Union Berlin vor Rückrunden-Start - Mit guten Erinnerungen nach Augsburg

Unions Christian Gentner im Zweikampf gegen zwei Augsburger (imago images/Bernd König)
Audio: Inforadio | 23.01.2020 | Simon Wenzel | Bild: imago images/Bernd König

Die starke Hinrunden-Bilanz konnte bei Union Berlin nicht übermäßig gefeiert werden. Nur drei Tage nach der knappen Niederlage in Leipzig steht die erste Rückrunden-Partie beim FC Augsburg an. Trainer Urs Fischer muss dabei seine Abwehr umbauen. Von Simon Wenzel

Das Personal

Trainer Urs Fischer muss neben den Langzeit-Verletzten Max Kruse, Joel Pohjanpalo und Anthony Ujah nun auch auf Florian Hübner verzichten. Der Innenverteidiger wurde vom DFB-Sportgericht nach seiner Auseinandersetzung mit dem Leverkusener Nadiem Amiri für zwei Spiele gesperrt. Stürmer Cedric Teuchert, gegen den ebenfalls ermittelt wurde, wurde hingegen frei gesprochen.

Möglich, dass Fischer in Augsburg nach der Sperre von Florian Hübner wieder auf eine Viererkette umstellt, mit Robin Knoche und Marvin Friedrich in der Innenverteidigung. Alternativ könnte Schlotterbeck den Platz von Hübner in der Dreierkette übernehmen. In der Offensive steht Sheraldo Becker vor seinem Comeback, er konnte am Freitag in Augsburg schon wieder komplett am Training teilnehmen, genauso wie der zuletzt angeschlagene Grischa Prömel. Trainer Urs Fischer äußerte sich optimistisch, dass beide gegen Augsburg zur Verfügung stehen.

Es fehlen: Hübner (Sperre durchs Sportgericht), Kruse, Pohjanpalo, Ujah (alle Aufbautraining)

Die Form

0:1 in Leipzig, das kann passieren. Auch wenn die Niederlage bei RB die erste nach sechs ungeschlagenen Ligapartien war und Union zum Hinrundenende erstmals ohne eigenen Treffer blieb, einen Einbruch müssen die Köpenicker wegen dieses Spiels nicht befürchten. Es fiel allerdings auf, dass Unions ersatzgeschwächte Offensive gegen die extrem gut organisierten Leipziger fast chancenlos blieb - Stürmer Taiwo Awoniyi konnte ohne seinen zuletzt kongenialen Partner Sheraldo Becker keinerlei Akzente setzen.

Mehr Hoffnung machte da schon Neuzugang Leon Dajaku, der bei seinem halbstündigen Debüt einige gute Ansätze zeigte und sich bemühte, das Offensivspiel kreativer zu gestalten. Um in der strapaziösen englischen Woche nicht zu viel Zeit auf Reisen zu verbringen, ging es für die Eisernen direkt von Leipzig in den Süden, Richtung Ausgburg.

Der Gegner

Augsburg hat die Überraschung gegen den FC Bayern denkbar knapp verpasst. Zugespitzt könnte man sagen: Um etwa zehn Zentimeter, denn so dick sind in etwa die Torpfosten in der Bundesliga. Und an so einem scheiterte Augsburgs Stürmer Finnbogason mit seinem Elfmeter. Das 0:1 gegen den Branchenprimus war für den FCA die dritte Niederlage in Serie, zum ersten Mal unter Trainer Heiko Herrlich haben sie so einen Negativlauf. Nur zwei der letzten zehn Ligaspiele konnten die Augsburger gewinnen.

Allerdings wird auch Unions Trainer Urs Fischer gesehen haben, dass die Schwaben in der zweiten Hälfte im Spiel gegen die Bayern stark spielten. Der Elfmeter war bei weitem nicht die einzige gute Torchance, ein Unentschieden wäre mögich gewesen. Dass die Augsburger es auch deutlich effektiver können, musste Union am ersten Spieltag dieser Saison erfahren: Das Hinspiel gewannn der FCA im Stadion An der Alten Försterei mit 3:1. Damals war vom aktuellen Höhenflug des 1. FC Union aber auch noch nicht viel zu erahnen.

Unioner im Fokus

Taiwo Awoniyi ist nach wie vor Unions einziger klassischer Mittelstürmer. Nach sieben Torbeteiligungen in sieben Spielen, von November bis Anfang Januar, agierte die Leihgabe aus Liverpool zuletzt etwas unglücklich. Für Trainer Fischer ganz normal: "Ich glaube, so viele Spiele wie er bei uns gemacht hat, hat er schon lange nicht mehr gemacht. Taiwo muss sich an den Rhythmus noch gewöhnen", sagte der Schweizer am Freitag.

"Er hatte eine Phase, wo er fast jedes Spiel getroffen hat, jetzt muss er ein bisschen auf die Zähne beißen", sagte Fischer über Awoniyi. In den vergangenen Spielen gegen die offenisven Topteams fiel das nur bedingt auf. Vor allem beim Heimsieg über Leverkusen war es stattdessen der schnelle Cedric Teuchert, der für Gefahr sorgte. Bei den deutlich tiefer stehenden Augsburgern könnten die Unioner wieder mehr auf ihren Mittelstürmer Awoniyi angewiesen sein.

Besonderheiten

Die Unioner, die in der vorigen Saison schon im Kader standen, dürften am Samstag mit guten Erinnerungen zum Stadion fahren. Beim FCA holten die Eisernen am zweiten Spieltag 2019/20 ihren ersten Bundesliga-Punkt. Auch ihr erstes Tor im Fußball-Oberhaus erzielten die Köpenicker beim 1:1-Unentschieden. Torschütze Sebastian Andersson steht inzwischen beim 1. FC Köln unter Vertrag, Trainer Urs Fischer ist aber noch da und kann sich gut an die Partie erinnern.

"Ich glaube nach einem nicht so guten ersten Spieltag damals [Anm. d. Red.: 0:4 gegen RB Leipzig], war das für uns sehr wichtig, um anzukommen, und ich glaube schon, dass uns das geholfen hat, die Saison so zu spielen, wie wir sie gespielt haben", erinnert sich der Schweizer. Und noch etwas gibt den Eisernen ein gutes Gefühl vor dem Auswärtsspiel in Augsburg: Vor dem Spiel am Samstag reiste Union bereits am Mittwochabend aus Leipzig ins Schwabenland. Die Bedingungen in Augsburg seien seitdem hervorragend, erzählte Fischer. Gute Voraussetzungen, für einen erfolgreichen Rückrunden-Start.

Sendung: Inforadio, 23.01.2021, 9:15 Uhr

Beitrag von Simon Wenzel

2 Kommentare

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  1. 1.

    ..geht es noch, Corona..? Wer erlaubt die Extrawurst ?

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