Der Berliner Schiedsrichter Lasse Kopitz während eines Spiels. Quelle: dpa/Jonas Brockmann
Bild: dpa/Jonas Brockmann

Eishockey-Schiedsrichter Lasse Kopitz - Auf dem Eis geblieben

Lasse Kopitz spielte viele Jahre in der Deutschen Eishockey-Liga. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wollte der Berliner dem Sport treu bleiben - und entschied sich für eine Laufbahn als Schiedsrichter. Ein Perspektivwechsel, den Kopitz erfolgreich meisterte.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Profisportler nach ihrer aktiven Karriere eine Laufbahn als Trainer, Manager oder Sportdirektor einschlagen. So bleiben sie ihrem Sport verbunden und arbeiten weiter in dem Berufsfeld, das sie ohnehin schon seit vielen Jahren kennen. Dass ein Athlet nach seiner Spielerlaufbahn allerdings Schiedsrichter wird, ist auch im Eishockey, wo es schon seltene andere Fälle gibt, weiterhin speziell.

Lasse Kopitz ist einer der wenigen, die diesen Weg eingeschlagen haben. Der Berliner ist knapp 700 Mal in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) aufgelaufen, beendete 2014 seine Karriere und ist seit der Spielzeit 2018/2019 als Profi-Referee tätig. Auch er möchte so seinem Lieblingssport treu bleiben - und eine neue Seite davon kennenlernen.

Kopitz liebt seinen Sport

Lasse Kopitz war auf dem Eis wahrlich kein Kind von Traurigkeit - das streitet er auch nicht ab, wenn man mit ihm spricht. Sein Spiel war stets körperbetont, nicht selten haute er auch mal dazwischen. Man könnte sagen: Die Schiedsrichter hatten immer viel zu tun, wenn Kopitz das Spielfeld betrat. Jetzt pfeift er selbst Spiele in Deutschlands höchster Eishockey-Liga.

Seinen Spielstil von damals bereut er aber auch aus der heutigen Perspektive nicht. Er würde auch weiter mit vollem Körpereinsatz und am Rande der Legalität spielen. "Ich würde das immer noch machen", sagt Kopitz. "Jeder Spieler hat seinen Teil zu einem Eishockey-Spiel beizutragen, damit seine Mannschaft gewinnt. Da gibt es ganz verschiedene Wege", beschreibt er seine Rolle von damals. Schließlich müsse ein Spieler hier und da auch etwas "schlitzohrig" sein.

Kopitz ist seinem Sport verfallen. Wenn er über Eishockey spricht, klingt das leidenschaftlich, ja, ein bisschen verliebt. Der Entschluss, auch nach der aktiven Karriere weiter mit dem Sport in Verbindung zu bleiben, fasste der heute 40-Jährige schnell. Auf die Idee Referee zu werden, brachte ihn der Berliner Gerhard Müller.

Müller, in den 1970er und 1980er Jahren Stürmer beim SC Dynamo Berlin und langjähriger Nationalspieler der DDR, lotste Kopitz als Schiedsrichter-Ausbilder in diese Richtung. Mit ihm habe sich Kopitz schon früh in seiner aktiven Karriere bereits ein erstes Mal unterhalten: "Als ich 22 Jahre alt war, sagte er bereits: Wenn du irgendwann nicht mehr spielen solltest, überlege doch mal, ob eine Schiedsrichter-Laufbahn nicht etwas für dich ist", erinnert sich Kopitz. Im jungen Alter und mit einer langen Spielerlaufbahn vor sich, belächelt er diesen Vorschlag - erinnert sich zum Ende seiner Karriere, elf Jahre später, aber wieder daran.

Kopitz pfeift DEL und CHL

Kurzzeitig versucht er sich als Coach, stellt aber schnell fest, dass er vorerst weiter auf dem Eis stehen möchte. Da Verletzungen eine Fortsetzung der Spielerkarriere nicht zulassen, habe er dann "alles auf eine Karte gesetzt". "Ich habe bei Gerhard Müller angerufen und ihm gesagt, dass ich gerne Profi-Schiedsrichter werden möchte", blickt Kopitz zurück. Der Leistungsdruck und der Wille zur ständigen Verbesserung würden ihn auch heute immer noch antreiben.

Kopitz ist erfolgreich: Regelmäßig pfeift er in der DEL, auch in der Champions Hockey League (CHL) kam er in den letzten Jahren immer wieder zum Einsatz. Wenn möglich, möchte er noch einige Jahre Schiedsrichter bleiben und seinen Weg gehen. Ob ihn dieser vielleicht auch eines Tages zu den Olympischen Spielen oder einer Weltmeisterschaft führt, ist abzuwarten. Kopitz gibt sich in dieser Hinsicht entspannt und nimmt es wie damals als Spieler. "Auch der Schiedsrichter ist nur so gut wie sein letztes Spiel. Ich arbeite immer nur auf die nächste Partie hin - auch wenn sich das furchtbar anhört", sagt Kopitz.

Mittlerweile könne er sich auch eine Karriere als Trainer vorstellen. Ein Leben ohne Eishockey scheint für Lasse Kopitz kaum möglich. Solange sein Körper es zulässt, möchte er aber als Unparteiischer auf dem Eis bleiben. Dort fühlt er sich scheinbar doch am wohlsten.

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