Fans von Union beim Weihnachtssingen 2019 (Quelle: imago images/Nordphoto)
Bild: imago images/Nordphoto

Livestream um 20:15 Uhr | Best-of der vergangenen Jahre - Die schönsten Weihnachtslieder mit dem 1. FC Union

Am 23. Dezember kommen traditionell Tausende Union-Fans in ihrem Stadion An der Alten Försterei zusammen, um gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. Aufgrund der Corona-Pandemie muss das Weihnachtssingen in diesem Jahr ausfallen. Doch es gibt Ersatz.

Ab 20:15 Uhr hier im Stream

Plätzchen backen, den Tannenbaum schmücken, Geschenke einpacken: All das gehört dazu, wenn man sich so richtig auf Weihnachten einstimmen möchte. Für die Fans des 1. FC Union Berlin ist es damit aber noch nicht getan. "Für mich geht Weihnachten immer erst richtig los, wenn ich mit der Familie beim Weihnachtssingen war", erzählt etwa Anhängerin Angela.

Wie bei vielen Unionern ist es auch bei ihr längst Tradition. "Ich glaube, es war 2006", erinnert sie sich an ihren ersten Besuch, "da fand es nur auf der Waldseite statt. Meine Tochter hatte noch eine Thermoskanne mitgenommen und wir haben Glühwein getrunken und gesungen."

Weihnachtssingen für zuhause

Seitdem hat die 63-Jährige vom Fanklub "Oldies" kein Weihnachtssingen mehr verpasst. In ihrem Wohnzimmerschrank liegen 15 Gesangsheftchen in chronologischer Reihenfolge, die sie hütet "wie die eigenen Augäpfel", wie sie sagt. Ganz oben liegt das aktuelle Liederheft von 2020.

In diesem Jahr können sich die Sängerinnen und Sänger, zuletzt mehr als 28.000, wegen der Corona-Pandemie allerdings nicht im Stadion treffen. Ganz verzichten müssen sie auf die traditionelle Veranstaltung aber nicht. Der rbb zeigt am Mittwoch ab 20:15 Uhr "Die schönsten Weihnachtslieder mit dem 1. FC Union" und auch der Verein bietet mit dem "Daheimnachtssingen 2020", bei dem die Veranstaltung aus dem letzten Jahr gezeigt wird, eine Alternative für zuhause an.

"Ich bin froh, dass der Verein da an uns Fans denkt", freut sich Michael über die Alternative. "Obwohl man dann alleine ist, ist man dann doch irgendwie im Stadion." Der 58-jährige Köpenicker, der auch zu den "Oldies" gehört, nimmt sich am 23. Dezember jedes Jahr frei. Extra für das Weihnachtssingen. "Das Weihnachtssingen ist für mich Weihnachten", sagt er. "Jedes Mal, wenn ich da bin, fühle ich mich geborgen."

Arbeitskollegen schneiden Union-Logo aus den Plakaten

Auch er war 2006 zum ersten Mal dabei - dank seiner Familie. "Meine Kinder haben mich erst darauf gebracht. Und dann war ich total begeistert von der ruhigen und sinnlichen Atmosphäre", erinnert sich der Köpenicker.

Zu der haben auch seine Kinder schon beigetragen. "Als meine Tochter als Schülerin des Emmy-Noether-Gymnasiums mehrmals mit dem Emmy-Noether-Chor auf der Bühne stand. Da war ich als Vater schon stolz und glücklich", schwelgt Michael in Erinnerungen.

Das Weihnachtssingen gefiel ihm so gut, dass er auch andere davon begeistern wollte. Also hängte er Plakate auf, auch auf seiner Arbeit. Das duldeten sogar seine Hertha-Kollegen - wenn auch mit einer Ausnahme: "Das Logo wurde nur fein säuberlich ausgeschnitten", erzählt er und lacht.

Inzwischen müssen die Köpenicker nicht mehr für die Veranstaltung werben. Weil das Interesse so groß ist, haben nur Vereinsmitglieder ein Recht auf die Tickets. Und selbst die müssen auf das Losglück hoffen.

Michael wird sich nächstes Jahr wieder auf Tickets bewerben. Und wenn er keines bekommt, dann geht er einfach in den Wald direkt neben dem Stadion. Dort treffen sich all jene Unioner, die keine Tickets bekommen haben und trotzdem mitsingen und die sinnliche Atmosphäre aufsaugen möchten.

Irgendwann möchte der "Oldie" selbst noch einmal auf der Bühne beim Weihnachtssingen stehen. "Ich singe im Oldie-Chor und mein Traum ist es, einmal den Emmy-Noether-Chor beim Weihachtssingen zu unterstützen", erzählt Michael.

Auch Angela möchte im nächsten Jahr wieder dabei sein. "Dann hoffe ich, dass zwei meiner Enkelkinder schon soweit sind, dass ich die mitnehmen kann." Damit sie weiterlebt, die Tradition vom Weihnachtssingen beim 1. FC Union.

Sendung: "Die schönsten Weihnachtslieder mit dem 1. FC Union", 23.12.2020, 20:15 Uhr

25 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 24.

    Ehrlich gesagt verstehe ich die Programmgestaltung des RBB auch nicht. Zuviel aufgewärmtes, lauwarm serviert. Eigentlich recht schade. Dazwischen mal ein Bonbon und dann schon wieder, Anbiederung an den Osten. So bezeichne ich es.Ist streckenweise ja auch in Ordnung. Der MDR hält es ab jetzt ja nicht mehr für nötig um 20 Uhr die Tagesschau zu senden. Wir sind eben anders. Ihnen dürfte sicherlich auch aufgefallen sein, dass die Kommentarfunktion hier im Forum jetzt häufiger abgestellt wird.

  2. 23.

    Würde es, alleine in Deutschland, kein Brauchtum und althergebrachten Traditionen geben, wären wir kulturell um ein vielfaches ärmer. Und mit Kapitalismus hat das nun wahrlich nichts zu tun. Da finden sich Menschen zusammen, die gemeinsam singen. G. Fischer hätte seine helle Freude daran gefunden. Singen und Lachen sind zwei positive Therapieformen, die man nicht unterschätzen sollte. Allen ein frohes Fest.

  3. 22.

    Geldmacherei? Na, wenn man sonst keine Argumente hat . . . Bis 2014 war der Eintritt umsonst, ab dann wurde nach einer Umfrage unter den Mitgliedern, auch wegen der übergroßen Nachfrage, ein geringer Betrag verlangt. Denn Sie werden es kaum glauben, aber die Organisation eines solchen Events kostet den Verein eine nicht unerhebliche Summe. Die Einnahmen werden übrigens in die Kinder- und Jugendarbeit investiert, was wenig Anlass zur Kritik geben sollte.

  4. 21.

    Ich verstehe nur Energie Cottbus. Im dem Sinne frohe Weihnachten aus dem Energie-Lager an alle.

  5. 20.

    Das nennt man Kapitalismus. Das hat Union sehr gut verstanden. Aber bitte hört mir auf mit Tradition etc. Das ist einfach nur Geldmacherei, das weiß jeder.

  6. 18.

    Zitat: "Wo bleibt denn die Weihnachtsfeier von Energie Cottbus oder Turbine Potsdam? Schon mal was Dynamo gezeigt . . ."

    Ich bitte Sie, Berliner. Treffen sich in Cottbus, Potsdam oder beim BFC auch ca. 28.500 Menschen um Weihnachtslieder zu singen? Ich denke nicht. Diese Traditionsveranstaltung gibts seit 2003 und hat viele "Nachahmer" in ganz Deutschland gefunden. Also warum soll der rbb diese nicht im TV ausstrahlen? Wer Union Berlin nicht leiden kann, muss ja nicht einschalten.

    P.S.: Ihre "Meldung an den Medienrat" zaubert mir ein leichtes Lächeln ins Gesicht . . .

  7. 17.

    Niemand. Und das auch noch 2 (!) Stunden lang. Anschließend darf man sich dann mit Helga H. & Co. weiterquälen lassen. Welch ein Abendprogramm, wie aus finsteren DDR-Zeiten. Zum Glück gibt's Netflix ;-)

  8. 15.

    Wers braucht.

  9. 14.

    Keine Ahnung, hier werden nur Kampf- und Siegeslieder gesungen

  10. 13.

    Mich würde mal interessieren, wie christliche Weihnachtslieder und der atheistische Osten zusammenpassen. Stille Nacht zB...

  11. 12.

    Warum gleich in die Luft gehen? Dieser Spruch dürfte Ihnen ja in dritter Generation geläufig sein. Denn hier trifft der HB Slogan voll ins Schwarze. Auch Ihnen ein friedvolles und frohes Weihnachtsfest.

  12. 11.

    Als gebürtiger echter Berliner in der 3. Generation kommt mit bei dieser Veranstaltung die Galle hoch. Ein Bruchteil der Berliner hat Freude dran. Verschwendung von Rundfunkgebühren ist das. Wo bleibt denn die Weihnachtsfeier von Energie Cottbus oder Turbine Potsdam? Schon mal was Dynamo gezeigt ?! NEIN. Ach, nicht kultig genug.

    Da der Text eh wieder von Unionsender rbb geblockt wird: Meldung an den Medienrat ist raus .....

  13. 10.

    Ich gebe zu, von solchen Aktionen durch Hertha BSC und/oder deren Fans noch nie gehört zu haben, nur von Frank Zander und dem rbb-Mobil mit Ulli Zelle.
    Wenn es sowas gibt, sollte auch darüber mal berichtet werden.

  14. 9.

    Danke für Ihre Worte. Eine zu wertschätzende,positive Berliner Tradition. Besonders in diesem Jahr, werde ich zu gegebener Zeit einschalten. Danke an den RBB. Ich wünsche Ihnen und dem RBB24 Team ein Frohes Weihnachtsfest.

  15. 8.

    Gibt nette Traditionen, die von Hertha-Fans gerade wieder gezeigt werden. Es werden Geschenke, Essen und nützliche Utensilien an Wohnungslose verteilt, zudem besorgt eine Initiative Zimmer für diese Menschen über die Feiertage, weil Heime wegen Corona derzeit sehr ungünstig sind. Beim RBB liest man darüber NICHTS! Soviel zum Thema Menschlichkeit. Aber sing mal schön...

  16. 7.

    Na ja, Hauptgrund für das Singen von Weihnachtsliedern unter dem Deckmantel "Union Berlin" dürfte nicht das Bewahren der abendländisch - christlichen Kultur sein, sondern, wie aus dem Beitrag ja zweifelsfrei hervorgeht, der Konsum von Glühwein und anderen Alkoholika sein...
    Wer's braucht...

  17. 6.

    Ich als geborener Berliner kann damit überhaupt nichts anfangen. Aber ich gönne Ihnen die Freude daran. Muss man ja nicht sehen ;-) Und das TV Programm des RBB schaue ich sehr selten, Ab und an mal die Abendschau. Ansonsten ist mir das alles zu altbacken.

Das könnte Sie auch interessieren

Nico Schlotterbeck vom 1. FC Union Berlin (imago images/Markus Fischer)
imago images/Markus Fischer

Nico Schlotterbeck bei Union Berlin - Lauter Bruder

Sein zwei Jahre älterer Bruder Keven hat vergangene Saison die Abwehr des 1. FC Union Berlin stabilisiert. Jetzt versucht sich Nico Schlotterbeck an derselben Aufgabe. Ihre Eltern stellt das vor ein andauerndes Problem. Von Ilja Behnisch