Union empfängt Paderborn im Pokal - Die Eisernen allein zu Haus

Union Berlin im Mannschaftskreis auf dem Rasen / imago images / Michael Weber
Bild: imago images / Michael Weber

Der 1. FC Union hat am Dienstagabend zum ersten Mal seit über sieben Jahren wieder ein Heimspiel im DFB-Pokal, wenn auch ohne Fans. Emotional wird’s gegen den SC Paderborn trotzdem, weil SC-Coach Steffen Baumgart die Eisernen im Herzen trägt. Von Stephanie Baczyk

Das Personal

Gerade die vergangene Woche mit intensiven Partien gegen die Bayern, Stuttgart und Dortmund hat viel Kraft gekostet. Umso wichtiger für Trainer Urs Fischer, dass er gegen den SC Paderborn wieder auf Mittelfeld-Kämpfer Robert Andrich setzen kann. In der Liga war der 26-Jährige nach seiner roten Karte im Derby gegen Hertha BSC für drei Spiele gesperrt, im Pokal kann er im defensiven Mittelfeld jetzt für Entlastung sorgen.

Ob Loris Karius anstelle von Andreas Luthe im Tor zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den 1. FC Union kommt, wollte Fischer auf der Spieltags-PK nicht verraten - es ist aber nicht unüblich, dass der aktuell zweite Keeper im Pokal eingesetzt wird.

Es fehlen: Christian Gentner, Marcus Ingvartsen, Nico Schlotterbeck, Max Kruse, Joel Pohjanpalo, Anthony Ujah

Die Form

Union bestätigte auch beim 2:1-Erfolg über Borussia Dortmund etwas, dass das Team schon die ganze Saison stark macht: Ausfälle, Verletzungen und neuerdings auch Auswechslungen werden entspannt und selbstverständlich ersetzt und weggesteckt. Standard-Spezialist und Kapitän Christopher Trimmel servierte die Vorlage zum 1:0 von Taiwo Awoniyi und wurde später ausgewechselt - seinen Job übernahm standardmäßig ein anderer, in dem Fall Cedric Teuchert. Dessen Ecke nickte Friedrich, zwar relativ unbewacht, aber doch entschlossen zum 2:1 ein. Schon das vierte Tor für den Innenverteidiger, der aktuell in bestechender Form ist.

"Willensleistung beschreibt unser Spiel sehr gut", gab Unions Coach Urs Fischer nach der Partie zu Protokoll. "Die Jungs haben bis zum Schluss leidenschaftlich gekämpft." Wie schon gegen die Bayern und den VfB Stuttgart. Die Ausbeute der englischen Worte: fünf Zähler aus drei Spielen, darunter wichtige Punktgewinne gegen die Top-Teams aus München und Dortmund. Der 1. FC Union rockt weiter die Liga.

Der Gegner

… war in der vergangenen Spielzeit selbst noch Bundesligist. Der von Ex-Union-Profi Steffen Baumgart trainierte SC Paderborn stieg ausgerechnet nach einer Niederlage im Stadion An der Alten Försterei ab, die Eisernen machten zeitgleich den Klassenerhalt klar. "Union hat investiert, Geld ausgegeben - im Unterschied zu uns", sagt Baumgart heute, gewohnt selbstreflektiert - mit Blick auf jene Saison. Der 48-Jährige ist seit April 2017 Coach der Ostwestfalen, ist in der Zeit mit dem Klub drei Mal auf und - streng genommen - zwei Mal abgestiegen.

Nur weil Drittliga-Konkurrent 1860 München vor dreieinhalb Jahren keine Lizenz bekam, blieb Paderborn doch drin und startete durch. Aktuell ist der SCP in der Zweiten Liga beheimatet, wird im Mittelfeld der Tabelle überwintern und will am Dienstagabend mit Union "eine Mannschaft, die uns enteilt ist, für diesen Moment schlagen", so Baumgart. "Wir haben eine gute Geschwindigkeit und eine sehr gute Mentalität. Das wird ein richtig geiler Fight!"

Unioner der Woche

… kann nur Steffen Baumgart sein. Er hat für den 1. FC Union gekickt, ist bis heute Mitglied, trägt den Verein im Herzen, wohnt mit der Familie in Köpenick - und bleibt entsprechend nach dem Duell gegen die Eisernen gleich in der Hauptstadt. "Am 23. wird’s wichtig sein, noch einen Baum zu kriegen", kündigt 'Baumi', wie sie ihn bis heute in Berlin nennen, trocken an. "Aber dass ich mich darauf freue, dass ich da gerne bin, dass ich da zu Hause bin, dass es für mich schon 'ne super Sache ist, das kann sich glaube ich jeder vorstellen."

… kann nur Steffen Baumgart sein. Er hat für den 1. FC Union gekickt, ist bis heute Mitglied, trägt den Verein im Herzen, wohnt mit der Familie in Köpenick - und bleibt entsprechend nach dem Duell gegen die Eisernen gleich in der Hauptstadt. „Am 23. wird’s wichtig sein, noch einen Baum zu kriegen“, kündigt „Baumi“, wie sie ihn bis heute in Berlin nennen, trocken an. „Aber dass ich mich darauf freue, dass ich da gerne bin, dass ich da zu Hause bin, dass es für mich schon ne super Sache ist, dass kann sich, glaube ich jeder vorstellen.“

… kann nur Steffen Baumgart sein. Er hat für den 1. FC Union gekickt, ist bis heute Mitglied, trägt den Verein im Herzen, wohnt mit der Familie in Köpenick - und bleibt entsprechend nach dem Duell gegen die Eisernen gleich in der Hauptstadt. „Am 23. wird’s wichtig sein, noch einen Baum zu kriegen“, kündigt „Baumi“, wie sie ihn bis heute in Berlin nennen, trocken an. „Aber dass ich mich darauf freue, dass ich da gerne bin, dass ich da zu Hause bin, dass es für mich schon ne super Sache ist, dass kann sich, glaube ich jeder vorstellen.“

Besonderheiten

Endlich! Ein Heimspiel im Pokal! Nach über sieben Jahren mal wieder… und ausgerechnet dieses Mal bleibt das Stadion An der Alten Försterei coronabedingt leer. Kein gutes Timing.

Kleiner Funfact am Rande: Der letzte Heimsieg in diesem Wettbewerb gelang kurz nach der historischen Spielzeit 2000/01, als der 1. FC Union bis ins Pokalfinale marschierte und schlussendlich im Berliner Olympiastadion mit 0:2 gegen den FC Schalke 04 verlor. In der ersten Runde der darauffolgenden Saison erzielte Kostadin Vidolov am 26. August 2001 per Elfmeter das 1:0 gegen den MSV Duisburg - lang ist’s her.

Endlich! Ein Heimspiel im Pokal! Nach über sieben Jahren mal wieder… und ausgerechnet dieses Mal bleibt das Stadion An der Alten Försterei leer. ZITAT

 

Kleiner Funfact am Rande: Der letzte Heimsieg in diesem Wettbewerb gelang tatsächlich nach der historischen Spielzeit 2000/01, als der 1. FC Union bis ins Pokalfinale marschierte und schlussendlich im Berliner Olympiastadion mit 0:2 gegen den FC Schalke 04 verlor. Am 26. August 2001 erzielte Kostadin Vidolov per Elfmeter das 1:0 gegen den MSV Duisburg - lang ist’s her.

Endlich! Ein Heimspiel im Pokal! Nach über sieben Jahren mal wieder… und ausgerechnet dieses Mal bleibt das Stadion An der Alten Försterei leer. ZITAT

 

Kleiner Funfact am Rande: Der letzte Heimsieg in diesem Wettbewerb gelang tatsächlich nach der historischen Spielzeit 2000/01, als der 1. FC Union bis ins Pokalfinale marschierte und schlussendlich im Berliner Olympiastadion mit 0:2 gegen den FC Schalke 04 verlor. Am 26. August 2001 erzielte Kostadin Vidolov per Elfmeter das 1:0 gegen den MSV Duisburg - lang ist’s her.

Sendung: Inforadio, 22.12.2020, 9:14 Uhr

Beitrag von Stephanie Baczyk

8 Kommentare

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  1. 7.

    Zitat: "Wird ja wohl eine klare Angelegenheit!"

    Na ja, das würde ich so nicht sagen. Der SCP hat keine schlechte Mannschaft und Baume wird die Jungs schon ordentlich angespitzt haben. Bei und wird sicher etwas rotiert, denke ich. Also, einfach wird das nicht.

  2. 6.

    .....wer schießt gern ein Extraaatoooooooorr????EISERN UNION, EISERN UNION !!!! viel Erfolg wünschen wir aus Köpenick

  3. 5.

    Das Weiterkommen im Pokal wäre ein schönes Geschenk, das Union sich zusätzlich zum bisherigen Abschneiden in der Liga zum Jahreswechsel machen könnte.
    Ich drück die Daumen! :-)

  4. 4.

    Toi, toi, toi !!! Hoffe das die Mannschaft weiterkommt und die Berliner Fahne hochhält.

  5. 3.

    Wird ja wohl eine klare Angelegenheit! Man muss hier ja nicht Union typisch tiefstapeln. Runde drei, wir kommen!

  6. 2.

    Willkommen zu Hause Steffen. Im Stadion können wir Dich leider nicht begrüßen, also auf diesem Wege. Mal sehen, ob sich Union heute auch so motivieren kann, wie in der Meisterschaft. Ich hoffe, der Urs wird auch das hinkriegen.

  7. 1.

    Die Eisernen waren, sind und werden nie allein sein !
    Ich wünsche einen erfolgreichen (sportlichen) Jahresabschluss.

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