DESG-Präsident Matthias Große (Quelle: imago images/Matthias Koch)
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Neue Personalien verkündet - DESG-Präsident Große weist Kritik von Athleten zurück

Seit rund sieben Monaten ist Matthias Große Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft. Kritik an seinen Entscheidungen wies der Lebensgefährte von Claudia Pechstein am Freitag erneut zurück - und verkündete neue Personalien.

Matthias Große, Präsident der Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), wies die von mehreren Sportlern geäußerte Kritik bezüglich fehlender Kommunikation mit den Athleten und einer willkürlichen Personalpolitik zurück. "Unsere Sportler wurden von uns vor dem Jahreswechsel informiert", betonte der Berliner Unternehmer und Lebensgefährte von Olympiasiegerin Claudia Pechstein am Freitag auf einer virtuellen Pressekonferenz.

Zuletzt hatten mehrere Sprinter um den EM-Dritten Joel Dufter mit einem offenen Brief für Aufsehen gesorgt, in dem sie kritisierten, dass der zum Jahresende auslaufende Vertrag ihres Trainers Danny Leger knapp ein Jahr vor den Olympischen Spielen nicht verlängert wurde.

Offener Brief der Athleten soll Konsequenzen haben

"Kein Sportler war einen Tag ohne Betreuung", erklärte Große am Freitag und versicherte, dass die Entwicklung jedes Sportlers wichtig sei. Im Fall von Leger hätten eine Leistungsanalyse und "Vorkommnisse, die wir in der Öffentlichkeit nicht preisgeben dürfen" zu der Entscheidung geführt. "Ich kann verstehen, dass ein Sportler sauer ist, wenn er seinen Trainer verliert. Aber es ist Spitzensport. Man muss sich die Frage nach den Ergebnissen stellen", sagte Große und unterstrich erneut, dass der Brief der Athleten Konsequenzen haben werde. "Wir werden uns mit den Sportlern nach der Saison an einen Tisch setzen, darüber sprechen und die Schlüsse ziehen", erklärte Große.

Zahlreiche Rausschmisse und Rücktritte seit Amtsantritt

Der Unternehmer hatte das Präsidentenamt der DESG im letzten Sommer zunächst kommissarisch übernommen und wurde auf einer Mitgliederversammlung im September 2020 ordentlich gewählt. Kurz darauf hatte er die Berlinerin und Olympiazweite Jenny Wolf als neue Bundestrainerin vorgestellt, die jedoch nur sieben Wochen später zurücktrat. Wenig später erklärte auch die Berliner Stützpunkttrainerin Katrin Bunkus ihren Rücktritt.

Weil Große während seiner Amtszeit weitere personelle Veränderungen vornahm, darunter die Entlassung von Bundestrainer Erik Bouwman und Sportdirektor Matthias Kulik, schaltete sich zuletzt auch die Politik ein. Mahmut Özdemir, SPD-Obmann im Sportausschuss, forderte Mitte Januar gegenüber dem Sportinformationsdienst Aufklärung über die Hintergründe sowie die genaue Verwendung von Fördergeldern.

Alle neuen Personalien, die Große gemeinsam mit der Generalbevollmächtigten Nadine Seidenglanz am Freitag vorstellte, seien von den wichtigsten Geldgebern wie dem Bundesministerium des Inneren und dem Deutschen Olympischen Sportbund bestätigt worden, erklärte der DESG-Präsident. Der Berliner und frühere Sprint-Weltcupsieger Samuel Schwarz wird neuer "Advisor" im Bereich Sprint, der einstige Langstreckler Frank Dittrich aus Chemnitz wird Leistungssport-Koordinator. Die Suche nach einem Sprint-Bundestrainer laufe noch, der langjährige Teamchef Helge Jasch soll die Sportler als Allround-Bundestrainer auf die Olympischen Spiele 2022 in Peking vorbereiten.

"Wir haben keine Krise in der DESG, weder finanziell noch strukturell"

Große begründet die personelle Neuausrichtung mit den fehlenden sportlichen Erfolgen der letzten Jahre. "Wenn jemand gedacht hat, wir können mit derselben Art und Weise von zwei nicht-erfolgreichen Olympia-Zyklen weitermachen, dann hat er sich geirrt", so der 54-Jährige. Dass Helge Jasch in leitender Funktion für diese eine Mitverantwortung trägt, sieht Große nicht als widersprüchlich an. "Helge Jasch war als Teamchef schon immer eine Säule des Verbandes."

Bei der laufenden Trainersuche werde es keine Schnellschüsse geben. "Der internationale Zuspruch auf diese Stellen zeigt ja, wo wir hinkommen könnten", gab sich Große optimistisch und betonte noch einmal: "Wir haben keine Krise in der DESG, weder finanziell noch strukturell".

Sendung: Inforadio, 29.01.2020, 14:15 Uhr

5 Kommentare

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  1. 5.

    Weniger Ahnung kann man kaum haben. Bei Frau Pechstein gab es NIE einen positiven Dopingtest. Die Anomalie im Blut wurde eindeutig medizinisch erklärt. Sie wurde ganz offiziell vom Sportbund rehabilitiert. Was Sie hier tun, ist übelste Verleumdung. Man muss ja nicht jeden mögen, aber Lügen sind nicht der Weg, sich zu äußern. Auch nicht im Internet.

  2. 4.

    Wie sie Richtig bemerkt haben, sind sie ein Laie uind stehen nicht in der Materie. Hier geht es nicht um ein weiterso, sondern um eine Sportlerin und ihren Mann, die meinen sie müssten nun ihr eignes Ding durchziehen. Und die gute Frau Pechstein ist immer noch angefressen, das man keine Plätze und Schulen nach ihr benennt, oder sie mindestens zur Sportministerin macht. Darum gehts. Eine große Sportlerin, die einfach nicht erkennen will oder kann, das sie hallt auch nur eine Sportlerin ist und unter extrem verletztem Stolze leidet! Er wird schon ordentlich in ihrem Sinne agieren!

  3. 3.

    Der geht über Leichen und würde auch seine grossmutter verkaufen um an seine Ziele zu kommen. Mir ihm und der alten Lady Pechstein geht dieser Sport dem Ende entgegen. Sie will sich nur rächen weil ihr Doping aufgeflogen ist und hat mit ihm einen guten Partner gefunden um ihre rachepläne durchzuführen

  4. 2.

    Für außenstehende interessierte Laien wie mich ist das nur schwer nachzuvollziehen, es wirkt auf mich wie eine interne Schlammschlacht.
    Da man sich aber nunmal für Matthias Große entschieden und ihn ja auch gewählt hat, sollte man ihm jetzt auch ein bisschen Zeit geben, den Laden auszumisten und aufzuräumen. Ein Zurück zum vorherigen Stand sollte und wird es nun wohl jedenfalls nicht mehr geben, das ist schon mal gut.

  5. 1.

    Mit seinen Methoden aus der Türsteherszene wird er nicht weit kommen. Auf alle Fälle wird er den DESG völlig platt machen. Seine Claudia hat dann erreicht was sie wollte. Keine Medaillen mehr und keinen DESG. Prima gemacht!!!

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