Unions Marius Bülter steht enttäuscht auf dem Platz und wischt sich den Mund mit seinem Trikot ab. Bild: imago-images/Matthias Koch
Audio: Inforadio | 22.12.2020 | Jakob Rüger | Bild: imago-images/Matthias Koch

2:3 gegen Paderborn - Union scheitert in der 2. Runde des DFB-Pokals

Enttäuschung zum Jahresabschluss: Der 1. FC Union ist in der 2. Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Berliner unterlagen Zweitligist Paderborn mit 2:3. Für einen Unioner war es ein besonders bitterer Abend.

Für den 1. FC Union Berlin endet das Jahr mit einer Enttäuschung. Die Köpenicker schieden am Dienstagabend in der 2. Runde des DFB-Pokals überraschend gegen Zweitligist Paderborn aus. Bereits zur Pause lagen sie zu Hause mit 1:3 zurück und kamen nur noch auf 2:3 heran.

Der Spielverlauf

Zum ersten Mal stand Loris Karius in einem Pflichtspiel im Tor der Köpenicker – und auch gleich im Fokus. Nach einem schnellen Angriff traf Paderborns Dennis Srbeny den Ball am Elfmeterpunkt zwar nicht richtig, er prallte aber zu Sven Michel, der aus kurzer Distanz problemlos zur Führung traf (3.): Nach drei Minuten der erste Gegentreffer für Karius, bei dem der 27-Jährige jedoch chancenlos war.

Union lieferte aber die direkte Antwort. Grischa Prömel hatte auf der rechten Seite viel Platz und Zeit und erzielte den 1:1-Ausgleich (6.). Als Union zusehends die Kontrolle über das Spiel übernahm, traf Paderborn erneut. Nach einer Ecke konnte Karius den Ball nur nach vorn abprallen lassen, wo Dennis Srbeny schneller als Robert Andrich reagierte und abstaubte (31.). Wenige Minuten später jubelten schon wieder die Gäste. Nach einem Konter erhöhte Sven Michel auf 3:1 (36.).

Auch nach der Pause lag der Fokus beider Teams auf der Offensive. Zu oft spielten sie es aber zu ungenau. Als etwa eine Stunde gespielt war, kam Union glücklich wieder heran. Nach einer Hereingabe von Christopher Lenz warf sich Paderborns Uwe Hünemeier dazwischen und lenkte den Ball ins eigene Tor (57.). Grischa Prömel hatte nach einem schön herausgespielten Angriff den Ausgleich auf dem Fuß, traf jedoch nur die Latte. Mit der letzten Aktion scheiterte Taiwo Awoniyi noch am Pfosten - und das bittere Pokal-Aus in der 2. Runde war besiegelt.

Die Kurz-Analyse

"Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren", lautete die ehrliche Analyse von Marvin Friedrich kurz nach dem Spiel. Denn besonders in den ersten 45 Minuten zeigten die Köpenicker ungewohnte Defensivschwächen. Zu viele verlorene Zweikämpfe und viele Lücken in der Defensive: Das nutzte Paderborn. Zwar gelang Union nach dem frühen Gegentor auch der schnelle Ausgleich. Doch gerade als die Berliner begannen, das Spiel zu kontrollieren, war Loris Karius erneut geschlagen.

Paderborn überzeugte mit einem mutigen Auftritt und zog sich auch nach der Führung nicht zurück. In der Schlussphase traf Union noch zwei Mal unglücklich das Aluminium, konnte aber letztlich den Rückstand aus der ersten Halbzeit nicht mehr aufholen.

Das sagt das Netz

Die turbulente Anfangsphase führte zu interessanten Hochrechnungen.

Bei aller Enttäuschung über die Leistung des eigenen Teams, gibt es aber auch einen Paderborner, dem die Union-Fans die starke erste Hälfte seines Teams gönnen: Trainer Steffen Baumgart, der als Spieler bei Union aktiv war.

Fun fact: Baumgart, dessen Familie noch immer in Köpenick wohnt, bleibt wegen der Feiertage gleich in der Stadt.

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb24, 22.12.2020, 21:45 Uhr

24 Kommentare

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  1. 24.

    Auch die richtige Schreibweise eines Vereinsnamens hat etwas mit Respekt zu tun.
    Und es ist sicher ein Unterschied ob ein Team gegen einen unterklassigen oder oberklassigen Gegner verliert.
    trotzdem schönes Fest an alle hier

  2. 23.

    Lassen Sie mich kurz überlegen......!
    am 04.12.2020
    3:1 gegen Union

  3. 22.

    Danke das sie meinen Kommentar bestätigt haben.
    Im übrigen habe ich grundsätzlich von Respekt und Demut nicht nur gegenüber des SCP gesprochen.
    Einfach nochmal nachlesen Gerd Glaudino!
    Des Derby hatten ja auch schon viele Unioner gewonnen bevor es gespielt war und hier verzichte ich mal auf den Link.

  4. 21.

    An dieser Aktion von vor zehn Jahren waren hauptsächlich Jüngere beteiligt, die einen übern Durst hatten. Älteren Unionern ging das damals gegen den Strich, das können Sie mir glauben, Borninc_burg. Und es ist nicht wie von Ihnen behauptet so, dass mit dieser Aktion die Freunschaft beendet wurde. Ich erinnere Sie mal an den Mai 2004, als beim Spiel FCU:KSC die im Gästeblock anwesenden Herthaner den Abstieg von Union hämisch gefeiert haben.

  5. 20.

    Ich erinnere mich auch, es war Winter und das Köpenick - Auswärtsspiel war ausgefallen. Sie hatten ein großes Plakat dabei : Absteiger! stand darauf. Hertha war ja in der Tat Letzter und stieg ab.
    Das wars dann mit der Freundschaft!
    Ziemlich dumme Aktion, hat viel kaputt gemacht. Aber Unioner dürfen ja alles, ist ja alles supi und kultig! Feier, feier, feier...

  6. 19.

    Mal ein Gegenbeispiel, Stefan: Bei jedem Heimspiel des FCU gegen den KSC befanden sich nicht wenige Herthaner im Gästeblock und es wurden HBSC Lieder gesungen, um die Union Fans zu provozieren. Das dürften Sie als langjähriger Fan doch mitbekommen haben, oder?

  7. 18.

    Sie tun ja gerade so, als ob der rbb über jede Fanaktion der Unioner berichtet und ähnliches der Hertha Fans verschweigt. Dabei muss es sich um eine gefühlte Wahrheit Ihrerseits zu handel, denn dem ist nicht so, KE.

  8. 17.

    Zitat: "Was konnte man denn vor dem Spiel von Unionfans hier alles lesen wie "Klare Sache" oder "wer schießt gern ein Extrator"

    Es gab genau einen Kommentar, der fest von einem Sieg des FCU ausging. Ihr Vorwurf der Respektlosigkeit dem SCP gegenüber ist daher völlig aus der Luft gegriffen, Berndinho. Sie können das gerne nochmal nachlesen.

    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2020/12/fussball-dfb-pokal-1-fc-union-berlin-sc-paderborn-heimspiel-stad.html

  9. 16.

    Das ist ein ganz normales Phänomen. Nennt sich Minderwertigkeitskomplex. Union ist eben noch nicht so selbstbewusst.

  10. 15.

    Vor vielen Jahren, ich hatte noch eine Herthadauerkarte und manche fabulierten noch von einer Fanfreundschaft zwischen Hertha und Union, tauchte einmal ein ganzer Block Unionfans in voller Fanausrüstung im Olympiastadion beim Heimspiel der Hertha auf. Vielleicht war deren Spiel ausgefallen, ich weiß es nicht (mehr). Was ich nicht vergesse ist, dass diese Unionfans das gesamte Spiel über lautstark die Gastmannschaft unterstützt haben. Wenn ich hier angesichts der sportlichen Krise der Blau-Weißen die zahlreichen hämischen Kommentare von Unionfans lese, muss ich immer an dieses Spiel zurückdenken und wundere mich nicht.

  11. 14.

    Die Fans selbst (egal welche Farben) sind ja auch nicht das Problem. Das Problem heißt RBB. Gilt übrigens nicht nur für Hertha, sondern auch für andere Vereine der Region.

  12. 13.

    Ich dachte, ich hätte das mit den Hertha-Fans hier gelesen; kann mich aber auch irren. Mich nervt es aber massiv, dass hier ständig rumgeheult wird und sich die Hertha- und Union-Fans gegenseitig schlecht machen und wenn das nicht ausreicht, ist auch noch der rbb der Böse. Das ging vor Jahren mal anders. Aber ok, wünsche hier trotzdem allen schöne Feiertage und blau-weiß-rote Grüße; quasi die französische Flagge. ;))

  13. 12.

    Das ist kein völliger Quatsch. Es geht auch nicht nur um die Berichterstattung rund um die Spiele. Allein das in den Himmel heben von Union-Aktionen (Suppe VERKAUFEN, Weihnachtssingen Best Of und und und.) Wenn das schon Leuten auffällt, die null mit Hertha am Hut haben, sollte sich der RBB Gedanken drüber machen. Btw: Fans von Hertha haben Essen und Geschenke an Wohnungslose verteilt (ohne Geld zu verlangen), beim RBB kein Wort.

  14. 11.

    ???
    Mir erschließt sich nicht, wie man aus meinem kurzen Text irgendwelche Arroganz herauslesen konnte - aber wahrscheinlich ging es auch wiedermal nur um Union-Bashing.
    Unsere Fans, die ja durchaus eine sehr heterogene Masse sind, nehmen Abende wie gestern im großen und ganzen sehr sportlich - ein wenig Leidensfähigkeit und Selbstironie gehört nämlich bei fast allen zur DNA.
    Und wer da so hingeht - da muß man nicht unbedingt den RBB fragen, da kann auch ich helfen:
    Ich persönlich bin befreundet mit: Bauingenieuren, Rentnern, Firmenchefs, Finanzberatern, Druckern, Arbeitslosen, Sozialarbeitern, Mediengestaltern, Physiotherapeuten - männlich, weiblich, jede andere Orientierung, alle Altersgruppen.....noch Fragen? ;-)

  15. 10.

    Ja, musste auch herrlich lachen über diesen Fehler. Der Reflex ist stark auf der ostigen Seite der Macht ;-)))

  16. 9.

    Mein Herz schlägt für Hertha UND Union. Was Sie dem rbb unterstellen ist völliger Quatsch; die Berichterstattung ist ausgewogen und zur Zeit kann man über Hertha auch nicht viel positives schreiben. Schade, dass Union gestern verloren hat. Ich wünsche mir für das neue Jahr, dass Union so weiterspielt und Hertha wieder in die Gänge kommt.

  17. 8.

    Er meinte Dresden, gar nicht Hertha. Aber es scheint schon so etwas wie ein Reflex für Köpenicker zu sein, sofort Hertha ins Spiel zu bringen.
    Bleibt doch mal friedlich und erfreut euch einfach am Status quo...

  18. 7.

    nicht so geklappt, mit dem EXTRA TOR, diesesmal, aber: Kopf hoch und Motto bleibt".....Schulter an Schulter mit Eisern Union....", jetzt erstmal Entspannung, schönes Weihnachtsfest und Guten Rutsch, 2021 gehts weiter.....immer weiter, mit EISERN UNION ....

  19. 6.

    Ja und Eure Arroganz, getarnt als "kleiner Stadtteilverein bei dem alles anders ist" und das mediale Pauchpinseln hat irgendwann ein Ende. Da können die "Fans" mal zeigen, wie sportlich sie wirklich sind.

    @rbb: Mal berichten, wer da so hingeht und wie die sich benehmen wenn die auf andere Fans treffen. Ich könnte k****n, wenn man diese dauerhafte Lobhudelei hier hört. Ich bin wahrlich keine Hertha Anhänger, aber die Ungleichbehandlung in der Berichterstattung ist unterirdisch. Bei Hertha: Alles schldedcht. Bei Union: Alles super. Das finde ich nun wirklich zu einfach.

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