Ex-Hertha-Manager Michael Preetz und (Neu-)Trainer Pal Dardai (Quelle: imago images/Sven Simon)
Bild: imago images/Sven Simon

Personalwechsel bei Bundesligisten - Die Hoffnung ruht auf der Hertha-DNA

Mit Pal Dardai, Arne Friedrich und Andreas Neuendorf hat Hertha die Verantwortung an drei Vereinslegenden übergeben. Allein weil sie die Hertha-DNA mitbringen, könnte jetzt wieder Ruhe einkehren. Mit Michael Preetz musste aber auch eine Identifikationsfigur gehen.

"Jeder braucht in seinen Reihen einen, der die Drecksarbeit macht", sagte Arne Friedrich 2008 nach einem Spiel mal über seinen damaligen Mitspieler Pal Dardai. Der Ungar war auf dem Platz ein Kämpfer. Einer, der immer alles reinwarf in die Partie. Was Herthas ehemaliger Kapitän Friedrich damals noch nicht ahnen konnte: Über zehn Jahre später bildet er gemeinsam mit Dardai das sportliches Führungsduo, das den Hauptstadtclub vor dem Abstieg bewahren soll.

Für Pal Dardai, der seit dem letzten Sommer die U16 der Berliner coachte, ist es eine Art Déjà-vu. Schon als er 2015 zum ersten Mal Cheftrainer von Hertha wurde, steckte der Verein in der Krise. Der Ungar übernahm die Charlottenburger auf Rang 17 und schaffte mit Platz 15 am Saisonende den Klassenerhalt.

Ein Trio mit Hertha-DNA pur

Von der Stabilität - wenngleich auch nur im Mittelmaß - die in viereinhalb Jahren unter Dardai herrschte, waren die Blau-Weißen zuletzt weit entfernt. Hertha steht auf Platz 14 und hat nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Und so sind die Qualitäten von Herthas Rekordspieler auch jetzt wieder gefragt.

Zusammen mit Co-Trainer Andreas "Zecke" Neuendorf bilden Coach Dardai und Sportdirektor Friedrich ein besonderes Trio. Eines, dass sich untereinander und den Verein bestens kennt. Mehr als 1.000 Spiele bestritten die Drei insgesamt im blau-weißen Trikot. Es steckt also Hertha-DNA pur in der neuen Führung. Schon allein dadurch könnte wieder mehr Ruhe reinkommen.

Preetz muss nach fast 25 Jahren gehen

Auf der anderen Seite musste gleichzeitig ein Mann gehen, der die Berliner über fast 25 Jahre geprägt hat. Ex-Manager Michael Preetz war eine Identifikationsfigur des Vereins. Im Trikot der Charlottenburger erlebte er 1997 den Bundesliga-Aufstieg, wurde zwei Jahre später Bundesliga-Torschützenkönig. Sogar in der Champions League und in der Nationalmannschaft lief er auf und stieg nach seinem Karriereende zunächst als Assistent von Dieter Hoeneß ins Management des Klubs ein.

Seit 2009 verantwortete er das sportliche Management allein, überstand zwei Ab- und zwei Aufstiege. Unter ihm standen insgesamt 14 Trainer an der Seitenlinie, am längsten war die Amtszeit von Pal Dardai. Doch ihm traute Preetz keine Weiterentwicklung mehr zu. 2019 trennten sich die Wege und mit dem Investment von Lars Windhorst sollte der nächste große Schritt erfolgen. Hertha wollte raus aus dem Mittelmaß in die obere Tabellenregion.

Doch daraus wurde nichts - und die Kritik an Preetz zuletzt immer lauter. Mit den Millionen des Investors wurden zwar teure Transfers getätigt, auf dem Platz aber war keine Verbesserung, teilweise nicht mal eine funktionierende Mannschaft, zu sehen. Und so liegen jetzt schwierige Wochen vor Hertha BSC, Drecksarbeit inklusive.

Sendung: rbb UM6, 25.01.2020, 18 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Tut mir leid, aber ich kann im Text nicht finden dass Pal die Mannschaft auf Europaniveau heben soll.
    Haben sie den Text eigentlich gelesen?

    Zitat:
    "Über zehn Jahre später bildet er gemeinsam mit Dardai das sportliches Führungsduo, das den Hauptstadtclub vor dem Abstieg bewahren soll."

  2. 7.

    Erstmal werden Pal und Zecke werden der Mannschaft wieder Stabilität geben und ich weiß aus eigener Erfahrung das sie sehr Überzeugend sein können. Ich leite ein Herthafanclub und hatte schon mehrmals das Glück gehabt sie kennen lernen zu dürfen. Da mach ich mir überhaupt keine Sorgen. Viele haben immer gedacht das die viele Kohle immer nur in Beine investiert wird ,falsch gedacht. Das ist ein Teil für das neue Stadion. Da hat der lange richtig gelegen, was man sieht wenn man nach Gelsenk.. schaut. 200 mio Schulden.

  3. 6.

    Herr Preetz wußte nicht , was er tut.
    Nicht mal der Kaffee hat geschmeckt, grössenwahn neues Stadion

  4. 5.

    Mir als Unioner liegt es fern die vielfach ausgeschüttete Häme zu unterstützen. Berlin kann stolz sein auf zwei BL-Klubs. Leider mussten viele HSBC-Fans (mit vielen bin ich trotz meiner Andersfarbigkeit sehr gut befreundet)lange auf diese Personalentscheidung warten. Das Bild oben spricht Bände - der Zahnlose hat wohl gedacht er kann es wie die Bayern machen - einkaufen gehen mit diversen Millionen, der Rest geht von alleine. Eben das geht nicht, das hätte er bei Hoeneß lernen müssen. Aber zu jedem Saisonstart egal, ob in der ersten oder zweiten Liga wurde getönt, das alles besser wird. Ich denke, HSBC sollte sich ein, zwei Jahre wirklich Zeit lassen, langsam aufbauen und dann sehen was geht. Und man kann ja in Köpenick auch etwas lernen, vor allem Zusammenhalt... Viel Glück, alte Dame

  5. 4.

    Herr Dardai soll Hertha also wieder auf Europaniveau heben - dieses Geschwalle ist mir noch zu gut in Erinnerung. War wohl mal ein Herr K. - aber das die Clubführung Herrn Dardai damit wieder in Verbindung bringt, anstatt kleine Brötchen zu backen und den Klassenerhalt als erstes Ziel zu formulieren, finde ich typisch Hertha: große Klappe, nichts dahinter.
    Ich wünsche Pal Dardai alles Gute für seine Mission, erstmal die Klasse halten und dann weitersehen. Alles andere ist Phantasterei von Geschäftsführern und Geldgebern. Aber ich denke Pal Dardai weiß das selbst ;-)

  6. 3.

    „ als Assistent von Dieter Hoeneß ins Management des Klubs ein.“. Und nichts von Hoeneß gelernt Herr Preetz? Wie hat Hoeneß es denn geschafft? Hat Preetz als Assistent nur den Kaffee gekocht?

  7. 2.

    Es kann nur besser werden mit PAL Dardai! Sein Rauswurf, nachdem Hertha endlich mal stabil im Mittelfeld der Liga angekommen ist, war ein riesiger Fehler. Man beachte, welcher Kader zu diesem Zeitpunkt auf dem Platz stand und welchen Kader der Verein jetzt hat. Gelingt es Dardai, die Spiele zu einer Gemeinschaft einzuschwören und Führungsspieler zu formen, ist viel Luft nach oben.
    Letztlich bleibt sonst nur die Hoffnung, dass Shalke, Mainz und Bielefeld einfach schlechter sind. ;)

  8. 1.

    Identifikationsfigur Preetz?
    Ich kenne niemanden der sich mit Preetz identifiziert hat seit er „Manager“ gespielt hat, er hat Hertha auch nicht stabilisiert, er übernahm eine CL Mannschaft auf Platz 4 und ist in der darauffolgenden Saison abgestiegen. Die finanzielle Konsolidierung ist m.M. nach eher Herrn Schiller zuzuordnen.
    Schmidt scheint Hertha nach knapp zwei Monaten besser zu verstehen als Preetz in 11Jahren.

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