Union-Trainer Fischer nach Sieg in Bremen - "Es gilt, auf unserem Weg zu bleiben"

Urs Fischer während eines Spiels von Union Berlin. Quelle: dpa/Nordphoto
Bild: dpa/Nordphoto

In Bremen erlebte Union einen guten Start ins neue Jahr. Trainer Urs Fischer will aber trotz des aktuellen Höhenflugs seines Teams nicht von der vorsichtigen Linie der Köpenicker abweichen. Das große Ziel an der Alten Försterei sei weiterhin der Klassenerhalt.

Union Berlin ist mit einem Sieg bei Werder Bremen erfolgreich in das neue Fußballjahr gestartet. Urs Fischer zeigte sich am Tag nach dem Spiel zufrieden mit der Leistung und der derzeitigen Form seiner Mannschaft, will die Saisonziele eigenen Worten zufolge aber noch längst nicht anpassen. Der 54-Jährige sprach am Sonntag in einer Medienrunde über...

…den Sieg in Bremen

"Wir haben sehr viele Dinge sehr gut gemacht. Es war wichtig, gut ins neue Jahr zu starten. Die Niederlage im Pokal war sicher noch ein bisschen in den Köpfen der Spieler. Die Mannschaft hat es aber sehr gut gemacht, hat das Spiel kontrolliert und kaum etwas zugelassen. In der Offensive waren wir immer wieder gefährlich. Es gab also sehr viele positive Punkte, aber auch das eine oder andere, dass wir noch besser machen können und an dem wir noch arbeiten müssen. Gerade in den ersten zehn Minuten waren wir zu hektisch, hatten zu viele Ballverluste. Das haben wir nach der Partie thematisiert. In unserer Organisation und beim Verhalten in den Zweikämpfen haben die Spieler aber die richtige Antwort auf das Pokalspiel, dort gerade die erste Hälfte, gegeben."

…die Bedeutung des Sieges

"Es ist ein nächster wichtiger Schritt in Richtung des Ziels Klassenerhalt. Wir haben in Bremen gewonnen, die die letzten beiden Spiele in Mainz und im Pokal gegen Hannover für sich entscheiden konnten – da musst du auch erstmal siegen. Bremen ging es am Samstag ein bisschen so wie uns in der ersten Hälfte gegen Paderborn, wenn man sich die Aussagen der Bremer nach dem Spiel anhört. Wir waren hingegen bereit für die Aufgabe, es ist ein ganz wichtiger Sieg für uns. Ein guter Start ins neue Jahr gibt uns Selbstvertrauen, das nehmen wir mit in die nächsten Wochen und in die schweren Aufgaben."

…die Leistung von Sheraldo Becker

"Er ist auf einem guten Weg, nicht nur im Bezug auf das Spiel in Bremen, sondern schon die gesamte Saison über. Es war sicher ein bisschen ungewohnt für ihn, die zweite Spitze im Sturm zu spielen. Sonst kommt er ja eigentlich eher über die Seite. Er hat das aber sehr gut gemacht im Zusammenspiel mit Taiwo Awoniyi."

…die taktische Flexibilität seiner Mannschaft

"Schon in der zweiten Liga haben wir versucht, verschiedene Spielsysteme zu verinnerlichen. Natürlich muss man das aber erst entwickeln, das hat auch etwas mit Erfahrung zu tun. Es kommt auf die tägliche Arbeit im Training an, die wir im Moment auch in den Spielen gut umsetzen. Die Mannschaft fühlt sich wohl – egal, ob wir mit einer Dreier- oder Viererkette in der Abwehr spielen."

…mögliche Gefahren auf dem Weg zum Klassenerhalt bei 14 Punkten Vorsprung auf den Relegationsrang

"Ich will keine Gefahren sehen. Es gilt, auf unserem Weg zu bleiben und unsere Einstellung beizubehalten. Wir sollten uns nicht aufgrund einer Momentaufnahme von unserem Weg abbringen lassen - Punkt. Es können noch tausend Fragen zum Europapokal oder zur Champions League kommen, ich werde mich immer gleich äußern. Es würde gar nicht zu uns passen: Wir spielen das zweite Jahr in der Bundesliga – im Moment sehr gut, das muss man schon sagen. Das soll uns auch Vertrauen und Zuversicht für die nächsten schwierigen Aufgaben geben. Aber wir sollten uns nicht dazu verleiten lassen, anders zu denken, nur weil es im Moment gut läuft. Mir geht es darum, dass wir uns treu bleiben."

…seine Erfahrungen in europäischen Wettbewerben mit seinen Ex-Vereinen Basel, Thun und Zürich

"Das waren tolle Momente, Spiele und Erinnerungen. Wir sind im Moment mit Union aber nicht in einer Situation über dieses Geschäft zu sprechen."

Sendung: rbbUM6, 03.01.21, 18 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ja es ist schön das es noch Vereine und Trainer gibt die, trotz schöner Erfolge, mit beiden Beinen am Boden bleiben.
    Wünsche Union weiterhin viel Erfolg!

  2. 2.

    ...so sehe ich es auch ! Das Interview spricht für sich und wiederspiegelt grob die Philosphie des Vereins aus dem Südosten Berlins. Stets sachliche Analyse der Gegenwart und keine Träumerei über noch nicht Erreichtes !!!

  3. 1.

    Wirklich äußerst sympathisch, wie der Union-Trainer und der ganze Verein die Bodenhaftung bewahrt. Vor allem wenn man das mit der Art und Weise der Charlottenburger vergleicht, die die Arroganz scheinbar mit Löffeln in sich reingeschaufelt haben und sich dadurch über Berlin hinaus unbeliebt machen.

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