit Gestalten wie Preetz im Profi-Business Bundesliga unterwegs ist, muss über kurz oder lang scheitern!

  12. 35.

    So unwürdig sein Abgang war und sein nachtreten auch schlechter Stil war: in der Sache hatte er wohl recht. Pal arbeitet ja unter Preetz Führung auch nicht mehr...

  13. 34.

    Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass es ne ganze Menge Pappnasen in und im Umfeld der Windbeutel GmbH & Co.KG a.A. gab und gibt, die glaubten mittels des Geldes einen Big City Club zusammenkaufen zu können. Rausgekommen ist ein Big Shitty Club.
    Sie fühlen sich zuhause, wo man sinnfrei Geld verbrennt? hm... lohnt sich mal drüber nachzudenken.

  14. 33.

    die sollen mal richtige Fussballer ranlassen...............

  15. 32.

    Ob du willst oder nicht : Es wird die alte Dame bleiben! Und ob Geld verbrannt wird oder nicht, als Herthaner kennt man es doch nicht anders. Hat jemand ernsthaft geglaubt, dass das viele Geld Erfolg generiert? Das ist Hertha!... und das ist auch gut so! Da fühlt man sich zu Hause. Wenn Windhorst keine Lust mehr hat, geht's in die Regionalliga runter. Da gibt es wenigstens das echte Derby gegen Tebe. Nicht dieses hochgejazzte gegen Köpenick. Hertha bleibt Hertha!

  16. 31.

    Jetzt kann nur noch Jürgen Klinsmann helfen !

  17. 30.

    Ich denke es ist Zeit jetzt die sportliche Führung zu hinterfragen. Was wurde da verpflichtet? Zeefuik? nicht bundesligatauglich/ Tousart? Gute Ansätze was Pässe betrifft, aber zu phlegmatisch und langsam. Piatek guter Stürmer aber nicht zum (derzeitigen) Spielsystem passend, das ist ein Strafraumspieler aber da kommt (sehr selten) was brauchbares wie soll er da Tore machen? Wenn man sich die Spiele ansieht ist alles sehr unattraktiv, keine überraschenden Pässe aus dem Mittelfeld, lieber Nummer sicher u. ab nach hinten. Einzig Guendouzi lässt sein Können (ab und an) aufblitzen und reisst zum Teil die Mannschaft mit. Da sollte/muß jetzt schnellstens wa passieren, sonst geht's statt nach Europa ab in Liga 2.
    Momentan freut das nur die rot-weißen am anderen Ende der Stadt.

  18. 29.

    Von der Tabelle der Berliner Clubs und Liga her beim Fußball schon.
    Mit tut Herr Labbadia leid, weil er nicht dazu kommt, in Ruhe zu arbeiten, bei dem Personalkarussell der Spieler. Er hat kaum Gelegenheit, die Spieler zu einer Mannschaft zu machen und die Mannschaft ist ein Konglomerat von Individualisten. Wo sollte da Mannschaftsgeist sein? Und die Zeit rennt davon, wer muss womöglich dran glauben, wo das Management doch so kläglich agiert?
    Ich wage nicht daran zu denken.
    Bleibt gesund. Kameradschaftliche Frankfurter Grüße

  19. 28.

    Die größte Lusche bei Hertha ist Preetz. Und sprecht bitte nicht mehr von der Alten Dame. Meine Oma ist eine Dame und alt und o.k.

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