Bernd Schultz (Präsident des Berliner Fußball-Verbandes (Quelle: imago images/Matthias Koch)
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Video: rbb UM6 | 11.01.2021 | Torsten Michels | Bild: imago sportfotodienst

Interview | Präsident Berliner Fußball-Verband - "NOFV-Präsident ist eine reizvolle Aufgabe"

Der Nordostdeutsche Fußballverband sucht einen neuen Präsidenten. Zur Wahl stellt sich auch Bernd Schultz, der Präsident des Berliner Verbandes. Über seine Absichten und wie es mit der Regionalliga weitergehen könnte, spricht der 63-Jährige im Interview.

Völlig unerwartet und überraschend verstarb Erwin Bugar im Alter von 68 Jahren am 2. Dezember 2020 an Herzversagen. Er führte den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) seit Dezember 2018 und vertrat die Interessen der Vereine aus dem Nordosten als Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Die Lücke will der NOFV in der Pandemiezeit jetzt so schnell wie möglich schließen und wird im Rahmen einer Präsenztagung am 21. Januar 2021 einen neuen Präsidenten berufen - kommissarisch bis zum nächsten Verbandstag Ende 2021. Zur Wahl stellen sich drei Kandidaten: Jens Cyrklaff (Schatzmeister des NOFV), Hermann Winkler (Präsident des Sächsischen Fußball-Vebandes) und der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, Bernd Schultz.

rbb|24: Herr Schultz, warum haben Sie sich für dieses Amt beworben?

Bernd Schultz: Ich bin seit einigen Jahren Vizepräsident im NOFV, im 17. Jahr Präsident in Berlin und glaube schon, dass das eine reizvolle Aufgabe ist, der ich mich gern stellen möchte. Über die Schwerpunkte meiner Bewerbung werden wir intern am 21. Januar diskutieren und dann treffen die Kollegen eine Entscheidung.

Wer genau entscheidet denn?

Es sind insgesamt 15 Personen, sechs Landesverbandspräsidenten, der Schatzmeister und der Geschäftsführer des NOFV und die Ausschussvorsitzenden.

Was sagt Ihr Gefühl, wie Ihre Chancen stehen?

Das ist schwer einzuschätzen, da es noch nie drei Kandidaten in einem Wahlgang gab. In dieser völlig neuen Situation muss gemeinschaftlich erörtert werden, welche Themen wichtig sind.

Ein wichtiges Thema ist der Re-Start der Regionalliga Nordost - dazu hat der Verband die 20 Vereine abgefragt. Wie einstimmig waren die Antworten?

Gar nicht. Es gab eine sehr differenzierte Darstellung aus Sicht der Vereine. Wir sichten das gerade und ordnen, welche Ideen wir als mehrheitstauglich betrachten und diese dann auch vorschlagen können. Wir müssen uns ja im Rahmen unserer Verordnungen bewegen.

Sonst müssten Sie die Spielordnung ändern.

Es gab ja schon zum Ende der letzten Saison verschiedene Ideen, zum Beispiel mit Play-Offs und so weiter. Das mag sportlich sehr reizvoll erscheinen, es muss aber irgendwo auch in Übereinstimmung mit Satzung und Ordnung stehen.

Bis wann darf denn die Saison dauern? In der Spielordnung steht bis zum 30. Juni und in Ausnahmefällen darüber hinaus.

Wir müssen schauen, bis wann es möglich ist, eine komplette Spielrunde zu absolvieren mit einer noch abzuschließenden Hin- und einer kompletten Rückrunde. Wir sind jetzt bei Ende Januar, aus Sachsen hört man bereits eine Verlängerung des Lockdowns bis in den Februar hinein. Wir müssen also die Beschlusslage der Politik beachten und dann daraus unsere Konsequenzen ziehen.

Aber jeder Verein sollte gegen jeden mindestens einmal gespielt haben, oder?

Das halte ich auch für das Minimum, was wir hinbekommen sollten. Zumindest eine einheitlich gespielte Hinrunde, sodass wir hoffentlich auch die gleiche Anzahl an Spielen haben und nicht wie letzte Saison mit Prozentrechnungen agieren müssen. Nur wenn die Zahlen rückläufig sind, könnten wir eventuell Ende Februar die ersten Spiele in der Regionalliga ansetzen. Aber die Gesundheit steht an erster Stelle.

Vielen Dank für das Gespräch.

Dieser Text ist eine redigierte Fassung. Das Gespräch führte Torsten Michels aus der Sportredaktion.

Sendung: rbb UM6, 11. Januar 2021, 18:00 Uhr

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