Herthas Ex-Trainer Bruno Labbadia (re.) und -Manager Michael Preetz © Odd Andersen/AFP-Pool/dpa
Video: Abendschau | 24.01.2021 | Dirk Walsdorff, rbb-Sportredaktion im Studio | Bild: Odd Andersen/AFP-Pool/dpa

Friedrich verantwortet sportlichen Bereich - Hertha BSC trennt sich von Trainer Labbadia und Manager Preetz

Aus für Michael Preetz und Bruno Labbadia bei Hertha BSC: Der Fußball-Bundesligist trennt sich von seinem Manager und Cheftrainer. Damit reagiert die Klubführung auf die sportliche Talfahrt der letzten Wochen. Zwei alte Bekannte sollen es nun richten.

Hertha BSC trennt sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Bruno Labbadia und Manager Michael Preetz. Entsprechende rbb-Informationen hat der Fußball-Bundesligist am Sonntagmittag bestätigt. Zuvor hatten bereits mehrere Medien übereinstimmend berichtet.

"Nach den enttäuschenden Ergebnissen und der negativen sportlichen Entwicklung der vergangenen Wochen hat sich das Präsidium von Hertha BSC nach eingehenden Beratungen dazu entschlossen, sich mit sofortiger Wirkung von Geschäftsführer Sport Michael Preetz zu trennen", heißt es in der Mitteilung. "Auch auf der Position des Cheftrainers nimmt der Hauptstadtclub einen Wechsel vor", heißt es weiter.

Aus für Manager Preetz nach zwölf Jahren

Für Preetz endet nun eine zwölfjährige Ära als Manager von Hertha BSC. Zuletzt war er immer mehr in die Kritik geraten. Labbadia war bereits der 14. Trainer während seiner Amtszeit.

Bereits vor dem Spiel gegen Bremen hatte es vor dem Olympiastadion eine Demonstration gegen Preetz gegeben. Vor allem die weitestgehend glücklosen Transfers in der Windhorst-Ära werden Preetz vorgeworfen. In den eineinhalb Jahren seit dem Einstieg des Investors investierte Hertha fast 150 Millionen Euro in den Kader, das Ergebnis ist bislang ernüchternd.

Insgesamt stand Preetz seit 1996 in Diensten von Hertha BSC. Zunächst als Spieler, anschließend als Assistent von Manager Dieter Hoeneß, 2009 übernahm er die Geschäftsführung Sport schließlich selbst.

"Hertha BSC hat Michael Preetz viel zu verdanken"

"Hertha BSC hat Michael Preetz viel zu verdanken. Er ist seit fast 25 Jahren eng mit unserem Verein verbunden, zunächst als Spieler und nunmehr seit fast zwölf Jahren auf der Position des Verantwortlichen im sportlichen Bereich", wird Hertha-Präsident Werner Gegenbauer in der Mitteilung des Klubs zitiert.

"Ich bin unendlich dankbar für die vielen Jahre, die ich für meinen Herzensverein Hertha BSC auf und neben dem Platz spielen und arbeiten durfte. Das waren sehr intensive Jahre mit allen Höhen und Tiefen, die ein Fußballverein zu bieten hat. Wir haben während dieser Zeit sehr große Schritte gemacht, der Verein zu werden, dem - und davon bin ich überzeugt – die Zukunft gehören wird.", erklärte Preetz.

Friedrich übernimmt vorerst die Verantwortung

Bis zum Saisonende wird Arne Friedrich in seiner Funktion als Sportdirektor die Verantwortung im sportlichen Bereich bei Hertha BSC übernehmen. Ob er im Anschluss den Posten als Manager übernehmen wird, ist offen.

Friedrich ist seit November 2019 in der Führungsetage des Klubs aktiv ist. Zunächst agierte er als "Performance Manager", seit letztem Sommer ist er Sportdirektor bei den Berlinern. Der ehemalige Hertha-Kapitän kennt den Verein gut, Friedrich spielte von 2002 bis 2010 bei den Blau-Weißen.

Kicker: Dardai soll Labbadia-Nachfolger werden

Auch auf der Trainerposition soll wohl ein alter Bekannter erneut die Leitung übernehmen. Als Nachfolger von Trainer Labbadia wird von mehreren Medien Pal Dardai ins Gespräch gebracht. Das Fachmagazin "kicker" berichtet, dass Dardai als Retter bis zum Sommer einspringen soll.

Carsten Schmidt, seit dem 1. Dezember Vorsitzender der Geschäftsführung bei Hertha BSC, äußerte sich in einer Medienrunde am Sonntag nicht zu dem Gerücht. Man habe einen Plan, den man umsetzen wolle, erklärte Schmidt. "Am Dienstag wollen wir einen Trainer auf dem Trainingsplatz haben, der die Mannschaft zusammenschweißt", sagte Schmidt.

Der 44-jährige Dardai war bereits von 2015 bis 2019 Hertha-Cheftrainer, aktuell trainiert er die U16 des Vereins. 2019 hatte Manager Michael Preetz den Vertrag mit Dardai nicht verlängert und wollte so für eine Weiterentwicklung sorgen. Neben Dardai war zuletzt auch immer wieder Ralf Rangnick mit Hertha in Verbindung gebracht worden, der zuletzt für Red Bull und dessen deutschen Klub RasenBallsport Leipzig arbeitete.

Bruno Labbadia hatte die Mannschaft erst Anfang April 2020 in der coronabedingten Spielpause der Vorsaison übernommen. Nach anfänglichem Aufschwung war zuletzt keine Weiterentwicklung mehr erkennbar. Nur vier Siege in 18 Bundesliga-Spielen in der laufenden Saison waren letztlich zu wenig. Neben Labbadia wurden auch die Co-Trainer Olaf Janßen, Eddy Sözer und Günter Kern freigestellt.

Hertha steht vor den Sonntagsspielen in der Bundesliga auf dem 14. Tabellenplatz, nur zwei Punkte vor dem Relegationsrang und sieben Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz. Bruno Labbadia hatte bereits nach dem Spiel gegen Werder Bremen im Interview im ZDF-Sportstudio gesagt: "Wir haben alle im Moment wenig Argumente."

Sendung: Inforadio, 24.01.2021, 11:00 Uhr

71 Kommentare

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  1. 71.

    Labbadia hat von allen Beteiligten wahrscheinlich am wenigsten falsch gemacht. Trotzdem muss man konstatieren, dass er es offensichtlich nicht geschafft hat zur Mannschaft durchzudringen und sie zu einer Einheit zu formen. Und das sollte ein erfahrener Trainer wie er trotz der wohl nicht optimalen Kaderzusammenstellung eigentlich einigermaßen hinbekommen. Aber na ja, er hat ja noch 1 1/2 Jahre Vertrag und kassiert wohl 250.000€/Monat; da muss er sich erstmal keine Sorgen um die Miete machen, die bezahlt weiterhin Hertha . . . ;-)

    Ob der 'gutmütige' Dardai, im Verbund mit "Zecke", den Karren aus dem Dreck ziehen kann, bleibt abzuwarten. Er hat ja immerhin pädagogische Fähigkeiten, nur muss die - von Preetz - zusammengewürfelte Truppe diesen Trainertyp auch erstmal annehmen. Schaun mer mal.

  2. 70.

    Schließe mich dem Dank an Bruno Labbadia an, er muss nun ausbaden, was andere viel mehr zu verantworten haben. Abgestiegen wäre die Hertha nicht mit ihm, das glaube ich einfach nicht. Labbadia ist eher das Bauernopfer eines chaotischen Managements, zu dem nicht nur Preetz gehört.
    Und ich frage mich, wie der altbekannte Pal Dardai jetzt ein Neuanfang sein kann für diese zusammen gewürfelte (Nicht-)Mannschaft von überforderten Großverdienern. Aber sicher: im Fußball kann schon morgen alles richtig sein, was gestern noch als falsch galt. Und bald ist die Hertha auf Europaleage-Plätzen oder noch nöher und ich habe Quatsch geschrieben. Und vielleicht hat auch Preetz bald einen neuen Posten bei der Hertha, denn er war es ja, unter dem Dardai von 2015 bis 2019 schon mal Trainer war, der ihn quasi "entdeckt" hat.

  3. 68.

    Ich möchte an dieser Stelle erst einmal Bruno Labadia danksagen. Ich finde er ist ein prima Typ, fachlich und menschlich.
    Meine Frage richtet sich eher an die Fußballspieler, warum sie ihr Potential nicht auf den Platz gebracht haben. Und die Kultur hat den Lockdown und darf nicht arbeiten z.b. und die Fußballer mit Euromillionen Gehältern reißen sich zu wenig Ihren Allerwertesten auf. Da würde ich es am liebsten sehen, das der ein oder andere Spieler doch auch gleich ein paar hunderttausend Euro weniger Gehalt für schlechte Einstellung bekäme.

  4. 67.

    "Jupp Stevens" vor allem...
    Also meinen Sie eine Kreuzung aus Huub Stevens und Jupp Heynckes.
    Vielleicht könnte die Hertha tatsächlich helfen.

  5. 66.

    Einer wollte einen Böller in der halb abgebissenen Banane hereinschmuggeln. Vielleicht kennen Sie den Übeltäter.

  6. 65.

    So so...der Sicherheitsdienst hat Stadionverbote verhängt.
    Wie alt sind sie?? 12??

  7. 64.

    Bevor sich Pal Dadadai aufreibt, sollte Felix Magath den Kader ein paar Wochen in den Schwitzkasten nehmen.

  8. 62.

    Machen Sie sich keine Sorgen um Herrn Preetz.Der wird bestimmt in all den wohldotieren Jahren genügend Rücklagen gebildet haben, um ein sorgenfreies Leben zu führen. Und zur Not kann er ja auch eine Umschwung .machen, vllt.als Helfer auf einer Corona-Station , da lernt er, wie mühsam für miese Bezahlung geschufter wird

  9. 61.

    Wenn man mal ehrlich ist, konnte man mit dieser Maßnahme heute ziemlich sicher zu rechnen, auch wenn es mir im Gegensatz zu Herrn Preetz (wobei selbst diesen zumindest am letzten Trainerwechsel keine Schuld trifft, denn was kann Herr Preetz schon dafür, wenn Herr Klinsmann einfach plötzlich hinwirft) vor allem menschlich für Bruno Labbadia leid tut. Worin ich allerdings alle Hertha-Anhänger beruhigen kann, ist die Tatsache, dass dieser Verein ganz sicher so schnell nicht in die 2. Bundesliga absteigen wird, da es immer Vereine gibt und auch in Zukunft geben wird, die aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten in der Tabelle hinter Hertha BSC Berlin landen werden (in dieser Saison z.B. Mainz 05 oder Arminia Bielefeld).

  10. 60.

    Und jetzt spielen sie besser. Wenn ich Trainer und Manager nicht mag, dann spielt man schlecht. Hoffentlich können sie die neuen besser leiden. Los, Aufwärts!

  11. 59.

    Unter Dardai holen wir die nötigen Punkte um vor den roten zu stehen. Und das Derby ebenfalls.
    Gruß vom Derbysieger

  12. 58.

    Ich aber dringend notwendig, Herr Gegenbauer hat viel zu lange seine schützende Hand über Preetz gehalten, er trägt die Hauptschuld. Preetz und Labbadia sind damit lediglich Bauernopfer.

  13. 57.

    Wer soll das sein? Jupp Heynckes oder Huub Stevens? Entscheide dich mal. Stevens war eh schon hier.

  14. 56.

    Das hat man ja gesehen, wie Gegenbauer gerne mal gehandelt hat. Immer schön die schützende Hand über Preetz gehalten. Erst mit Carsten Schmidt wurde tatsächlich an den richtigen Stellen gehandelt.

  15. 54.

    Windhorst , übernehmen Sie ......! Ist doch sowieso schon fast Ihr Verein, und mit Pleiten konnten Sie doch schon früh Erfahrungen machen

  16. 53.

    Mann, ja, die Hertha hat eigentlich so viel Potential. Eine Jungend- und Aufbauarbeit für deren gesellschaftlich-integrative Kraft und sportliche Leistung sie landesweit sehr respektiert und viel geehrt wird. Eine Millionen-Metropole als mögliches Live-Publikum und Lokal-Fan-Basis. Ein riesen Stadion, das (mit supergünstigen Preisen) voll gefüllt immer eine irre Atmosphäre erzeugen würde. Eine (in vielen Bereichen) attraktive Stadt mit schönem Umland, als Wohnort für Spieler und deren Angehörige. Und derzeit auch noch relativ viel Geld.

    Macht mir und uns einen großen SC Freiburg daraus, der aber fast regelmäßig wenigstens die EuropaLeague erreicht. Bitte!

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